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Gesünder leben?

Trainingspausen sind schlecht für die Psyche

Ein Trainingsstopp kann schon nach drei Tagen Folgen haben.

Was passiert, wenn man regelmässig trainiert – und dann plötzlich aufhört? Die Stimmung verdüstert sich. Bereits drei Tage ohne Sport können genügen, damit depressive Symptome auftreten.

Zu diesem Schluss kommen australische Wissenschaftler, die neun Studien ausgewertet haben. In allen Studien sportelten die Teilnehmenden im Minimum drei Monate lang mindestens 1,5 Stunden pro Woche und hörten dann auf. Einige, aber nicht alle von ihnen hatten vorgängig an Depressionen gelitten. 

Frauen stärker betroffen

Im Durchschnitt reagierten die Frauen stärker depressiv auf den Trainingsstopp, verglichen mit den Männern. Dies könne damit zusammenhängen, dass der Tryptophan-Spiegel nach dem Trainingsstopp sinke, spekulieren die Wissenschaftler.

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Die Aminosäure Tryptophan kann der Körper nicht selbst herstellen, er muss sie aus der Nahrung aufnehmen. Sie wird im Körper unter anderem für die Produktion von Nervenbotenstoffen gebraucht. Frauen reagieren psychisch im allgemeinen empfindlicher darauf, wenn der Tryptophan-Spiegel sinkt. 

Problem für Sportaholics

Ausgeprägt war der depressive Effekt des Trainingsstopps aber auch bei den «Sportaholics», also jenen Männern, die geradezu süchtig nach Training waren. Trotz dieser Ergebnisse sind die australischen Wissenschaftler aber nicht zufrieden.

Denn erstens, kritisieren sie, gebe es noch zu wenig Studien, um die Frage umfassend beantworten zu können, wie niedergeschlagen ein Trainingsstopp macht. Zweitens lasse die Qualität – und damit die Aussagekraft – einiger der vorhandenen Studien zu wünschen übrig.

Quelle: «Journal of Affective Disorders»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 19.12.2018


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