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Gesünder leben?

Wenn die Schilddrüse nicht mehr richtig will

Eine Schilddrüsenunterfunktion führt zu ganz unterschiedlichen, unspezifischen Beschwerden. Diese können einfach behoben werden.

Die leichte Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist bei der erwachsenen Bevölkerung relativ häufig. Laut Studien sind 8 Prozent der Frauen und 3 Prozent der Männer davon betroffen. Mit steigendem Alter nimmt die Krankheit zu und kann bei über 65-Jährigen bis zu 18 Prozent betragen. Schwere, manifeste Schilddrüsenunterfunktionen finden sich bei rund 1 Prozent der Bevölkerung.

Fehlendes Jod als Ursache

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Dr. André Dietschi

Facharzt für Allgemein- und Sportmedizin. Er arbeitet im Santémed Gesundheitszentrum Diepoldsau/Heerbrugg SG.

Das Spurenelement Jod ist der Baustein der zwei Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Da in Mitteleuropa der grösste Teil des Ackerlandes jodarm ist, führte das Fehlen von Jod in der Nahrung früher zu einer Vergrösserung der Schilddrüse, es entstand der Kropf – ein «Markenzeichen» der alpenländischen Bevölkerung. Fehlt das Jod in der frühkindlichen Entwicklung, kommt es zu einer geistigen Mangelentwicklung, Kretinismus genannt. Deshalb besteht seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Schweiz die gesetzliche Pflicht, auf dem Markt jodiertes Salz anzubieten, um diesen Mangel und dessen Folgen auszumerzen.

Vielseitige Funktion

Selber abtasten

Die erwähnten Symptome können auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen. Bei einer Blutuntersuchung sollten diese Parameter neben anderen mituntersucht werden.

Wenn Sie einen Knoten links oder rechts der Luftröhre spüren, lassen Sie dies abklären. Die Methode der Wahl ist heute der Ultraschall mit Hochfrequenzsonde, natürlich neben der Blutuntersuchung.

Verwenden Sie nur jodiertes Salz.

Wie ein Schmetterling mit seinen zwei Flügeln liegt die Schilddrüse links und rechts der Luftröhre. Sie produziert die zwei Schilddrüsenhormone T3 und T4, die sehr viele Vorgänge (vor allem den Stoffwechsel) regulieren. Die Steuerung der Produktion von T3 und T4 erfolgt über ein Hormon der Hirnanhangdrüse, dem TSH. Dieses gewährleistet, dass für den Körper immer die bedarfsgerechte Menge an Schilddrüsenhormonen produziert wird. Ein Abfall der Produktion von T3 und T4 kann zustande kommen, wenn zu wenig des Steuerungshormons TSH gebildet wird oder wenn die Schilddrüse selber nicht mehr genügend produzieren kann (zum Beispiel wegen Entzündungen oder Alterungsprozessen).

Unerklärliche Gewichtszunahme

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Insbesondere bei leichter Schilddrüsenunterfunktion sind die Symptome nicht sehr spektakulär, werden jedoch allgemein als Verschlechterung der Lebensqualität erfahren. Man ist beispielsweise öfter müde, körperlich und geistig nicht mehr so leistungsfähig, die Stimmung kann bedrückt sein, Kälte wird als unangenehmer empfunden, und das Körpergewicht steigt unerklärlicherweise. Diskutiert werden auch negative Effekte auf den Knochenstoffwechsel und auf Herz und Kreislauf.

Einfache Behandlung

Eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann mithilfe eines Blutuntersuchs (Bestimmung von TSH, T3 und T4) erfasst werden. Die Behandlung ist einfach: Schilddrüsen­hormone können in Tablettenform zugeführt werden. Die benötigte Dosis ist meist innerhalb weniger Blutkontrollen gefunden.

Publiziert am 29.05.2017,

von Dr. med. André Dietschi


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