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Gesünder leben?

Im Stehen arbeiten ohne Nebenwirkungen

Beim Arbeiten ständig auf den Beinen zu sein, ist anstrengend. Was es braucht, damit Rücken- und andere Beschwerden nicht zum Thema werden. Die Tipps der Rheumaliga.

Sie arbeiten vorwiegend im Stehen? Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft. 36 Prozent der Erwerbstätigen in der Schweiz sind während mindestens drei Viertel ihrer Arbeitszeit auf den Beinen.

Mit den folgenden Tipps reduzieren Sie die Belastung für Ihren Körper:

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Wer ist betroffen?

Verkaufs-, Logistik-, Produktions-, Schalter-, Küchen- und Servicepersonal, Reinigungsangestellte oder Coiffeure, sie alle arbeiten vorwiegend im Stehen. Heben und Tragen gehören dabei häufig zum Job. Sie wollen mehr wissen? Bestellen Sie kostenlos die Rheumaliga-Broschüre «Im Beruf auf den Beinen».

Bewegen Sie die Bandscheiben

Die Bandscheiben beziehen ihre Nährstoffe aus dem umliegenden Gewebe. Voraussetzung dafür ist die regelmässige Be- und Entlastung der Bandscheiben. Nur, wenn der Druck zwischendurch wieder abnimmt, können sie sich vollsaugen und gesund bleiben.

  • Tipp: Bewegen Sie sich regelmässig. Wechseln Sie Ihre Position mindestens alle zwei Stunden. Stützen Sie zwischendurch zum Beispiel Ihre Hände am Becken ab und lehnen Sie sich leicht nach hinten. Im Idealfall gehen oder sitzen Sie zwischendurch. So versorgen Sie ihre Bandscheiben gut mit Nährstoffen.

Stehen ist nicht gleich stehen

Die Körperhaltung bestimmt den Druck auf die Gelenke. Eine gebeugte Haltung, ein vornüber geneigter Oberkörper, ein abgedrehter Kopf oder hochgezogene Arme und Schultern stellen zusätzliche Belastungen dar. Wirken Sie diesen mit einer natürlichen, aktiven Haltung entgegen.

  • Tipp: In der aktiven Haltung stehen oder sitzen Sie aufrecht und halten den Kopf gerade. Die Füsse sind hüftbreit auf dem Boden verankert. Beide Schultern sind entspannt. So stehen die Gelenke übereinander.

Gelenkschonend heben und tragen, Hilfsmittel nutzen

In vielen Stehberufen ist nicht nur das Stehen eine Belastung für den Körper. Europaweit leiden Millionen von Menschen auch an Schmerzen durch (falsches) Heben und Tragen schwerer Lasten.

  • Tipp: Achten Sie beim Hochheben, Tragen und Niedersetzen von Lasten auf einen geraden Rücken. Diese Haltung schützt vor Rückenproblemen. Bücken Sie sich nur so weit wie nötig. Verwenden Sie wo möglich Hilfsmittel (z.B. Rollwagen).

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Wählen Sie die richtige Arbeitshöhe

Beugen Sie Ihren Arm im rechten Winkel, die Schultern bleiben locker. Die Ellbogenunterseite dient nun als Referenzpunkt für die Höhe der Tischoberkante (Ellbogenregel). Je nach Schwere der ausgeübten Tätigkeit variiert die Arbeitshöhe. Bei sehr feinen Arbeiten (zum Beispiel als Goldschmied) sollte die Arbeitsfläche höher sein als der Ellbogenbezugspunkt; bei schwerer Arbeit, bei der mit Druck gearbeitet und viel Körpergewicht zum Einsatz gebracht werden muss (Beispiel Schreiner), hingegen tiefer.

  • Tipp: Passen Sie die Arbeitshöhe an Körpergrösse, Tätigkeit und Kraftaufwand an. Ist der Steharbeitsplatz nicht in der Höhe verstellbar, sollte die Arbeitshöhe auf die grösseren Menschen ausgerichtet sein. Für kleinere Personen kann mit einem Podest ein Ausgleich geschaffen werden.

Dämpfen Sie Schläge

Optimal für Steharbeitsplätze ist ein elastischer Bodenbelag. Stehen und Gehen auf solchem Untergrund ist weniger schnell ermüdend. Aber auch gutes Schuhwerk wirkt rascher Ermüdung entgegen.

  • Tipp: Tragen Sie gute Schuhe mit guten Schuhsohlen. Hilfreich kann auch ein Schuhwechsel im Laufe des Tages sein. Die Muskulatur wird dadurch unterschiedlich beansprucht, was Beschwerden vorbeugt. Auch Kompressionsstrümpfe können helfen.

Nutzen Sie Stehhilfen und Wartezeiten

Stehhilfen verringern die Belastung auf die Beine erheblich. Sie empfehlen sich vor allem für Personen, die ihre Arbeit über längere Zeit am selben Ort verrichten müssen. Bei Steharbeitsplätzen in der Produktion oder im Büro empfiehlt sich eine Aufstützhilfe für den Fuss. Wird ausschliesslich im Stehen gearbeitet, sind Stühle im Pausenraum ein Muss.

  • Nutzen Sie Steh- und Aufstützhilfen. Profitieren Sie von kurzen Wartezeiten um sich hinzusetzen oder für eine Entlastungsübung. Verbringen Sie Ihre Pausen im Sitzen, idealerweise mit hochgelagerten Beinen.

von Barbara Zindel,

publiziert am 27.03.2018


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