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Gesünder leben?

Vier Cholesterin-Mythen im Faktencheck

Was es mit dem Cholesterin auf sich hat, darum rankt sich die eine oder andere Legende. Was stimmt, was nicht? Vier weitverbreite Mythen und ihr Wahrheitsgehalt.

Mythos 1: Cholesterin ist einfach nur schlecht

Falsch. Cholesterin wird im Blut durch kugelförmige Lipoproteine transportiert. Diese Fett-Eiweiss- Komplexe gibt es mit geringer Dichte (Low-density Lipoprotein, LDL) und mit hoher Dichte (High-density Lipoprotein, HDL). Kommen zu viele LDL zusammen, lagern sie das Cholesterin in der Wand der Blutgefässe ab. In der Folge verengen sich die Gefässe, und die Wand verhärtet sich. Das Blut kann irgendwann nicht mehr ungehindert fliessen – es kommt etwa zu Herzinfarkten und Schlaganfällen. Darum gilt LDL als «böses» Cholesterin und HDL als «gutes», weil es überschüssiges Cholesterin aus den Zellen entfernt.
 

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Mythos 2: Eier sind ungesunde Cholesterinbomben

Falsch. Jahrzehntelang galt die Devise «Eier sind schlecht für Gefässe und Herz, weil Eigelb viel Cholesterin enthält». Aktuelle Studien legen nahe, dass diese Annahme falsch ist – Eier sollen sogar vor Schlaganfällen schützen. Das entsprechende Risiko liegt bei Menschen, die täglich Eier konsumieren, um 26 Prozent tiefer als bei Ei-Abstinenzlern. Das zeigt eine in diesem Jahr publizierte Langzeitstudie der Universität Peking mit Daten von über 400 000 Probanden. Sie stützt damit ein ähnliches Ergebnis aus den USA. 

Mythos 3: Zu viel Cholesterin kommt vom Essen

Falsch. Einer der grössten Mythen besagt, dass Cholesterin im Essen schuld sei an einem zu hohen Spiegel im Blut. Viel entscheidender sind aber die Erbanlagen. Denn unsere Gene bestimmen, wie viel Cholesterin gebildet wird und wie gut die Leber LDL abbauen und damit unschädlich machen kann. Die Ernährung beeinflusst die Cholesterinwerte nur zu einem kleinen Teil. Trotzdem lohnt es sich, Obst, Gemüse, Fisch, hochwertige Öle, Nüsse und Vollkornprodukte in den Speiseplan einzubauen. Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung sind die beste Prävention.

Mythos 4: Cholesterin ist lebenswichtig

Richtig. Der Körper braucht Cholesterin etwa, um Vitamin D herzustellen und Gallensäure zu bilden, die im Darm dafür sorgt, dass Fett aufgenommen werden kann. Wichtig ist Cholesterin auch als Baustein für die Zellmembran: Sie umhüllt alle Zellen im Körper. Verschiedene Hormone wie Östrogen, Testosteron und Kortison können nur mittels Cholesterin hergestellt werden. Erst eine Überdosierung von Cholesterin tut der Gesundheit nicht gut.

von Silvia Schütz,

publiziert am 10.04.2019


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