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Entspannung dank Augentraining – so geht es

Wer die Augen regelmässig entspannt, tut sich viel Gutes. Kurze Pausen mit einfachen Übungen helfen, trotz Computerarbeit fit zu sein. Tipps vom Experten.

Was ist Sehtraining?

Markus Grunder: Sehen ist ein lebendiger Prozess. Über 70 Prozent des Sehens findet im Gehirn statt. Ein Seh- oder Augentraining beschränkt sich deshalb nicht nur auf die Augen, sondern betrifft den ganzen Körper. Mit entspannenden und stärkenden Übungen werden Auge und Gehirn zunächst entspannt und dann trainiert.

Wie geht das konkret?

Nehmen wir das Beispiel der Computerarbeit. Hier hilft eine kurze Trainingseinheit, die Augen aus dem monotonen Nah-Sehen zu lösen. Das geht so: Beide Füsse gut auf den Boden stellen, sich strecken, recken und gähnen. Dann einen Daumen dicht vor die Augen halten. Den Blick vom Daumen in die Ferne gleiten lassen – idealerweise aus dem Fenster – und wieder zurück. Diesen Blickwechsel mehrmals wiederholen. Augen rund eine Minute schliessen und die Hände dabei über die Augen legen. Einfache Entspannungsübungen wie diese fördern ein lebendiges und aktives Sehen. Das visuelle System wird so individuell gestärkt, stabilisiert oder entwickelt.

Wo setzt Sehtraining beim Auge an?

Im ganzheitlichen Sehtraining werden alle äusseren Augenmuskeln sowie die beiden inneren Muskeln trainiert.

Was ermüdet unsere Augen?

Heutzutage werden die Augen oft den ganzen Tag sehr einseitig beansprucht. Bei Stress reagieren sie empfindlich, die Muskeln können sich verkrampfen, die Pupille reagiert teilweise nicht mehr angemessen. Ein Training aus Achtsamkeit, Entspannung und Vitalisierung ist eine ideale Möglichkeit, selber etwas für seine Augen zu tun. Die Mehrheit der arbeitstätigen Menschen sitzt vor dem Computer – das ermüdet die Augen stark, weil die Distanz stets dieselbe bleibt. Zu kleine Schrift, künstliches Licht und die Reflexionen auf dem Bildschirm tragen zusätzlich zur Ermüdung bei.

Wann kann Augentraining in diesem Fall Entspannung bringen?

  • Bei der Computerarbeit helfen einfache Übungen, den Sehalltag stressfreier zu gestalten: sich zurücklehnen, gut einatmen, ein paar Mal blinzeln, sich strecken und den Blick in die Ferne schweifen lassen.
  • Sind die Augen unter Dauerbelastung, wie zum Beispiel durch exzessives Nah-Sehen, ist Augenentspannung nützlich, um den visuellen Stress zu reduzieren. Eine einfache Übung: Arm strecken, Daumen hoch. Mit dem Daumen vor dem Gesicht eine liegende Acht fahren und dem Daumen mit den Augen folgen.

(Fortsetzung weiter unten…)

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Was bewirkt ein Training mit der Perl- oder Brockschnur?

Die Schnur mit verschiedenfarbigen Holzperlen ist nach ihrem Erfinder Frederick W. Brock (1899–1972) benannt. Heute wird die Perlschnur sowohl in Sehtrainings wie auch zu Testzwecken bei der Analyse im Sehtraining eingesetzt. Mit der Perlschnur wird unter anderem die Konvergenz trainiert. Konvergenz heisst: die Augen richten sich auf einen Punkt in der Nähe, zum Beispiel beim Lesen. Beim Training werden die Perlen in verschiedenen Distanzen mit dem Auge angeschaut. Mit diesem Wechsel trainieren die Augen das abwechselnde Fixieren nah und fern.

Kann man mit Augentraining einer Fehlsichtigkeit präventiv entgegenwirken?

Es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die das belegen würden. Sehtraining ist aber in jeder Lebensphase auch präventiv einsetzbar.

