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Gesünder leben?

Macht Geld krank?

Scheine und Münzen können bei der Übertragung von Krankheiten eine Rolle spielen. Warum Touristen mit manchen Münzen besser fahren als mit Scheinen.

Wer Geld für schmutzig hält, liegt damit – in mikrobieller Hinsicht – gar nicht so falsch. Denn Scheine und Münzen transportieren auch Bakterien zwischen dem Käufer und dem Verkäufer. Hamburger Wissenschaftler haben das kürzlich näher untersucht.

Auf absichtlich bakteriell verschmutzten Euro-Scheinen tummeln sich demnach mehr Mikroben als auf Euro-Münzen. Der Grund: Die meisten Euro-Münzen enthalten hauptsächlich Kupfer, und das hat eine gewisse antibakterielle Wirkung.

Geld in reichen Ländern hat weniger Bakterien

Allerdings verrieten die Wissenschaftler in ihrem Beitrag an einem Infektiologen-Kongress nicht, wie viele Bakterien sie denn gefunden haben. Wohl aber, dass die Münzengrösse eine Rolle spielte. Auf kleinen Centstücken befanden sich weniger Bakterien.

Wie viele Mikroorganismen mit dem Geld «reisen», hängt auch mit der wirtschaftlichen Situation eines Landes zusammen. So waren die Geldscheine in reichen Ländern weniger kontaminiert als solche in ärmeren, fand eine französisch-arabische Forschergruppe schon vor einigen Jahren heraus. Auf indischen Rupien-Scheinen beispielsweise erkannten Wissenschaftler insgesamt 78 verschiedene Krankheitserreger.

Banknoten aus Kunststoff oder Naturfasern

Australien und Neuseeland schnitten beim bakteriellen Währungstest dagegen besser ab, vermutlich weil die Banknoten dort aus Kunststoff bestehen, im Gegensatz zu den baumwoll- und leinenhaltigen Noten in vielen anderen Nationen.

Was auf Geldscheinen alles an Mikroben gefunden wurde, will man als Tourist vielleicht gar nicht so genau wissen. Deshalb nur kurz einige Befunde aus verschiedenen Studien: Cholerabakterien auf dem Geld in Indien und Bangladesh, Salmonellen in China, Irland und den USA, Coli-Bakterien fast überall und Darmwurmeier auf philippinischen Noten.

(Fortsetzung weiter unten …)

Weitere Hygienetipps

Grippeviren und Durchfallerreger

Aber werden die mikrobiellen «Passagiere» denn auch mit dem Geld übertragen? Vermutlich schon, denn auch das haben die Forscher geprüft, mit Grippeviren, Durchfall erregenden Rotaviren, Hautpilzen und anderen. Immerhin: Die Grippeviren waren rasch inaktiviert.

«Noten und Scheine sind ein öffentliches Gesundheitsrisiko», lautete darum das Fazit der Forschergruppe, vor allem, wenn gleichzeitig Esswaren und Geld angefasst würden. Zur Beruhigung für alle Reisenden: Diverse dieser Mikrobenbefunde liegen schon lange zurück. Trotzdem ist es wohl weiterhin ratsam, vor dem Verzehr gekaufter Speisen die Hände zu waschen.

Quellen (alle Links auf Englisch): European Congress on Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ECCMID), «Future Microbiology», «PLOS One»

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 07.07.2020


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