Schliessen

Gesünder leben?

Die fernöstliche Allergiebehandlung

Die traditionelle chinesische Medizin betrachtet Krankheiten aus einem anderen Blickwinkel als die westliche Medizin. Zur Allergietherapie gehören dort auch warme, leichte Mahlzeiten am Abend und genügend Schlaf.

Frau Xiao, wie entsteht eine Allergie aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin (TCM)?

Solange die «Chi» genannte Abwehrkraft stark ist, kann keine Krankheit entstehen. Geschwächt wird das Chi, wenn der Organismus ins Ungleichgewicht gerät und «Yin» und «Yang» nicht in Harmonie sind. Diese beiden Energien sollten ausgeglichen sein. Ein Mangel an «Yin» und ein Zuviel an «Yang» können Allergien auslösen. Auch Disharmonien in einem Organ oder Störungen entlang der sogenannten «Meridiane» können zu Allergien führen. Diese Meridiane kann man sich wie unsichtbare Energiebahnen vorstellen, die den ganzen Körper durchziehen.

Auf welche Störungen weist eine Allergie hin?

Bei Allergien ist meist der Lungenfunktionskreis betroffen. Heuschnupfen mit verstopfter oder laufender Nase etwa zeigt ein gestörtes Gleichgewicht in der Lunge an. Juckende oder tränende Augen sind meist Ausdruck einer Leberstörung. Asthma kann mit den Nieren oder mit der Milz zusammenhängen.

Und Müdigkeit, mangelnder Appetit, Blähungen oder Durchfall gelten in der TCM als Hinweis auf einen gestörten Milz-Funktionskreis. Man kann die einzelnen Organe aber nicht losgelöst voneinander betrachten. Alles hängt zusammen.

Was ist der Unterschied zur westlichen Medizin?

Die westliche Medizin bekämpft vorrangig die Symptome, zum Beispiel mit Medikamenten, die bestimmte Immunzellen bremsen. TCM-Therapeuten versuchen, den Organismus ganzheitlich zu betrachten und Krankheiten schon im Vorfeld abzuwenden. Zum Beispiel können zu viele Emotionen wie Wut oder Stress oder auch falsche Ernährungsweise «Yin» und «Yang» aus dem Gleichgewicht bringen. Auch die Witterung spielt eine Rolle. (Lesen Sie unten weiter ...)

Mehr erfahren über Traditionelle Chinesische Medizin

Zum Dossier
Tipps der TCM-Therapeutin zur Vorbeugung
  • Vermeiden Sie ein Übermass an Rohkost, Fleisch, Fisch, Eiern, Milchprodukten und scharf gewürzten Speisen. 
  • Essen Sie regelmässig und zudem abends warm, wenig und leicht.
  • Bewegen Sie sich in Massen. Bei zu viel Sport verliert der Körper durch das Schwitzen Energie. 
  • Meiden Sie die Stoffe, gegen die Sie allergisch sind.
  • Versuchen Sie, nach der Arbeit zu entspannen und nicht zu viel ihren Gedanken nachzuhängen.

Wie erkennt eine TCM-Therapeutin, wo das Problem liegt?

Zuerst sammelt man Informationen über den ganzen Körper. Dabei helfen verschiedene Diagnosemethoden wie die Pulsdiagnose, die Zungendiagnostik und die Meridiandiagnose. Je nach Krankheitserscheinung wird dann für jeden Patienten individuell eine Behandlung zusammengestellt. Das Ziel ist, bei ihm «Yin» und «Yang» ins Gleichgewicht zu bringen und das «Chi» wieder aufzubauen.

Welche Behandlungsverfahren werden dabei eingesetzt?

Schröpfen, Moxibustion unf Akupunktur sind wichtige Pfeiler. Sowohl bei der Moxibustion als auch bei der Akupunktur werden bestimmte Punkte entlang der Meridiane behandelt, im ersten Fall mit glimmendem Beifusskraut, im zweiten mit Nadeln. Wer sich vor Nadeln fürchtet, kann auch Akupressur wählen, dabei wird nur Druck ausgeübt. Auch chinesische Kräuter, Massage oder Ohrakupunktur sind hilfreich.v

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 17.03.2020


Das könnte Sie interessieren:

In 3 Monaten topfit. Jetzt 14 Tage kostenlos testen.

Los geht’s
frau-schaut-see-quadratischjpg.jpg