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Gesünder leben?

Was tun bei eingewachsenen Zehennägeln?

Wächst ein Zehennagel ein, kann das extrem schmerzhaft sein. Wie Sie dies verhindern – und welche Rolle dabei die Nagelschere und die Schuhe spielen.

Fingernagel und Beschreibung, dt.
Fingernagel und Beschreibung, dt.
Die Anatomie des Nagels

Meistens führt falsche Fusspflege dazu, dass die Ecken der Zehennägel in das Gewebe eindringen und eine Entzündung mit pochenden Schmerzen verursachen.

Richtig schneiden

Im Gegensatz zu Fingernägeln werden die Fussnägel nicht abgerundet, sondern gerade geschnitten, die Ecken allenfalls mit einer Feile leicht bearbeitet. Ausnahmen: Gerollte Nägel werden eher leicht U-förmig, flache Nägel mit kurzem Nagelbett auch abgerundet gekürzt. Wer sich nicht sicher ist, sollte sich die Prozedur von einem Experten für medizinische Fusspflege (Podologe) demonstrieren lassen.

In allen Fällen gilt: den Nagelfalz in Ruhe lassen und die Zehennägel keinesfalls zu kurz schneiden, sonst ist das Einwachsen fast unvermeidbar. Oft geschieht das auch, wenn an ihnen gerissen oder geknibbelt wird.

Nicht einzwängen

In engen Schuhen werden die Ecken der Fussnägel in das Gewebe gedrückt. Meist ist der grosse Zeh betroffen. Es entsteht dann eine Verhornung, die fälschlicherweise als eingewachsener Zehennagel interpretiert und nicht richtig behandelt wird.

Fussschweiss begünstigt Entzündungen, weil Keime in diesem feuchten Milieu gut gedeihen. Achten Sie also auf atmungsaktive Strümpfe und Schuhe. Wer trotzdem stark an den Füssen schwitzt, dem helfen schweisshemmende Präparate. (Lesen Sie unten weiter …)

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Fussbäder helfen

Etwa fünf- bis zehnminütige Fussbäder mit geeigneten Zusätzen helfen bei der Vorbereitung auf die Pflege. Gerade Männer profitieren davon, da sie häufig sehr harte Zehennägel haben, die im trockenen Zustand leicht splittern. Durch das Fussbad werden Nagel und Haut weicher, und ein eingewachsener Dorn an der Nagelecke lässt sich so vielleicht noch entfernen. Tragen Sie dann gegebenenfalls eine desinfizierende Salbe auf. Die Alternative: Fusspflege unmittelbar nach dem Baden oder Duschen.

Vorbeugen

Das Risiko für eingewachsene Fussnägel kann oft erblich bedingt sein. Das Nagelbett ist dann schmäler, als der Nagel es braucht. Um Problemen vorzubeugen, sollten die Betroffenen versuchen, die Haut und den Nagelfalz stets geschmeidig zu halten. Gut eignen sich Nagelweicher, -cremes oder -öle. Treten Schmerzen auf, sollte umgehend ein Hautarzt aufgesucht werden.

Wichtig: Menschen mit Polyneuropathie und Diabetiker, die wegen Durchblutungsstörungen oder Nervenschäden ein erhöhtes Risiko für Fussprobleme haben, sollten die Pflege einem Podologen überlassen.

Fachgerecht behandeln

In leichten Fällen wird der Podologe getränkte Tamponaden unter die Nagelecken schieben. Die Wattestücke kann der Patient dann nach entsprechender Anweisung selbst regelmässig wechseln. Spezielle Nagelkorrekturspangen entlasten sofort. Die Behandlung dauert mindestens sechs Monate. Bis der Nagel aber lernt, wieder richtig zu wachsen, vergehen mitunter auch ein bis zwei Jahre. In schweren Fällen muss der Arzt operieren.

von Christian Krumm,

publiziert am 20.09.2018


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