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Gesünder leben?

Schwindel: Ursachen und Tipps, was dagegen hilft

Plötzlich dreht sich alles und es ist schwierig zu erkennen, wo oben und unten ist. Schwindel zählt zu den 20 häufigsten Beschwerden, weshalb Menschen zum Arzt gehen. Die wichtigsten Ursachen, und was dagegen hilft.

Bei etwa sieben bis 15 Prozent der Bevölkerung dreht sich irgendwann im Leben die Welt oder der Boden schwankt – scheinbar. Bei über 75-Jährigen können es bis 30 Prozent sein. Schwindel an sich ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das auf verschiedenste Ursachen hinweisen kann.

Am häufigsten: der Lagerungsschwindel

Wenn sich in jüngerem oder mittlerem Alter ringsherum plötzlich alles dreht, sobald man die Lage ändert, ist meist der «gutartige anfallsweise Lagerungsschwindel» schuld. Diese Art von Schwindel kommt am häufigsten vor. 

Zu den Schwindelattacken kommt es meistens, wenn man sich hinlegt, im Bett umdreht oder den Kopf rückwärts neigt. Nach spätestens einer Minute ist der Spuk jedoch in der Regel vorüber – bis zum nächsten Wechsel der Körperposition. 

Diese Art des Schwindels kann sehr störend sein und macht manchmal wegen seiner Heftigkeit auch Angst, aber er ist harmlos. Verursacht wird er durch mikroskopisch kleine Kristalle im Innenohr, die den Gleichgewichtssinn «verwirren». 

Was hilft? Mit Hilfe bestimmter Übungen (zum Beispiel dem sogenannten Epley-Manöver) lässt sich dieser Schwindel meist beseitigen. Der Arzt oder der Physiotherapeut zeigt gerne geeignete Übungen.

Schwindel bei älteren Menschen

Bei älteren Menschen führen häufig mehrere Faktoren zum Schwindel: Blutdruckschwankungen, Gefühlsstörungen in den Füssen, Seh- und Gehbehinderungen, Nebenwirkungen von Medikamenten und die Angst zu stürzen. 

Was hilft? Physiotherapie kann die Gangsicherheit erhöhen, Augenoperationen wegen grauem Star verbessern das Sehvermögen. Sinnvoll ist zudem, mit einer Fachperson zusammen die Medikationsliste zu überprüfen.

Vorsicht: Vorbote eines Schlaganfalls!

Bei älteren Menschen führen häufig mehrere Faktoren zum Schwindel: Blutdruckschwankungen, Gefühlsstörungen in den Füssen, Seh- und Gehbehinderungen, Nebenwirkungen von Medikamenten und die Angst zu stürzen. 

Was hilft? Physiotherapie kann die Gangsicherheit erhöhen, Augenoperationen wegen grauem Star verbessern das Sehvermögen. Sinnvoll ist zudem, mit einer Fachperson zusammen die Medikationsliste zu überprüfen.

(Fortsetzung weiter unten: Weitere Arten von Schwindel, mit Tipps was hilft.)

Verwandte Themen: Kopfschmerzen & Migräne

Weitere Ursachen für Schwindel

Tipps bei Schwindelgefühl
  • Beobachten Sie, in welchen Situationen der Schwindel auftritt, wie lange er jeweils dauert und ob Sie weitere Symptome spüren.  
  • Lassen Sie sich bei Schwindel untersuchen.
  • Tragen Sie gutes Schuhwerk und beseitigen Sie Stolperfallen. Das senkt das Sturzrisiko.
  • Verzichten Sie bei Schwindel aufs Lenken eines Fahrzeugs, steigen Sie nicht auf Leitern oder ähnliches. 

Schwindel, der vom Gehirn ausgeht

Eine häufige Ursache dafür sind Ablagerungen in den Arterien, die eine Minderdurchblutung des Gehirns zur Folge haben. 

Was hilft? Am besten ist vorbeugen: Viel Bewegung, ein gesundes Körpergewicht, gesund leben und sich ausgewogen ernähren, tut auch den Arterien gut. Bei zu hohen Cholesterinwerten können Medikamente die Bildung von Ablagerungen bremsen. Sind bereits welche vorhanden, können Blutverdünner wie Aspirin sinnvoll sein.

Schwindel, der von der Halswirbelsäule ausgeht

Verspannungen der Halswirbelsäule, Fehlhaltungen, Abnützungserscheinungen oder auch Unfälle können ebenfalls Signale ans Hirn senden, die zu Schwindelgefühlen führen. 

Was hilft? Die manuelle Therapie durch einen gut ausgebildeten Arzt, Chiropraktor, Physiotherapeuten oder Osteopathen.  

Innenohrschwindel

Das Innenohr wird nicht nur zum Hören gebraucht, sondern auch für den Gleichgewichtssinn. Wenn das Gleichgewichtsorgan dort falsche Informationen ans Gehirn sendet, kommt es zum Schwindel. Erkrankungen des Innenohrs oder Infektionen, etwa eine Mittelohrentzündung, können das Gleichgewichtsorgan in Mitleidenschaft ziehen. Oft ist damit eine Hörminderung verbunden. 

Was hilft? Das hängt von der Erkrankung ab. Je nachdem können Medikamente helfen, manchmal kommt es auch zur Spontanheilung. 

Schwindel, der von inneren Organen ausgeht

Herzrhythmusstörungen, plötzliches Absinken des Blutdrucks oder eine falsche Blutdrucksteuerung (zum Beispiel beim schnellen Aufstehen aus der Hocke) können bewirken, dass das Gehirn kurzzeitig schlechter mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Das verursacht Schwindel. Auch eine Unterzuckerung, also zu tiefe Blutzuckerwerte, machen drümmlig. 

Was hilft? Das hängt von der Ursache ab. Wichtig ist darum die gründliche Untersuchung durch eine Ärztin oder einen Arzt. 

Psychosomatischer Schwindel

Stress, Angst oder andere Umstände im Leben können einem Menschen so zusetzen, dass der Körper mit Symptomen reagiert, zum Beispiel mit Schwindel. Psychosomatisch bedingter Schwindel wird genauso empfunden wie körperlich bedingter, muss aber anders behandelt werden. 

Was hilft? Auf den Körper und die Seele hören, Achtsamkeitsübungen und – falls man alleine nicht weiterkommt – psychotherapeutische Unterstützung und/oder Medikamente können helfen. 

Schwindel als Nebenwirkung von Medikamenten

Eine ganze Reihe von Medikamenten kann als unerwünschte Wirkung Schwindel hervorrufen. Dazu zählen unter anderem Betablocker (für das Herz oder gegen zu hohen Blutdruck), Schlafmittel, Antidepressiva oder Medikamente gegen Epilepsie, die auch bei Schmerzen eingesetzt werden. Was hilft? Am besten überprüft man zusammen mit dem Arzt die Medikationsliste.

von Dr. Roberto Llano,

veröffentlicht am 06.10.2020


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