Schliessen

Gesünder leben?

Gewusst wie: Sonnenbrand vorbeugen

Scheint die Sonne, ist er meist nicht weit: der Sonnenbrand. Doch wie genau lässt er sich verhindern? Wir haben für Sie die wichtigsten Sonnenschutz-Tipps zusammengestellt.

Ein Sonnenbrand ist nicht nur schmerzhaft, er ist gefährlich. Denn er kann bleibende Schäden hinterlassen und sogar zu Hautkrebs führen. Dieser wird durch die UVB-Strahlen ausgelöst. Sie können das Erbgut der Hautzellen schädigen. Und auch die UVA-Strahlen, die eigentlich für die Hautalterung verantwortlich sind, können die Entstehung von Hautkrebs fördern. “Jeder Sonnenbrand ist einer zuviel und jede Bräunung ist ein Zeichen dafür, dass die Haut sich schützen will. Es gibt keine gesunde Bräune”, erklärt Dr. med Marianne Lerch, Chefärztin der Allergologie und Dermatologie am Kantonsspital Winterthur.

Wie kann man einen Sonnenbrand vorbeugen?

«Vorbeugen ist besser als heilen»: Diesem Slogan kommt beim Schutz vor einem Sonnenbrand eine speziell grosse Bedeutung zu. Die menschliche Haut ist empfindlich und sie vergisst nie. Zudem gelten Sonnenbrände insbesondere bei Kindern als gefährlich. Verhindert werden können sie relativ einfach. Dies sind die 10 besten Sonnenschutz-Tipps zum Vorbeugen.

  1. Reiben Sie sich 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad mit Sonnencreme ein.
  2. Tragen Sie das Sonnenschutzmittel reichlich und überall auf.
  3. Vergessen Sie keine Körperpartien (wie zum Beispiel Lippen, Ohren oder den Kopf).
  4. Wählen Sie Lichtschutzfaktor 30 bis 50.
  5. Entscheiden Sie sich für einen Sonnenschutz mit Breitbandfilter. 
  6. Cremen Sie sich regelmässig ein, besonders nach dem Baden oder dem Sport.
  7. Setzen Sie eine Sonnenbrille mit UV-Schutz auf.
  8. Achten Sie auf die richtige Kleidung (langbeinig, langärmlig, dunkle Farben, dicht gewoben oder UV-Schutztextilien). 
  9. Schützen Sie Ihren Kopf vor direkter Sonneneinstrahlung, am besten mit einem Hut mit breitem Rand.
  10. Vermeiden Sie Mittagssonne, halten Sie sich idealerweise von 11 bis 15 Uhr im Schatten auf.

Neben den iMpuls-Tipps, haben wir uns auch auf der Strasse umgehört und nachgefragt: “Was machen Sie, um einen Sonnenbrand vorzubeugen?” Sehe Sie die Antworten im Video.

Welchen Lichtschutzfaktor sollte eine Sonnencreme haben?

Bei den Sonnenschutzmitteln ist das massgebende Kriterium der Lichtschutzfaktor (LSF, englisch: SPF). Dieser gibt einen Anhaltspunkt, wie lange man sich in der Sonne aufhalten kann, bis es zu einem Sonnenbrand kommt. Allerdings ist das ein theoretischer Wert, da die Eigenschutzzeit je nach Hauttyp unterschiedlich ist. Der LSF ist somit nur als Richtschnur zu verstehen. Denn er wird im Labor nach standardisiertem Auftragen getestet. Dermatologen empfehlen einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30, bei empfindlicher Haut gar einen Faktor von 50. (Lesen Sie unten weiter...)

Mehr zum Thema Sonnenschutz

Zum Sonnenschutz-Dossier

Wie trägt man Sonnencreme richtig auf?

