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Gesünder leben?

Bewegliche Gelenke schützen vor Verletzungen

Wenn unsere Gelenke beweglich sind, nimmt das Verletzungsrisiko ab. Bei Senioren verringert sich etwa die Sturzgefahr, wenn auch Muskeln und Balance trainiert werden. Wie wir unsere Gelenke geschmeidig halten, erklärt unser Experte im Interview.

Warum ist Beweglichkeitstraining wichtig?

Mathieu Saubade: In erster Linie als Prävention, also um bestimmte, mit körperlicher Aktivität verbundene Leiden zu vermeiden. Wenn unsere Gelenke beweglich sind, nimmt das Verletzungsrisiko ab. Bei Senioren verringert sich etwa die Sturzgefahr, wenn auch Muskeln und Balance trainiert werden. Sie können sich im letzten Moment auffangen und, wenn sie doch einmal stürzen, ist das Risiko von Knochenbrüchen geringer. Es wurde ebenfalls festgestellt, dass regelmässige Beweglichkeitsübungen wie Yoga für Wohlbefinden und Entspannung sorgen.

Wie genau wird der Körper beweglicher?

Es geht vor allem um Regelmässigkeit. Die Beweglichkeit kann mit vielen Übungen und Aktivitäten verbessert werden – jeder muss nur diejenigen finden, die zu ihm passen. Und es ist nie zu spät, damit anzufangen! Es gibt keine generelle Empfehlung, alles hängt vom jeweiligen Gesundheitszustand ab. Wenn man Schmerzen hat oder in der Bewegung eingeschränkt ist, kann es ratsam sein, mit einem Arzt die angemessenen Übungen abzuklären. Denn punkto Flexibilität sind wir alle unterschiedlich.

Was heisst das?

Unsere Beweglichkeit hängt nicht nur von unserem Körperbau und unserer Vorgeschichte (Verletzungen usw.) ab, sondern wir sind ganz einfach nicht alle gleich, wenn wir auf die Welt kommen. Manche Menschen sind von Natur aus beweglicher als andere. Unsere Flexibilität variiert darüber hinaus von einer Muskelgruppe zur nächsten. Nur weil man bewegliche Schultern hat, heisst das noch lange nicht, dass auch die Oberschenkel beweglich sind. Eine relativ steife Person kann zwar ihre Beweglichkeit verbessern, doch sie wird wahrscheinlich nie mit den Händen ihre Füsse berühren oder den Lotussitz einnehmen können. (Lesen Sie unten weiter...)

Nimmt die Beweglichkeit mit dem Alter zwangsläufig ab?

Dazu muss zunächst zwischen der Flexibilität, die von Muskeln und Sehnen abhängt, und der Mobilität der Gelenke unterschieden werden. Mit dem Alter kann der Radius bestimmter Bewegungen in der Tat, etwa durch Arthrose, abnehmen. Doch wenn man sein ganzes Leben lang regelmässig Sport getrieben hat und dies auch weiterhin tut, bleibt man auch als Senior beweglich. Fest steht jedoch, dass Kinder von Natur aus beweglicher sind als Erwachsene. Das liegt an einem anatomischen Merkmal, das für die Fortbewegung notwendig ist, da sich Kinder in der Wachstumsphase befinden. In der Pubertät beginnen wir dann langsam, uns zu versteifen.

Reichen Beweglichkeitsübungen, oder soll auch regelmässig Sport getrieben werden?

Der Mensch ist gemacht, um sich zu bewegen, und unser Stoffwechselsystem hängt eng mit unserer Mobilität zusammen. Körperliche Aktivität ist die beste Medizin überhaupt. Aber es muss nicht gleich Hochleistungssport sein. Regelmässiges Nordic Walking oder Schwimmen reicht vollkommen aus. Wichtig ist, dass man eine Aktivität findet, die zu einem passt und Spass macht. Auf diese Weise lässt sie sich viel leichter in den Alltag integrieren. (Lesen Sie unten weiter...)

So halten Sie ihre Gelenke flexibel

Bewegung à la carte

  • Yoga: Durch die zahlreichen Positionen, sogenannte Asanas, wird der ganze Körper trainiert. Meditativ oder dynamisch, mit Schwerpunkt Atem oder Muskelaufbau, für Kinder oder Schwangere – Yoga gibt es für jedes Bedürfnis. Man muss nur den Stil finden, der am besten zu einem passt.
  • Tai-Chi oder Qigong: Diese beiden Sportarten chinesischen Ursprungs basieren nicht auf Muskelkraft oder körperlicher Leistung, sondern auf langsamen, kontrollierten Bewegungen, die das Gleichgewicht fördern, die Vitalität anregen und den Geist beruhigen. Zudem wirken sich beide Sportarten positiv auf die Körperhaltung aus.
  • Wassergymnastik: Ein ideales Training, um auf sanfte Art Kraft, Flexibilität und Herz-Kreislauf-Ausdauer zu trainieren. Der Widerstand im Wasser ist zwar grösser als an der Luft und die Muskeln müssen mehr arbeiten, doch die Bewegungen scheinen leichter; der Druck auf die Gelenke ist geringer. Zudem gibt es weniger Muskelkater, kaum Zerrungen und als Zugabe Entspannung.
  • Tanzen: Tango, Walzer, Salsa, Cha-Cha-Cha: Auch beim Tanzen gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Jeder Stil ist ein Training für viele Muskeln; es werden neue Schritte gelernt und Tricks, um die eigene Technik zu verbessern. Dass zudem das soziale Bedürfnis befriedigt wird, ist ein weiterer Pluspunkt.

von Patricia Brambilla,

publiziert am 15.04.2019


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