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Gesünder leben?

Bringt Vitamin D gar nichts für die Knochen?

Wertet man alle gut gemachten Studien zum Vitamin D aus, ist das Fazit vernichtend. Auf Knochenbrüche und Osteoporose hat es keinen Einfluss. Neuseeländische Forscher raten auch darum von der Einnahme zur Stärkung der Knochen ab.

Vitamin D ist – im wahrsten Sinn – in aller Munde. Seit Jahren wird es vor allem Senioren in Form von Tröpfchen oder Spritzen verabreicht. Es soll die Knochen stabiler machen und vor Knochenbrüchen bewahren.

Doch diesen Zweck verfehlt das Vitamin, wie neuseeländische Wissenschaftler nun aufzeigen. Sie werteten alle sogenannten «randomisierten» Studien aus, die bisher zu Vitamin D gemacht wurden. Dabei werden die Versuchspersonen per Los einer Behandlung zugeteilt.

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«Nicht mehr verordnen»

Vitamin D reduziert demnach weder die Anzahl der Stürze, noch die der Knochenbrüche bei Erwachsenen. Auch die Knochendichte beeinflusst die Vitamingabe nicht in nennenswertem Mass.

Ebensowenig spielt es eine Rolle, ob die Versuchspersonen hohe oder tiefe Dosen an Vitamin D erhalten. «Es gibt keine Rechtfertigung, weshalb man Vitamin D für die Knochengesundheit verschreiben sollte», lautet das vernichtende Fazit der Forscher.

Mehr noch: Es gebe auch keine Rechtfertigung dafür, weitere Studien in dieser Hinsicht zu unternehmen. Denn angesichts des eindeutigen Resultats würde selbst eine weitere grosse Studie, die zum gegenteiligen Schluss komme, nichts an diesem Fazit ändern. (Lesen Sie unten weiter...)

Bremsen Sie den Knochenabbau

Die Forscher stützen sich dabei auf die Ergebnisse von insgesamt 81 Studien mit total über 53’000 Teilnehmern. 42 dieser Studien untersuchten den Effekt des Vitamins auf Knochenbrüche, 37 denjenigen auf Stürze und 41 die Wirkung auf die Knochendichte.

Kritiker: Nicht alle Studien berücksichtigt

Kritiker werfen den neuseeländischen Forschern um Mark Bolland vor, sie hätten wichtige Studien in ihrer Analyse nicht berücksichtigt. Überdies seien auch Studien mit sehr hohen Dosierungen an Vitamin D eingeschlossen worden, obwohl längst bekannt sei, dass dies nachteilig sei. All dies verzerre das Resultat zu Ungunsten des Vitamins.

Bolland und seine Kollegen bleiben aber bei ihrer Ansicht: Der Effekt von Vitamin D sei zu gering, als dass ein breiter Einsatz gerechtfertigt wäre. 

Nur in zwei Ausnahmefällen sei Vitamin D weiterhin zu empfehlen: Um die – bei uns sehr seltenen – Fälle von Rachitis oder Knochenerweichung zu behandeln.

Quelle: «Lancet Diabetes & Endocrinology»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 05.02.2019


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