Im Alltag reiben die Menschen in der Regel viel weniger Sonnenschutzmittel ein als eigentlich nötig wäre. Um den angegebenen Lichtschutzfaktor zu erreichen, müsste eine erwachsene Person rund sieben Esslöffel Sonnencreme verwenden. Für das Gesicht reicht eine haselnussgrosse Menge. Trägt man zu wenig Sonnenschutz auf, reduziert sich die Schutzwirkung. Auch wirken die Produkte zwar sofort, allerdings ist es laut Peter Iti, Chefarzt der Dermatologie am Universitätsspital Basel, ratsam, sie 20 bis 30 Minuten vor der Sonneneinstrahlung einzureiben, weil sie so besser haften. Zudem geht das Sonnenschutzprodukt bei Freizeitaktivitäten und durch Abrieb häufig schnell wieder verloren. Sonnencreme richtig auftragen ist also nicht alles. Es ist auch empfehlenswert sich regelmässig, also nach zwei Stunden, erneut einzucremen - auch ohne den Aufenthalt im Wasser.

Sonnencrème oder Spray: Was eignet sich zum Vorbeugen eines Sonnenbrands besser?

Theoretisch schützt ein Sonnenschutzspray bei gleichem LSF genauso gut wie eine Creme. Die Produkte unterscheiden sich nur in der Textur. Allerdings werden Sprays in der Regel spärlicher aufgetragen, die Schutzleistung ist damit kleiner. Die Filtersysteme werden aber den jeweiligen Texturen angepasst und nach strengen Standards auf ihre Wirksamkeit geprüft. Mithilfe von Filtern ist es hingegen nicht möglich, die Haut vor Infrarotstrahlen (IR-A-Strahlen) zu schützen. Diese Strahlen setzen in den Hautzellen freie Radikale frei und beschleunigen die Hautalterung. Der Schutz der Sun-Look-Produkte setzt deswegen in den Zellen mit antioxidativen Wirkstoffen an, welche diese freien Radikale neutralisieren. (Lesen Sie unten weiter...)

10 spannende Fragen aus dem Expertenchat zum Thema Sonnenbrand

Am 23. Juni 2020 haben wir auf iMpuls einen Expertenchat zum Thema Sonnenbrand durchgeführt.  Die Dermatologen Dr. med Brigitte Kalbacher und Dipl. med. Oliver Das haben Userfragen zum Thema Sonnenschutz beantwortet. Hier finden Sie 10 spannende Fragen aus dem Chat: 

Oliver Das
Dipl. med. Oliver Das

Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Allergologie bei Medbase in Zürich-Oerlikon

Die Schädigung der Haut beim Sonnenbrand entsteht durch die Energie der UV-Strahlung. Innerhalb einiger Stunden entwickelt sich eine Entzündung, die sich in einer schmerzhaften Hautrötung zeigt. Es kann sogar zur Blasenbildung kommen.

Brigitte Kalbacher
Dr. med. Brigitte Kalbacher

Fachärztin für Dermatologie und Venerologie FMH, Leiterin des Medbase Gesundheitszentrum St. Gallen am Vadianplatz

Hallo Helga, man unterscheidet verschiedene Formen: Polymorphe Lichtdermatose, Phototoxische Reaktion, Photoallergische Reaktion, Lichturtikaria. Am häufigsten ist die Polymorphe Lichtdermatose. Es besteht meist eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber UVA-Strahlen. Nach Exposition entstehen Stoffwechselprodukte, die eine meist stark juckende Entzündung in der Haut verursachen. Dies mit einer saisonalen Häufung im Frühjahr bis Frühsommer.

Brigitte Kalbacher
Dr. med. Brigitte Kalbacher

Fachärztin für Dermatologie und Venerologie FMH, Leiterin des Medbase Gesundheitszentrum St. Gallen am Vadianplatz

Hallo Jenny, ja, sie schützen. Allerdings ist zu bedenken, dass ein klassisches weisses T-Shirt dennoch etwa 40% UV-Anteil durchlässt. Deshalb sind farbige Textilien besser geeignet (Farbpigmente machen den Stoff meist blickdichter), das Gewebe sollte fein verwoben sein. Um die Unterschiede zu sehen, kann man den Stoff einfach gegen das Licht halten. Nasse Textilien lassen ebenfalls mehr UV-Licht durch. Es gibt bereits UV-dichte Shirts insbesondere für den Sport.

