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Gesünder leben?

Nagelpilz? Das hilft

Gelnägel und viel Sport in Turnschuhen begünstigen die Infektion mit Nagelpilzen. Hilfreich ist zum Beispiel, die Füsse nach dem Duschen zu föhnen.

Modefreaks mögen sich über «Flip Flops» oder «Adiletten» streiten. In gesundheitlicher Hinsicht haben sie hingegen einen Vorteil: Wer in der warmen Jahreszeit viel in solchen offenen Sandalen herumläuft, bekommt seltener Nagelpilz. Die Nägel bleiben so trocken – Nagelpilze aber mögen es gern feucht.

Deshalb befallen solche Pilze – von denen es mehrere Arten gibt – vor allem die Nägel an Füssen, die ständig in geschlossenen Schuhen stecken und schwitzen.

Etwa einer bis zwei von hundert jungen Erwachsenen hat Nagelpilz, bei den Sportlern, die oft Turnschuhe tragen, sind es mehr. Bei älteren Erwachsenen sind ungefähr sechs von hundert von Nagelpilz betroffen. Ein Grund dafür ist, dass bei Senioren Durchblutungsstörungen und Diabetes häufiger vorkommen. Beides kann der Infektion mit Hautpilzen Vorschub leisten, weil diese Erkrankungen die lokale Immunabwehr schwächen. 

Häufig der Nagel des grossen Zehs betroffen

Breitet sich ein Pilz im Nagel aus, wird dieser zuerst am vorderen Ende bröselig und verfärbt sich gelblich oder weiss. Diese Veränderungen dehnen sich allmählich zur Nagelwurzel hin aus.

Am häufigsten sind die Grosszehennägel betroffen, selten die Fingernägel. Letzteres passiert vor allem bei Menschen, die mit ihren Händen berufsbedingt oft in feuchtem Milieu arbeiten wie etwa Tellerwäscher oder Gärtner. Auch unter Acrylnägeln können Nagelpilze gut gedeihen.

Was tun gegen die lästige Infektion? Eine Hilfe bieten frei verkäufliche Anti-Nagelpilz-Lacke. Führen sie innerhalb von zwei Monaten nicht zu einer merklichen Verbesserung, sollte man einen Arzt konsultieren. Entweder stimmt dann die Diagnose nicht und es handelt sich gar nicht um Hautpilz. Oder es braucht «stärkere Geschütze», um des Problems Herr zu werden. Dazu zählen beispielsweise Tabletten mit dem Wirkstoff Terbinafin. Er wird in den wachsenden Nagel eingebaut und «wächst» mit diesem nach vorn. Da Nägel nur langsam wachsen, dauert die Behandlung Wochen bis Monate. (Lesen Sie unten weiter...)

Weitere Tipps für gesunde Füsse

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Das können Sie tun:

  • Kontakt mit Nagelpilzsporen ist kaum vermeidbar, sie sind überall, wo Menschen verkehren. Wichtig ist daher, die Faktoren zu beseitigen, die das Eindringen in den Nagel fördern.
  • Füsse nach dem Duschen abtrocknen, eventuell föhnen, auch die Zehenzwischenräume. Mit einer harnstoffhaltigen Pflegecreme eincremen.
  • Bei Schweissfüssen Talkumpuder in die Socken streuen und täglich Schuhe wechseln, vor allem bei Sicherheitsschuhen und Gummistiefeln.
  • Nägel vor Beginn der Behandlung kurz schneiden.
  • Die chirurgische Entfernung verpilzter Nägel bringt nichts.
  • Erkrankungen wie Schuppenflechte, Nagelwuchsstörungen oder früher schwer verletzte Nägel können Nagelpilz vortäuschen. Im Zweifelsfall zum Arzt gehen.
  • Nach einer Nagelpilzinfektion kann man sich jederzeit wieder damit anstecken.
  • Nagelpilz und Fusspilz treten oft zusammen auf. Fusspilz (häufig im letzten Zehenzwischenraum oder an der Fussohle) behandeln, bevor er die Nägel befällt, zum Beispiel mit Clotrimazol Creme.
  • Nicht nur Pilze, auch Bakterien können Nägel infizieren. Dann braucht es eine spezifische antibiotische Behandlung.

von Dipl. Arzt Florian Diaz Pesantes,

publiziert am 05.07.2019


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