Bereits kleine Kinder können mit lustigen Sehspielen die natürliche Sehentwicklung anregen, zum Beispiel mit Klatsch- und Ballspielen und mit Überkreuzbewegungen. Zum Beispiel ein Luftballonspiel: 3–4 farbige Ballone werden von 2 Kindern so lange als möglich am Schweben gehalten.

Während der Ausbildung oder im Studium können entspannte Augen für entspanntes Arbeiten sorgen. Im Sport wird Augentraining zur Verbesserung der Blicksteuerung eingesetzt, was zur Optimierung von Timing und Speed Control beitragen kann. Im Alter hilft Augentraining, die Augen-Beweglichkeit zu fördern und zu erhalten.

Kann Augentraining gegen «Lazy-Eye» nützlich sein?

Ein «faules Auge», genauer gesagt die Amblyopie, wird auch als «Lazy-Eye-Störung» bezeichnet. Diese Sehstörung tritt meist im frühen Kindesalter auf. Es können ein oder beide Augen davon betroffen sein. Mit einer verordneten Pflastertherapie und allenfalls einer Brille wird das sehschwache Auge trainiert. Ein begleitendes oder anschliessendes Sehtraining kann eine grosse Unterstützung sein, um beide Augen gut in den visuellen Wahrnehmungsprozess einzubinden, dies im Einvernehmen mit dem behandelnden Arzt.

(Fortsetzung weiter unten…)

Wie finde ich das passende Sehtraining?

7 Tipps für entspannte Augen am Computer im Homeoffice:
  1. Bildschirmarbeitsplatz: Entfernung, Höhe und Bildschirmneigung optimal einstellen. Reflexionen und Blendungen vermeiden. Entfernung zum Bildschirm: ca. eine Armlänge.
  2. Computer: Gut einrichten. Schriftgrösse, Buchstaben und Zeichen sollten mühelos lesbar sein.
  3. Licht: am besten Tageslicht, es sollte nicht blenden.
  4. Ernährung: vitaminreiche Zwischenmahlzeiten wie Früchte und Gemüse. Genügend trinken, Wasser und ungezuckerten Tee.
  5. Augenpause: Idealerweise alle Stunden eine Augenpause machen (Blinzeln, Augen sanft rollen, Hände auflegen, Nah-Fern-Sehen, Strecken, Gähnen, Blick in die Ferne schweifen lassen).
  6. Blinzelpausen: Immer, wenn das Telefon läutet, ein paar Mal locker blinzeln, das befeuchtet die Augen.
  7. Lüften: regelmässig lüften und dabei den Blick in die Ferne schweifen lassen.

Ein Sehtraining wird nach einer Analyse durch den Sehtrainer auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt. Das Auge sollte immer wieder trainiert werden. Darum ist es wichtig, das Training kurzweilig und abwechslungsreich zu gestalten. Dadurch lässt es sich einfach in den Alltag integrieren. Die Art des Trainings wird mit dem Augentrainer individuell besprochen und auf das jeweilige Sehthema abgestimmt.

Wann ist der Optiker zuständig, bei welchen Problemen muss man zum Augenarzt?

Die Augenoptiker sind die Ansprechpartner für scharfes Sehen und individuelle Sehlösungen. Die Spezialisten beraten, machen Sehanalysen und Sehtests. Mit modischen Brillen und Kontaktlinsen begegnen sie den gestiegenen Sehanforderungen unserer Zeit.  Alle Erkrankungen, Verletzungen und sonstige Beschwerden rund ums Auge müssen von einem Augenarzt abgeklärt werden. Im Zweifelsfall sollte immer der Augenarzt zu Rate gezogen werden. Der Augenarzt ist für verschiedenste Vorsorgeuntersuchungen zuständig, bei Kindern etwa stellt er Sehschwächen fest, bei Menschen ab 40 Jahren etwa zu hohen Augendruck.

von Silvia Schütz,

veröffentlicht am 12.02.2021


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