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Gesünder leben?

Mit Ayurveda gesund durch den Winter

Jahrtausende alt ist die traditionelle indische Heilkunst Ayurveda. Wie uns die ganzheitliche Alternativmedizin gerade jetzt im Winter schützen und stärken kann.

Darauf beruht Ayurveda

Ayurveda betrachtet die körperliche, mentale, emotionale und spirituelle Ebene. Dabei stützen sich die Ärzte auf drei Säulen: die Beobachtung (Darshana), das Abtasten (Sparshana) und die Befragung (Prashna) des Patienten. Anhand dieser Informationen bekommt der Arzt ein Bild davon, wie die so genannten Doshas verteilt sind. Doshas sind drei Lebensenergien, die alle physiologischen Prozesse im Körper steuern:

  1. «Vata» (Wind) bezeichnet das Bewegungsprinzip. Diese Energie ist verantwortlich für jede Bewegung des Körpers, für die Atmung, das Nervensystem, den Blutkreislauf und die Sinneswahrnehmung.
  2. Unter «Pitta» (Feuer) verstehen Ayurveda-Ärzte das Stoffwechselprinzip. Ihm werden Verdauung, der Hormonhaushalt und der Stoffwechsel zugeordnet.
  3. Zu «Kapha» (Erde) gehören der Flüssigkeitshaushalt, das Immunsystem und die Strukturen im Körper. Ziel ist es, die drei Doshas ins Gleichgewicht zu bringen und darin zu halten.

Im Winter führt die Kälte zu einer Anregung von «Vata»-Energie (siehe Infobox). Deshalb empfiehlt Ayurveda für diese Monate warme Kleidung und eine gehaltvolle Ernährung. Ayurveda-Mediziner raten dazu, sich den elementaren Kräften des Winters auszusetzen: sich zum Beispiel viel im Freien zu bewegen, vielleicht sogar morgens kurz barfuss durch den Garten oder über eine Wiese zu gehen und dabei die Kälte zu spüren. Das wirft das Immunsystem an. Dann reagiert der Körper mit Wärmeprozessen.

Ingwer, Honig und Zitrone zum Apéro

«Die natürliche Reaktion des Körpers auf die kalte Jahreszeit ist, das biologische Feuer im Körper zu verstärken», sagt Dr. Hans H. Rhyner, Ayurveda-Experte aus Appenzell Ausserrhoden: «Wir alle verspüren im Winter mehr Hunger und können auch schwere Nahrung gut vertragen. Das ist gut so, denn das Mehr an Körpergewebe verleiht die lebensnotwendigen Abwehrkräfte. Der Winterspeck wird so zum Schutzschild.»

Um den Appetit zusätzlich anzuregen, empfiehlt er vor jeder Mahlzeit einen speziellen Drink: ein halbes Zentimeter langes, geschältes Stück Ingwer kleinschneiden und mit je einem Teelöffel frischen Zitronensaft und Honig plus drei Zentilitern warmem Wasser vermengen. Diesen Aperitif eine Woche lang bis maximal eine halbe Stunde vor dem Essen einnehmen. (Lesen Sie unten weiter...)

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Mahlzeit: Hülsenfrüchte, Kohlgemüse und Kartoffeln

Winterspeisen sollten jetzt aus gekochten Zutaten bestehen: Hülsenfrüchte, Kohlgemüse und Kartoffeln sind ideal – am besten mit genügend Ghee (Butterschmalz), Salz und etwas Zitronensaft zubereiten. Gut sind jetzt auch «Vata»-reduzierende und stoffwechselanregende Gewürze wie Kreuzkümmel, Lorbeer, gekochter Knoblauch und schwarzer Pfeffer. Sehr gesund in der kalten Jahreszeit: Nüsse, Trockenfrüchte. Milch, Rahm, Reis, Randen, Rüebli, Sesamöl wie auch Geflügel, Eier und helles Fleisch. Und sogar ein Glas Rotwein pro Abend ist erlaubt. Um den negativen Einflüssen des Winterhalbjahrs auf das «Vata»-Dosha entgegenzuwirken, helfen jetzt regelmässige Ölmassagen. Sie entsprechen dem vermehrten Verlangen nach typischen «Kapha»-Werten wie Ruhe, Geborgenheit und Genuss.

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Ayurveda: Kochen für Leib und Seele

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von Brigitte Jurczyk,

publiziert am 21.11.2018


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