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Gesünder leben?

Riecht da was?

Etwa fünf Prozent aller Menschen haben Mundgeruch. Meist merken sie es gar nicht. Ursache des Übels sind in der Regel Bakterien.

Ein bisschen Mundgeruch hat jeder, vor allem am Morgen. Bei etwa fünf Prozent der Menschen ist der Mundgeruch jedoch so stark, dass er unangenehm auffällt. Oft nehmen die Betroffenen selbst ihn nicht wahr, weil der eigene Geruchssinn sich daran gewöhnt. 

Um herauszufinden, ob man aus dem Mund riecht, hilft es etwa, das Handgelenk an der Innenseite kurz abzulecken und dann daran zu riechen. Oder man bittet einen vertrauten Menschen um einen «Geruchstest».

Andere darauf aufmerksam zu machen, erfordert Fingerspitzengefühl. Am besten spricht man das Problem in einem ruhigen Rahmen an, beschreibt den Geruch, ohne verletzend zu sein, und wählt die Worte so, wie man selbst darauf angesprochen werden wollte. 

Bakterien sind schuld

Schuld am Übel sind meist Bakterien, die im Mund und in den Atemwegen leben. Sie zersetzen abgestossene Schleimhautzellen, Nahrungsreste und Schleim. Dabei entstehen auch unangenehm riechende Abbauprodukte. Besonders Fleisch und sehr eiweissreiche Mahlzeiten liefern den Bakterien die Aminosäuren, aus denen die riechenden Substanzen entstehen.

Zahnbelag, Nahrungsreste zwischen den Zähnen, Karies, tiefe Zungenfurchen, zerklüftete Mandeln – all dies bietet Lebensräume für Bakterien. Und eine geringe Speichelproduktion begünstigt ihr Wachstum. Auch Entzündungen der Mundschleimhaut leisten dem Mundgeruch Vorschub. (Lesen Sie unten weiter...)

So bleiben Ihre Zähne gesund

Zucker gegen Hunger-Mundgeruch

Mundgeruch kann aber auch in der Nase, in der Lunge oder in der Speiseröhre seinen Ursprung haben. Verstärkte Schleimproduktion bei einer Allergie oder schleimgefüllte Nischen in den Lungen können dazu beitragen. Das Gleiche gilt für Hunger. Typischerweise tritt dieser «Hunger-Mundgeruch» meist vor dem Mittag, gegen 11 Uhr, auf und verschwindet, wenn man ein Stückchen Zucker isst.

Schwappt hingegen Magensaft in die Speiseröhre hoch (Reflux), entsteht nebst dem Mundgeruch häufig auch ein salzig-bitterer Geschmack im Mund. Nierenschwäche, Erkrankungen der Leber, des Verdauungstrakts oder Tumore können weitere Gründe für Mundgeruch sein.

Das hilft gegen Mundgeruch

  • gute Mundhygiene inklusive Reinigung der Zahnzwischenräume
  • ein Mal täglich mit Schwarztee gurgeln
  • ein Blättchen Pfefferminze oder andere wohlriechende frische Kräuter kauen
  • Apfel, Kohlrabi oder Rüebli essen
  • Fleisch und Zwiebel­gewächse wie Knoblauch reduzieren oder weglassen
  • auf ausgewogene ­Ernährung achten
  • Mahlzeiten mit einer Frucht zum Dessert beenden
  • Wein und Kaffee ­gemeinsam trinken, so harmonieren die Mundgerüche zwischen den Personen
  • genügend trinken, um die Speichelproduktion anzuregen 
  • bei Reflux Abendmahlzeiten verkleinern
  • auf das Rauchen verzichten
  • vor dem Zubettgehen zuerst Zähne putzen, nach frühestens einer Stunde 
  • Mundwasser durch die Zähne ziehen und damit gurgeln

von Dr. med. Hans-Wolfgang Mahlo,

publiziert am 07.02.2019


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