Wenn Küssen krank macht

Fast alle Menschen tragen das Epstein-Barr-Virus in sich, den Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Übertragen wird die Krankheit meist im Teenager-Alter beim Küssen.

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Dr. med. Martin Narozny

Facharzt Orthopädische Chirurgie FMH, Sportmedizin SGSM, er arbeitet bei Medbase in Zürich.

Doch es kann auch Erwachsene treffen. Radrennfahrer Stefan Küng und Tennisstar Roger Federer sind nur zwei prominente Opfer des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Beide mussten das Training wochenlang aussetzen, um sich zu erholen. Bei anderen Sportlern führte diese Erkrankung zu einer monatelangen Trainingspause.

Normalerweise tritt diese Erkrankung nur einmal im Leben auf. Bei Spitzensportlern kann es aber besonders nach intensiven Wettkampfbelastungen, wenn das Immunsystem geschwächt ist, zu einer Reaktivierung des Pfeifferschen Drüsenfiebers kommen. Was steckt hinter diesem Virus?

An diesen Symptomen erkennt man das Fieber

Fast alle Menschen tragen das Epstein-Barr-Virus in sich, den Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Das Virus stammt aus der Gruppe der Herpesviren. Da es durch Speichel übertragen wird, hat die Erkrankung im englischen Sprachraum den Namen kissing disease erhalten.

95 Prozent aller Menschen kommen irgendwann im Verlauf ihres Lebens mit dem Virus in Kontakt. Während Kinder meist nur wenige Beschwerden zeigen, kommt es bei Erwachsenen zu Fieber, Rachenentzündung und Schwellung von Halslymphknoten. Oft werden auch verminderte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und Appetitlosigkeit festgestellt. In 50 Prozent der Fälle kommt es zu einer Milzschwellung und etwas seltener zu einer Leberentzündung.

Die akuten Symptome klingen in der Regel innerhalb von zwei Wochen wieder ab. Restbeschwerden, wie Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit, können jedoch über Monate andauern. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, hilft nur sich zu schonen.

Der Körper bestimmt das Tempo

Bis heute gibt es keine Therapie, die die Ursache bekämpft. Ruhe und Geduld sind die einzigen wirksamen Massnahmen. Häufig wollen Betroffene jedoch zu früh wieder in den gewohnten Alltag zurück und trainieren auch zu intensiv. Langwierige Verläufe können die Folge sein.

Wer aber auf seinen Körper achtet und auf Krankheitssymptome angemessen reagiert, kann in der Regel vier Wochen, nachdem das Drüsenfieber ausgebrochen ist, wieder mit einer körperlichen Belastung beginnen.

In der Regel erkrankt man nur einmal daran. Nur in seltenen Fällen kann es später zu einem erneuten Ausbruch der Krankheit kommen.

Publiziert am 07.08.2017,

von Dr. med. Martin Narozny

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