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Gesünder leben?

Was tun bei einem Bandscheibenvorfall?

Bandscheiben-Vorfälle oder Diskushernien sind sehr schmerzhaft und schränken die Betroffenen bei der Mobilität stark ein. Was dann hilft.

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Dr. Bruno Gröbli

Chiropraktor SCG/ECU im Medbase Medical Center St. Gallen - Zentrum.

Man greift unter der Dusche nach dem Handtuch oder schüttelt die Bettdecke zurecht, da zwickt es plötzlich kurz, aber heftig im Rücken. Danach geht fast nichts mehr. Auslöser ist die Bandscheibe. Wie ein Kissen liegt sie zwischen den Wirbelkörpern. Sie macht die Wirbelsäule beweglich und dämpft Stösse. Ihre faserige Hülle umschliesst einen gallertartigen Kern, und sie kann nach langer Fehl- und Überbelastung oder durch einen Unfall reissen. Dann quillt der Gallertkern nach aussen. Dort kann er auf einen Nerv oder auf das Rückenmark drücken: Eine Diskushernie ist entstanden.  

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Bandscheibenvorfall

Reisst die Hülle der Bandscheibe (blau), dann tritt der Kern aus und drückt auf die Nerven (rot).

Bandscheibenvorfall

Reisst die Hülle der Bandscheibe (blau), dann tritt der Kern aus und drückt auf die Nerven (rot).

Richtige Diagnose ist entscheidend

Gestärkter Rücken

Das Beste ist es, Diskushernien zu verhindern: Haltungsschwächen, Fehlhaltungen, eine monotone und starre Körperhaltung und abrupte Bewegungen fördern das Entstehen einer Diskushernie.  Einen gewissen Schutz bieten ein rückenschonendes Verhalten und viel Bewegung.  Helfen kann auch eine kräftige Rückenmuskulatur. Diese kann mit gezielten Übungen aufgebaut werden.  

Schnelles Handeln ist bei Patienten angezeigt, bei denen Empfindungs- und Reflexstörungen, Kontrollverlust über Blase und Darm oder gar Lähmungen auftreten. Dann ist der Besuch beim Chiropraktor oder Arzt dringend angezeigt; manchmal ist eine Operation unumgänglich. In der Mehrzahl der Fälle bleibt es jedoch bei Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Deshalb ist es von Bedeutung, eine Diskushernie richtig zu erkennen und einzuordnen. Am häufigsten entsteht eine Diskushernie in der unteren Halswirbel- und in der unteren Lendenwirbelsäule. Schmerzen können plötzlich und überaus stark auftreten, sich aber auch schleichend bemerkbar machen.

In der akuten Phase und wenn eine Operation nicht zwingend ist, sollte man die Bandscheiben ruhig stellen und kühlen. Um die bedrängten Nerven zu entlasten, kann eine präzise chiropraktische Behandlung Wunder wirken. Erst nach ausreichender Besserung sollte man sich wieder schonend körperlich betätigen – am besten mit fachlicher Anleitung. Auch in schweren Fällen kann die chiropraktische Behandlung eine Operation oft verhindern. Wichtig sind dafür eine rasche fachkompetente Diag­nose und Behandlung.

Publiziert am 20.10.2017,

von Dr. Bruno Gröbli


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