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Gesünder leben?

Auf den Zahn gefühlt

Was braucht es, damit wir ein Leben lang strahlend lächeln und kräftig zubeissen können? Zahnärzte antworten.

Welche Faktoren verursachen Zahnverfärbungen?

Yvan Paschoud: Es gibt zum einen externe Verfärbungen aufgrund der Ernährung. Da die Zähne durchlässig sind, gelangt ein Teil der Farbstoffe durch den Zahnschmelz hindurch. Zum anderen gibt es das Phänomen interner Verfärbung, genannt Dentinogenese: Das Dentin (Zahnbein) wird mit dem Alter dicker, die Zähne werden gelblich.

Welche Zahnpflegeutensilien empfehlen Sie?

Petra Güttinger: Mit Abstand am nützlichsten ist die Schallzahnbürste, weil sie die Bakterien zerstört. Ob es dann noch Zahnseide, -stocher, Interdentalbürstchen oder Zungenschaber braucht, sollte man mit der Dentalhygienikerin besprechen.

Theorien über das richtige Zähneputzen gibt es zuhauf. Welche stimmt denn nun?

Yvan Paschoud: Nach jeder Mahlzeit sollten die Zähne mit einer weichen oder extraweichen Zahnbürste mindestens zwei Minuten lang geputzt werden. Denn jedes Mal, wenn wir etwas essen, sinkt in den folgenden 30 Minuten der pH-Wert im Mund; die Zähne werden angegriffen. Vorsicht ist auch bei sauren Lebensmitteln und Getränken geboten: Spülen Sie sofort danach den Mund mit Wasser und warten Sie mit dem Zähneputzen fünf bis zehn Minuten, um einer Zahnerosion vorzubeugen. Abends empfehle ich eine sehr sorgfältige Zahnreinigung mit Zahnseide und eine Mundspülung.

Ist Blut beim Zähneputzen ein Grund zur Sorge?

Petra Güttinger: Das sollte abgeklärt werden. Es gibt verschiedene Ursachen für Zahnfleischbluten, aber es besteht stets die Gefahr, dass durch die offenen Stellen Bakterien eintreten, die im ganzen Körper Gesundheitsrisiken darstellen. Zum Beispiel begünstigen sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Lesen Sie unten weiter...)

Wann sollte ein Kind erstmals zum Zahnarzt?

Yvan Paschoud: Wenn es keine Probleme gibt, kann die erste Kontrolle mit drei oder vier Jahren stattfinden. Es ist wichtig, dem Kind schon ab den ersten Milchzähnen beim Putzen zu helfen und als gutes Beispiel voranzugehen. Zudem empfehle ich für Kleinkinder bis 1,5 Jahre Fluortabletten, um den Zahnschmelz widerstandsfähig zu machen. Wenn das Kind dann dieselbe Nahrung zu sich nimmt wie seine Eltern und herkömmliches Salz mit Fluor und Jod zum Kochen verwendet wird, braucht es keine Tabletten mehr.

Und ab welchem Alter soll ein Kind zur Dentalhygiene?

Petra Güttinger: Das muss ein in der Schweiz ausgebildeter Kieferorthopäde individuell beurteilen. Bei Kindern oder Erwachsenen kann eine Korrektur erfolgreich sein. In der Schweiz wird etwa jedes zweite Kind behandelt. Ein Eingriff kostet zwischen 3000 und 15 000 Franken. Eltern tun gut daran, für ihr Kind möglichst früh – am besten schon vor der Geburt – eine Zusatzversicherung abzuschliessen.

Sollen Kindergärtler lernen, Rüebli statt Guetsli zu knabbern?

Petra Güttinger: Grundsätzlich ja. Viel wichtiger als was ist aber, wie oft gegessen wird. Wenn man sich auf drei Hauptmahlzeiten beschränkt und nachher die Zähne putzt, ist schon viel erreicht. Heute haben Kinder jedoch meist eine Flasche mit gezuckerten Getränken bei sich. (Lesen Sie unten weiter...)

Erfahren Sie mehr über die richtige Zahnpflege

Wie bringt man Teenager zum Zähneputzen?

Yvan Paschoud: Der Teenie muss verstehen, dass Zähneputzen für den Erhalt seiner Zähne absolut wichtig ist, denn ansonsten hat er irgendwann keine mehr. Ausserdem müssen Zahnspangenträger ihre Zähne doppelt so gründlich putzen. Denn wenn Essensreste in den Klammern hängen bleiben, kann das Zahnfleisch anschwellen, und es können sich Zahnfleischtaschen bilden, die den Zähnen schaden.

Wann braucht es eine Zahnkorrektur, und wer übernimmt die Kosten?

Yvan Paschoud: Häufig kümmern sich Kinder- und Familienzahnärzte zunächst auch um die Zahnsteinentfernung. Was den Besuch beim Dentalhygieniker angeht, so hängt dieser vor allem vom Zustand der Zähne ab. Gibt es keine Probleme, dann etwa mit vier bis fünf Jahren.

Was tun, wenn ein Zahn herausbricht?

Petra Güttinger: Im Fall eines ganzen Zahns empfiehlt es sich, diesen in Milch oder einer speziellen Zahnrettungsbox mit einer Nährlösung aufzubewahren. Zur Not kann man ihn auch zwischen Backe und Zahnreihe feucht halten. Sofort den Zahnarzt anrufen; ausserhalb der Dienstzeiten wird man per Beantworter an den Notfalldienst verwiesen. 

von Andrea Söldi,

publiziert am 22.01.2019

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