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Nagelpilz: Ursachen & Behandlung

Gerade in der Sandalen-Saison kommt Nagelpilz ungebeten. Damit Nagelpilz überhaupt nicht erst entsteht, ist Fusspflege wichtig. Wie erkennt man Nagelpilz und wie wird man ihn los? Erfahren Sie hier, wie Sie Nagelpilz behandeln und was die Ursachen sind.

1. Habe ich Nagelpilz? Diagnose und Symptome

Die Hälfte aller Nagelveränderungen wird von einem Pilz verursacht. Typische Anzeichen und Symptome für Nagelpilz sind, wenn sich die Nägel unschön verfärben und verdicken. «Breitet sich ein Pilz im Nagel aus, wird dieser zuerst am vorderen Ende bröselig und verfärbt sich gelblich oder weiss. Diese Veränderungen dehnen sich allmählich zur Nagelwurzel hin aus», erklärt Florian Diaz Pesantes, Facharzt für Dermatologie bei Medbase Winterthur. Hingegen können manche Erkrankungen wie der Schwarze Hautkrebs Nagelpilz vortäuschen. Deshalb ist bei Nagelproblemen eine  Diagnose durch einen Arzt empfehlenswert.

Mögliche Symptome von Nagelpilz sind:

  • Verfärbungen
  • Verdickungen
  • Eingerissene Nägel
  • Flecken und Streifen
  • Verlust von Glanz auf dem Nagel
  • Brüchige Nägel oder abgespaltene Schichten
  • Entzündungen im Nagelbett
  • Unangenehme Gerüche
  • Juckreiz und Schmerzen

Grundsätzlich muss Nagelpilz aber nicht immer ärztlich behandelt werden. Bei Diabetes, Immunschwäche oder nach einer schweren Hautinfektion am betreffenden Bein ist eine Therapie allerdings ratsam, um weiteren Infektionen vorzubeugen. Das gilt auch, wenn der Nagel schmerzt oder stört.

2. Nagelpilz selbst behandeln

Nagelpilz lässt sich mit Hausmitteln und Cremes auch zuhause selbst behandeln.

  • Bei stark verdickten Nägeln abends harnstoffhaltige Creme (40%) auftragen, den Zeh über Nacht bandagieren.
  • Haut um den Nagel mit Vaseline schützen, am Morgen alles abwaschen. Wiederholen, bis der Nagel weich und gut zu bearbeiten ist.
  • Versuchsweise 48 Wochen lang täglich «Vicks VapoRub» oder eine ähnliche Erkältungssalbe aufstreichen. In zwei Studien half dies bei bis zu 38 Prozent der Betroffenen.

3. Medikamente bei Nagelpilz

Ist die Nagelpilz-Infektion besonders ausgeprägt oder hartnäckig, können auch Medikamente helfen. Wissenschaftlich geprüft sind medizinische Lacke und Lösungen zum Auftragen. «Führen sie innerhalb von zwei Monaten nicht zu einer merklichen Verbesserung, sollte man einen Arzt konsultieren. Entweder stimmt dann die Diagnose nicht und es handelt sich gar nicht um Hautpilz. Oder es braucht stärkere Geschütze, um des Problems Herr zu werden», erklärt Florian Diaz Pesantes.

Bei schwerem Pilzbefall braucht es meist ein Medikament zum Einnehmen. Die Erfolgsquote bei Medikamenten zum Einnehmen liegt bei 60 bis 75 Prozent und ist damit höher als bei den Lösungen. Weil der Wirkstoff in den Nagel eingebaut wird und Zehennägel langsam wachsen, dauert die Therapie 24 bis 48 Wochen. Besonders hartnäckige Nagelpilz-Infektionen werden auch mit kombinierten Therapien behandelt.

4. Ist Nagelpilz ansteckend? Ursachen von Nagelpilz

Ja, Nagelpilz wird durch Schmier- oder Kontaktinfektion übertragen, entweder direkt von Mensch zu Mensch oder über Gegenstände. Die Ansteckung erfolgt zumeist in öffentlichen Bädern, Saunen, Fitness-Studios, Duschen oder Umkleidekabinen, also dort, wo viele Menschen barfuss laufen. Die Pilze werden zum Beispiel durch Hautschuppen übertragen. Darin können die Pilze Tage und Wochen überdauern. Auch eine Fusspilzerkrankung kann eine Nagelpilzinfektion auslösen, wenn diese nicht oder nur unzureichend behandelt wurde.

5. Nagelpilz vorbeugen

Kontakt mit Nagelpilzsporen ist kaum vermeidbar, sie sind überall, wo Menschen verkehren. Wichtig ist daher, die Faktoren zu beseitigen, die das Eindringen in den Nagel fördern. So können Sie einer Pilzinfektion entgehen:

  • In öffentlichen Einrichtungen (Saunen, Schwimmbädern, Hotels etc.) nicht barfuss laufen.
  • Gut passende und bequeme Schuhe aus atmungsaktiven Materialien tragen. Bei Nässe in den Schuhen andere Schuhe wählen, damit die einzelnen Paare trocknen können.
  • Im Sommer viel in offenen Sandalen laufen. So bleiben die Nägel trocken.
  • Füsse nach dem Duschen abtrocknen, eventuell föhnen, auch die Zehenzwischenräume. Mit einer harnstoffhaltigen Pflegecreme eincremen.
  • Bei Schweissfüssen Talkumpuder in die Socken streuen und täglich Schuhe wechseln, vor allem bei Sicherheitsschuhen und Gummistiefeln.
  • Socken aus natürlichen Materialien benutzen und täglich wechseln.
  • Die Nägel regelmässig pflegen.

6. Andere & sich selbst schützen: Hygienemassnahmen bei Nagelpilz

  • Wer sich bereits infiziert hat, sollte ein eigenes Handtuch für die Füsse benutzen und dieses wenn möglich täglich wechseln.
  • Nagelschere oder Feile und Hände nach jedem Kontakt mit dem infizierten Nagel sehr sorgfältig reinigen. Ansonsten besteht Ansteckungsgefahr für andere Körperregionen.
  • Waschen der Socken bei mindestens 60° Celsius kann Pilze abtöten. Zusätzlich kann es für Personen mit Nagelpilz sinnvoll sein, ihre Socken und Schuhe während und nach der Therapie zu desinfizieren, um einer erneuten Infektion vorzubeugen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 28.06.2018, angepasst am 16.11.2021


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