Oliver Das
Dipl. med. Oliver Das

Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Allergologie bei Medbase in Zürich-Oerlikon

Man sollte sich sogar mehrfach eincremen; etwa alle 2-3 Stunden. Nach dem Aufenthalt im Wasser ebenfalls, sofern die Creme nicht einen fortbestehenden Schutz nach dem Baden garantiert.

Oliver Das
Dipl. med. Oliver Das

Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Allergologie bei Medbase in Zürich-Oerlikon

Babys unter 1 Jahr sollte man immer vor der direkten Sonneneinstrahlung und der Hitze schützen, weil der Eigenschutz sich noch entwickelt. Kleidung, Kopfbedeckung und ggfs. auch eine Sonnenbrille sollten Standard sein. Es gibt im Handel auch Sonnenschutzprodukte, die für Kleinkinder geeignet sind (z. B. auf Mikropigment Basis). Ein Schirm alleine reicht aufgrund der Streustrahlung auf Dauer nicht aus.

Oliver Das
Dipl. med. Oliver Das

Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Allergologie bei Medbase in Zürich-Oerlikon

Der Kopf als "Sonnenterrasse" sollte besonders gut geschützt werden, am besten mit Sonnenschutzöl oder -fluid mit hohem Lichtschutzfaktor (50) oder noch besser mit einer Licht-undurchlässigen Kopfbedeckung.

Brigitte Kalbacher
Dr. med. Brigitte Kalbacher

Fachärztin für Dermatologie und Venerologie FMH, Leiterin des Medbase Gesundheitszentrum St. Gallen am Vadianplatz

Mechanisches Abdecken mit Textilien oder Pflaster ist am sichersten. Falls dies ungeeignet scheint, empfehle ich das Auftragen eines Sonnenschutzes mit einem Faktor 50+. Es gibt dafür auch Sticks, die eine gute Haltbarkeit auf der Narbe erreichen und ausreichend dick aufzutragen sind.

Brigitte Kalbacher
Dr. med. Brigitte Kalbacher

Fachärztin für Dermatologie und Venerologie FMH, Leiterin des Medbase Gesundheitszentrum St. Gallen am Vadianplatz

Kühlen in den ersten Stunden ist absolut sinnvoll. Nützlich sind kühlende Umschläge. Kalter Schwarztee eignet sich dafür gut, denn die vorhandenen Gerbstoffe beruhigen die Haut zusätzlich. Je nach Fläche ist auch das Auftragen von Gurke oder Joghurt eine erprobte Möglichkeit.

Brigitte Kalbacher
Dr. med. Brigitte Kalbacher

Fachärztin für Dermatologie und Venerologie FMH, Leiterin des Medbase Gesundheitszentrum St. Gallen am Vadianplatz

Eine Apres Lotion dient in der Regel zur Kühlung und zur regenerierenden Pflege nach dem Sonnenaufenthalt. Die Schäden eines Sonnenbrandes vermag sie aber nicht auszugleichen. Das heisst, die Beschwerden werden gelindert, der Schaden bleibt leider.

Brigitte Kalbacher
Dr. med. Brigitte Kalbacher

Fachärztin für Dermatologie und Venerologie FMH, Leiterin des Medbase Gesundheitszentrum St. Gallen am Vadianplatz

Hallo Kleeblatt, die Sonnencreme würde ich noch verwenden - es ist allerdings möglich, dass die Schutzwirkung nicht mehr ganz der entspricht, die angegeben ist. Beim Aufbewahren der Creme würde ich darauf achten, sei möglichst kühl zu lagern und auch den Deckel vorher gut zu säubert. Ist die Konsistenz, die Farbe und Geruch nicht beeinträchtigt, kann sie noch verwendet werden - möglichst in ausreichender Menge auftragen.

von Markus Sutter,

veröffentlicht am 30.05.2017, überarbeitet am 28.07.2020


Das könnte Sie interessieren:

Abnehmen, fitter und gesünder werden? Programm starten & Gutschein gewinnen

Jetzt starten
geschenkkarte-gelb.jpg