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Gesünder leben?

Mit feinen Stichen schmerzfrei

Dry Needling ist eine noch wenig bekannte Methode zur Schmerzreduktion und zur Muskelentspannung. Wie es funktioniert.

Dry Needling kann Schmerzen lindern und Muskelverspannungen lösen. Dazu braucht es sterile, dünne Akupunkturnadeln, gute Hygiene und Fachwissen. Der Therapeut sticht die Nadeln in sogenannte Triggerpunkte. Das sind die Stellen in einem Muskelstrang, die beim Draufdrücken stark schmerzen. Die Ursache ist ständiges Anspannen des Muskels aufgrund einer Überlastung oder Fehlhaltung wie beispielsweise beim «schlechten» Sitzen vor dem Computer.

Bei welchen Beschwerden kann Dry Needling helfen?

Die Triggerpunkte in den Muskeln können selbst schmerzhaft sein, sie können aber auch Schmerzen an entfernteren Orten auslösen. Kopfweh, Nacken-, Schulter- oder Armschmerzen und auch Überlastungsschäden durch zu viel Sport lassen sich mit Dry Needling oft wirksam behandeln. Behandelt man den Triggerpunkt erfolgreich, verschwinden auch die Schmerzen an den entfernten Stellen.

Warum hilft Dry Needling?

Beim kaum spürbaren Einstich in den Triggerpunkt kommt es meist zu einem kurzen Zucken im verspannten Muskelstrang. Viele Patienten empfinden dies als lösenden «Wohlschmerz», die Muskelanspannung lässt merklich nach und die Beweglichkeit verbessert sich. Es gibt verschiedene Theorien, was dabei genau passiert. Mit Dry Needling allein ist es aber nicht getan, denn es beseitigt nicht die Ursache der Verspannung im Muskel. Nötig ist danach ein gutes Muskeltraining. Andernfalls sind die Beschwerden meist nach wenigen Wochen wieder zurück.

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Kann es Komplikationen geben?

Ja, am häufigsten sind dies ein Bluterguss an der Stichstelle und ein mehrere Tage anhaltendes Gefühl wie bei einem Muskelkater. Selten sind allergische Reaktionen auf die Nadeln. Unkundig ausgeführt, kann zum Beispiel die Lunge verletzt werden. Bei guter Ausbildung des Therapeuten gilt die Methode aber als sicher.

Wann sollte man Dry Needling nicht anwenden?

Dry Needling wird nicht angewendet bei grippalen Infekten, Fieber, Hautinfektionen, Gefühlsstörungen, im Bereich von Tumoren, bei erhöhter Blutungsneigung (zum Beispiel Einnahme von Blutverdünnern) oder bei Mangel an weissen Blutkörperchen. Während einer Schwangerschaft oder bei Furcht vor Nadeln sollte es ebenfalls nicht gemacht werden.

Wer macht es?

Nur Physiotherapeuten und Ärzte mit einer Ausbildung in Dry Needling dürfen die Methode nach bestandener Prüfung anbieten. Sie haben fundierte Kenntnisse in Anatomie sowie Hygienevorschriften und wissen, wo Dry Needling sinnvoll sein kann und wo die Grenzen dieser Methode sind. Therapeuten findet man unter www.dryneedling.ch

von Fabienne Meier,

veröffentlicht am 23.03.2020, überarbeitet am 30.03.2020


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