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Gesünder leben?

Welche Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll?

Rund 50% der Schweizer Bevölkerung nutzen die Möglichkeit der Vorsorgeuntersuchungen. Doch welche Früherkennungsmassnahmen haben sich bis heute als sinnvoll erwiesen und welche nicht? Eine Übersicht.

Die Vorsorgeuntersuchung hilft mögliche Krankheiten schon im Frühstadium zu erkennen und auch präventiv agieren zu können. Grundsätzlich eine sehr sinnvolle Leistung in der Medizin. So dienen sie unter anderem zur Erkennung von Indikatoren und Krankheiten, die vor allem das Herz und Gefässsystem betreffen. Wertvolle Hinweise liefern Vorsorgeuntersuchungen auch bei der Früherkennung von Krebs, wie Gebärmutterhals-, Brust-, Haut- oder Dickdarmkrebs. Weiter finden die verschiedenen Untersuchungen Anwendung bei Augenerkrankungen wie dem grünen Star, der Vorsorge von Entwicklungsstörungen bei Kindern, der Schwangerschafts- und auch der Zahnvorsorge.

Sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen

  • Blutdruckmessungen ab dem 20. Lebensjahr ca. alle 3-5 Jahre
  • Cholesterinmessungen ab dem 35. Lebensjahr ca. alle 3-5 Jahre, bei Risikofaktoren oder einer familiären Belastung auch häufiger nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt
  • Blutzuckerbestimmungen ab dem 45. Lebensjahr ca. alle 3 Jahre, bei Risikofaktoren oder einer familiären Belastung auch häufiger nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt
  • Ultraschalluntersuchungen der Bauchschlagader ab 50. Lebensjahr ca. alle 5 Jahre
  • Screening Untersuchungen für den Grauen Star ab dem 50. Lebensjahr, ca. alle 3 Jahre
  • Screeninguntersuchungen für Gebärmutterhalskrebs: Abstriche (PAP) zwischen dem 20. Lebensjahr bis 65. Lebensjahr, bei sexuell aktiven Frauen
  • Darmspiegelungen ab dem 50. Lebensjahr alle 10 Jahre bis zum 70. Lebensjahr. Bei Risikopatienten mit Darmkrebs in der Familie, Darmpolypen oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind Kontrollen in der Regel alle 3 - 5 Jahre sinnvoll, in seltenen Ausnahmen auch kürzeren Abständen, die durch den Gastroenterologen je nach Befund festgelegt werden.
  • Schwangerschaftsuntersuchungen nach Empfehlung des Gynäkologen, wobei das Ausstellen eines Mutterpasses sehr zu empfehlen ist.
  • Regelmässige Untersuchungen beim Kinderarzt, zunächst entwicklungsbedingt in kürzeren, später dann in grösseren Abständen
  • Jährlicher Zahnarztbesuch

(Lesen Sie unten weiter...)

Tipps

Bevor man vorsorgliche Checks machen lässt, berät man sich am besten mit seinem Hausarzt und stellt gemeinsam einen personifizierten und auf die eigenen Risikofaktoren zugeschnittenen Vorsorgeplan auf.

Nicht alle Vorsorgeuntersuchungen werden von der Krankenversicherung im Rahmen der Grundversorgung oder Zusatzversicherung übernommen. So empfiehlt sich mit der Krankenversicherung die Kostenübernahme abzuklären.

Umstrittene Vorsorgeuntersuchungen

Die Mammographie der weiblichen Brust gehört zu den eher umstrittenen Untersuchungen. In vielen Studien hat sich kein bestätigter Nutzen gezeigt. Bei einer familiären Häufung von Brustkrebs wird die Mammographie bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr aber als sinnvoll erachtet.

Die Bestimmung des PSA (ein Eiweissstoff aus der Prostata) ist sinnvoll bei Männern ab dem 50. Lebensjahr bei einer familiären Häufung von Prostatakrebs. Ansonsten hat sich der Nutzen der Untersuchung nicht bestätigt.

Ebenso umstritten sind die “Stuhlbriefchen”: Der Stuhl wird auf Blutbeimischung untersucht und gilt als eher unspezifische Methode mit häufigen falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnissen.

von Dr. med. Iris Schwarzfischer,

veröffentlicht am 18.10.2017, überarbeitet am 18.11.2020


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