Schliessen

Gesünder leben?

Stau im Darm

Rund 20 Prozent der Menschen in Mitteleuropa leiden unter Verstopfung, Frauen deutlich häufiger als Männer, wobei die Häufigkeit von Verstopfungen mit dem Alter zunimmt.

Die normale Häufigkeit von Stuhlentleerungen bewegt sich zwischen drei Mal pro Woche und drei Mal pro Tag, wobei die meisten Menschen üblicherweise ein Mal täglich Stuhlgang haben. Von einer Verstopfung spricht man, wenn einerseits der Stuhlgang mehr als vier Tage ausbleibt oder dessen Häufigkeit deutlich von der eigenen Normalität abweicht und es zu entsprechenden Missempfindungen kommt. Beim Stuhlgang muss dabei unüblich heftig gepresst werden, der Stuhl selbst wird als hart und krümelig empfunden. Die Ursachen für Verstopfungen sind verschieden: Am häufigsten stehen unser Lebenswandel mit Bewegungsarmut und falscher Ernährung, aber auch Verhaltensänderungen auf Reisen im Vordergrund. Zudem gibt es Verstopfungen als Folge von Erkrankungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten.

Genügend trinken

Tipps und Wichtiges in Kürze
  • Verstopfungen sind sehr häufig. Sie treten eher bei Frauen als bei Männern auf und nehmen im Alter zu.  
  • Bewegen Sie sich möglichst täglich (Spaziergänge, Velofahren etc.).  
  • Achten Sie auf genügend Ballaststoffe bei den Mahlzeiten (Gemüse, Salate).
  • Trinken Sie genug, mindestens 2 Liter pro Tag. Gerade wenn Sie Quellstoffe wie Weizenkleie oder Dörrobst verwenden, müssen Sie dazu mindestens ein grosses Glas Wasser trinken.
  • Verwenden Sie abführende Medikamente nur auf ärztlichen Rat und nicht unkritisch über längere Zeit.  
  • Lassen Sie eine auffällige, anhaltende Veränderung des Stuhlverhaltens fachärztlich abklären, da sich auch eine Erkrankung dahinter verstecken könnte.

Regelmässige körperliche Aktivität (insbesondere im Ausdauerbereich) und eine Normalisierung des eigenen Lebensrhythmus (Tag-Nacht-Rhythmus, Aktivitäts- und Ruhephasen) können eine als zu träge empfundene Verdauung schon ausreichend anregen. Die tägliche Zufuhr von Ballaststoffen in ausreichender Menge und vor allem ausreichend Flüssigkeit verhindern eine zu starke Eindickung des Stuhls im Dickdarm und regulieren den Stuhlgang positiv. Obst, Feigen und Sirup (oder Säfte daraus), sowie Dörrobst können auf natürliche Weise eine Verstopfung lindern. Obwohl diverse abführende Mittel und Medikamente auch rezeptfrei erhältlich sind, sollten sie ausschliesslich auf ärztlichen Rat und nur zeitlich begrenzt eingenommen werden, da es bei gewissen Substanzen zu Gewöhnungseffekten oder gar Schädigungen der Darmschleimhaut kommen kann. Bei ganz akuter Verstopfung und schmerzhaftem Stuhlgang können die Klistiere (Einläufe) und Glycerinzäpfchen Linderung verschaffen.

Anhaltende Probleme untersuchen

Bei einer auffälligen Änderung des Stuhlverhaltens und bei langandauernden Verstopfungen muss nach den Ursachen gesucht werden. Erkrankungen wie Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion können ebenso zu Verstopfungen führen wie eine Geschwulst im Darm selbst – bei Verdacht auf das Letztere ist die fachärztliche Abklärung mittels Darmspiegelung angezeigt.


Das könnte Sie interessieren: