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Gesünder leben?

1,5 Tage mehr gute Laune pro Monat

Forscher haben die «Dosis» an Sport ermittelt, die mit dem besten psychischen Wohlbefinden einhergeht.

Wie viele Tage im letzten Monat haben Sie sich gestresst, niedergeschlagen oder sonstwie psychisch nicht gut gefühlt? Diese Frage stellen US-Forscher jedes Jahr mehr als 400’000 Erwachsenen in 50 US-Bundesstaaten.

Die Antwort: Durchschnittlich 3,4 Tage – wobei es eine grosse Rolle spielt, wieviel sich die Person bewegt. Befragte, die angaben, dass sie Sport treiben, hatten nämlich nur zwei schlechte Tage im Monat.

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Auch Hausarbeit bringt etwas

Noch deutlicher war der Unterschied bei Menschen, die schon einmal an einer Depression gelitten hatten. Sie fühlten sich im Durchschnitt etwa elf Tage im Monat psychisch nicht gut. Fast vier Tage weniger waren es jedoch bei denjenigen, die regelmässig trainierten.

Von den 75 «Sportarten» – Hausarbeit eingeschlossen –, welche die Befragten nannten, gingen Mannschaftssportarten, Velo fahren sowie Training im Fitnessstudio mit dem grössten psychischen Wohlbefinden einher. Hausarbeit brachte immerhin einen halben Tag weniger schlechte Laune.

Die beste Dosis für gute Laune

Auch die beste Dosis für gute Laune ermittelten die Forscher: Wer drei- bis fünfmal pro Woche trainierte, fühlte sich psychisch besser als Personen, die zweimal pro Monat aktiv waren: 2,3 Tage weniger schlechte Stimmung liess sich so herausholen.

Psychisch am besten ging es denjenigen, die laut eigenen Angaben jeweils rund 45 Minuten Sport trieben. Wer dagegen mehr als drei Stunden täglich darauf verwendete, war psychisch vergleichbar häufig schlecht drauf wie Personen, die gar keiner körperlichen Aktivität nachgingen. (Lesen Sie unten weiter...)

Bewegung hilft!

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Sportaholics sind oft schlechter drauf

«Früher dachte man, dass es für die psychische Gesundheit umso besser ist, je mehr Sport man macht. Aber unsere Studie scheint darauf hinzuweisen, dass das nicht der Fall ist. Mehr als 23-mal pro Monat zu trainieren oder länger als 90 Minuten geht mit schlechterer psychischer Gesundheit einher», sagt Adam Chekroud, Assistenzprofessor für Psychiatrie an der Yale University.

Zusammen mit seinen Kollegen wertete er die Angaben von mehr als 1,2 Millionen Menschen in den Jahren 2011, 2013 und 2015 aus. Offen bleibt, ob die Bewegung zu besserer Laune führt oder ob Menschen, die sowieso schon besser drauf sind, auch eher Sport treiben.

Experimente mit ähnlichen Ergebnissen

Chekroud und seine Kollegen halten eine ursächliche Wirkung des Trainings aber für plausibel. Ihr Argument: Auch verschiedene Experimente hätten schon gezeigt, dass Sport der Psyche guttut.

Quelle: «The Lancet Psychiatry»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 04.09.2019


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