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Gesünder leben?

Ansteckung im Flugzeug – wo man besser nicht sitzt

Je nach Sitzplatz beträgt das Risiko, sich zu infizieren, über 80 Prozent. Eine Studie hat dies für die Infektion mit Tröpfchen festgestellt.

Zwei Sitzreihen weiter vorne hustet einer und nebendran leidet der Sitznachbar an Schnupfen – wie wahrscheinlich ist es, dass man sich während des Flugs ansteckt? Das haben US-Wissenschaftler nun für Infektionen ermittelt, die durch Tröpfchen übertragen werden, wie zum Beispiel Grippe.

Ein ansteckender Flugbegleiter infiziert demnach 4,6 Reisende. Ein kranker Passagier dagegen ist fast nur für die elf Mitreisenden ansteckend, die ihm am nächsten sitzen.

Hauptsache weit weg

Wer in der Reihe vor oder hinter diesem Kranken sitzt oder maximal zwei Sitze neben ihm, wird mit mindestens 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit infiziert. Weiter entfernt sitzende Passagiere werden dagegen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von drei Prozent von ihm angesteckt, errechneten die Forscher.

Sie reisten zunächst in zehn Flügen (meist mit einer Boeing 757) innerhalb der USA mit. Acht davon fanden während der «Grippe-Saison» statt. Während der drei- bis sechsstündigen Flüge notierten die Wissenschaftler jede Bewegung von Passagieren und Crew-Mitgliedern.

Saubere Oberflächen

Am Ende wussten sie, wer wie oft und wie lange auf dem WC gewesen war und wer mit wem Kontakt gehabt hatte. Ausserdem nahmen sie 228 bakteriologische Proben von verschiedensten Oberflächen an Bord – in keiner wurden Krankheitserreger entdeckt.

Quelle: «Proceedings of the National Academy of Sciences»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 17.05.2018


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