Schliessen

Gesünder leben?

Was tun bei Haarausfall?

Männer bekommen eine Glatze, Frauen schütteres Haar. Bei einigen beginnt der Haarausfall schon sehr früh, manchmal bereits vor dem 20. Lebensjahr. In einigen Fällen lässt sich der Haarschwund behandeln.

Was ist Haarausfall überhaupt?

Ein einzelnes Haar auf dem Kopfkissen, drei weitere im Waschbecken und fünf in der Haarbürste – das ist noch kein Haarausfall, sondern völlig normal.

Gehen täglich hingegen mehr als etwa 100 Haare verloren, und das über einige Wochen, oder entstehen einzelne haarlose Stellen, dann kann man von Haarausfall sprechen. Der Ausfall kann vorübergehend sein oder zu Haarlosigkeit führen. Letzteres ist viel häufiger.

Von Haarausfall können Männer und Frauen betroffen sein. Rund die Hälfte der Männer über 50 Jahre haben eine Glatze. Frauen leiden ebenso häufig unter Haarausfall. Sie haben aber seltener eine Vollglatze, sondern eher schütteres Haar.

Ursachen für den Haarausfall

Jedes Haar durchläuft einen Zyklus. Dieser besteht aus einer Wachstums-, einer Übergangs- und einer Ruhephase. Der Hauptteil unserer Haarpracht befindet sich im Wachstum, ein kleiner Teil allerdings auch im Übergangs- und im Ruhestadium. Nachdem die Haare ihre Stoffwechselaktivität eingestellt haben, fallen sie aus.

Es muss also kein unnatürlicher Haarausfall vorliegen, wenn Sie Haare verlieren. Aufpassen sollte man dennoch, denn manchmal trügt der Schein nicht. Verschiedenste Faktoren können vorübergehend zu vermehrtem Haarverlust führen. Stress, Krankheiten, Nährstoffmangel und Medikamente sind nur einige Beispiele.

In einigen Fällen sind aber die Gene mitverantwortlich, wenn mit der Zeit die Kopfhaut durchschimmert. Bestimmte Erbgutanteile bewirken, dass die Haarwurzeln unter dem Einfluss körpereigener Hormone ihre Funktion einstellen. Es kommt zum anlagebedingten Haarausfall. (Lesen Sie unten weiter...)

Weitere Tipps für die Pflege von Haut, Haaren und Nägeln

Medikamente gegen Haarausfall?

Alternative Therapien

Eine Alternative zur medikamentösen Behandlung bilden Haartransplantationen.

Sind Auslöser einer Glatze Faktoren wie Stress oder Krankheiten, dann können sie alternativ behandelt werden. Da die optimale Versorgung der Körperzellen mit Vitalstoffen auch für die Haarwurzeln essenziell ist, können folgende Ansätze helfen:

  • Ernährung umstellen
  • den Körper mit nötigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgen
  • bei der Wahl von Lotionen und Shampoos auf natürliche Produkte setzen

Bemerken Sie solche Anzeichen oder haben das Gefühl, die Haarpracht wird merklich dünner, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der kann nach den Ursachen forschen und feststellen, ob Sie wirklich zu viele Haare verlieren.

Wer den Haarausfall nicht tatenlos hinnehmen möchte, der kann ihn medikamentös bekämpfen. Es gibt zwei Wirkstoffe, die den genetisch bedingten Haarausfall bremsen. Minoxidil und Finasterid. Die Substanzen helfen, die Haarwurzeln lebendig zu erhalten. Beide wirken nur, solange man sie anwendet und auch nur dann, wenn noch aktive Haarfollikel vorhanden sind. Finasterid wirkt zudem bei Frauen nicht.

Finasterid ist in Europa seit 1992 zugelassen und wird seit 1994 für die Behandlung des milden bis moderaten Haarausfalls eingesetzt. Es wirkt spezifisch an den Haarfollikeln, vermindert deren Testosteronempfindlichkeit und damit auch den Haarausfall.

Minoxidil, das direkt auf der Kopfhaut angewendet wird, fördert die Durchblutung der Follikel. Aktuell ist es eines der bewährtesten Mittel gegen Haarausfall bei Frauen wie Männern.

Bei beiden Medikamenten können, wenn auch selten, Nebenwirkungen auftreten. Bei Finasterid sind dies zum Beispiel Libidoverminderung, Erektionsschwäche oder Depressionen.

Bei Minoxidil kann es unter anderen zu Irritationen der Kopfhaut, Rötungen, Juckreiz, Schuppenbildung oder Hypertrichose (übermässiges Haarwachstum inklusive Gesichtshärchen bei Frauen) kommen.

von Dr. med. Vassiliki Bekou,

publiziert am 05.12.2018


Das könnte Sie interessieren: