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Die Menstruation wird salonfähig

Lange litten Frauen jeden Monat still vor sich hin. Nun trauen sich immer mehr, über diese natürliche Sache zu sprechen und finden damit auch zu einer positiveren Einstellung.

Wenn Frauen ihre Tage haben, stecken sie verstohlen ein Tampon in die Hosentasche und verschwinden auf der Toilette. Können sie wegen Krämpfen einmal im Monat nicht arbeiten, schieben sie eine Darmgrippe vor. Und ein kleines Missgeschick wie ein roter Fleck am Gesäss ist den meisten überaus peinlich.

Über die Menstruation zu sprechen ist auch im Jahr 2021 noch ziemlich ungewöhnlich. Und dies trotz diverser feministischer Aktionen, mit denen die Monatsblutung enttabuisiert werden soll. Aufsehen erregt hat etwa die Amerikanerin Kiran Gandhi, die bei einem Marathon 2015 das Blut die Beine hinunterlaufen liess. Und auch das Bild der sechs Spanierinnen in weissen Shorts mit rot durchtränktem Schritt ging um die Welt.

Frauen stellen Forderungen

«Langsam kommt Bewegung in die Sache», stellt Regina Widmer fest. Die Gynäkologin in der Solothurner Gemeinschaftspraxis Runa freut sich, wenn Frauen die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Hygieneartikel fordern, oder dass sie bei Mens-Beschwerden krankgeschrieben werden oder zuhause arbeiten können. «Die männergeprägte Gesellschaft muss endlich anerkennen, dass Frauen einen Zyklus haben und nicht immer gleich leistungsfähig sind», findet die Ärztin. Es sei wichtig, dass Frauen, die starke Schmerzen haben, ernst genommen und unterstützt werden.

Mit dem Zyklus leben

Eine Enttabuisierung könne aber auch dazu beitragen, dass Frauen zu einem positiveren Umgang mit ihrer Menstruation finden, ist die 64-Jährige überzeugt. «Die Periode gehört zum Frausein.» Vielen helfe es, wenn sie sich an diesen Tagen etwas zurückziehen und sich Sorge tragen können – etwa eine warme Bettflasche auf den Bauch legen sowie krampflösende pflanzliche Tropfen und Tees zu sich nehmen. (Siehe auch die Merkblätter der Frauenpraxis Runa.)

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So benutzen Sie eine Menstruationstasse
  • Zusammendrücken, bis ein W oder S entsteht.
  • Tasse bis etwa in die Mitte der Vagina einführen. Sie sollte am Eingang der Vagina nicht spürbar sein.
  • Bei normal starkem Blutfluss kann man sie bis zu acht Stunden drin lassen.
  • Beim Entfernen zuerst mit einem Finger am Rand den Unterdruck lösen und dann an der Spitze herausziehen. Ausleeren und unter fliessendem Wasser spülen.
  • Die Tasse kann während vielen Jahren immer wieder verwendet werden.
  • Auch Sex ist mit einer Tasse möglich, wenn sie ganz hochgeschoben wird.

In Widmers Praxis hängt seit vielen Jahren eine Art Girlande mit bunten Menstruationstassen, welche sie auch ihren Patientinnen empfiehlt. Die Silikon-Becher, die in die Vagina eingeführt werden, sind in den letzten Jahren populär geworden.

Viele Frauen schätzen sie, weil sie damit Abfall vermeiden können. Zudem trockne die Vagina weniger aus als mit Tampons, sagt Widmer. Gut sei auch, dass Frauen sich beim Einführen im Intimbereich anfassen müssen. «Frauen sollten ihre Geschlechtsorgane gut kennen und sich mit ihnen beschäftigten. Dies fördert das sexuelle Selbstbewusstsein.»

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von Andrea Söldi,

veröffentlicht am 31.03.2021, angepasst am 13.04.2021


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