Asthma ist nicht gleich Asthma

Die Diagnose «Asthma» stimmt oft nicht. Das zeigt eine Studie mit über 600 Erwachsenen. Fachleute raten, den Befund in Abständen zu überprüfen.

Befund überprüfen

Die Studie zeige, wie wichtig es sei, von Zeit zu Zeit zu überprüfen, ob die Diagnose «Asthma» noch zutreffe, kommentieren zwei Experten das Ergebnis.

Quelle: Aaron SD et al: Reevaluation of Diagnosis in Adults With Physician-Diagnosed Asthma. «JAMA» 2017;317(3):269-279 (Zusammenfassung der Studie, Englisch)

Bei allen Studienteilnehmern hatte ein Arzt in den fünf Jahren zuvor mindestens einmal Asthma diagnostiziert. Doch bei genauer Überprüfung mit Lungenfunktionstests stellte sich heraus, dass diese Erkrankung bei jedem dritten Patienten gar nicht (mehr) bestand.

Ob sich das Asthma mit der Zeit «auswuchs» oder ob die Diagnose falsch war, bleibt offen. Jeder Vierte, der zuvor täglich Medikamente gegen das vermeintliche Asthma genommen hatte, konnte diese gefahrlos absetzen. Fast alle waren ein Jahr später immer noch beschwerdefrei.

Lungenfunktionsprüfung zwingend

Die Diagnose Asthma sollte nur gestellt werden, wenn eine Lungenfunktionsprüfung dies belegt. Von den 203 Patienten, bei denen in der Studie kein Asthma nachweisbar war, konnten sich 119 jedoch nicht daran erinnern, dass bei ihnen jemals ein solcher Test gemacht wurde.

Bei zwölf Teinehmenden der Studie fanden die Wissenschaftler andere, teils ernsthafte Erkrankungen als Ursache für die vermuteten Asthmabeschwerden. Dazu zählten beispielsweise Angststörungen, Herzerkrankungen oder Verengungen unterhalb des Kehlkopfs.

Publiziert am 09.03.2017,

von Martina Frei


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