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Die wichtigsten Fragen zum Thema Brustkrebs

Es ist der häufigste Krebs bei Frauen – und betrifft selten auch Männer. Neun von zehn Betroffenen können geheilt werden.

Wie häufig kommt Brustkrebs vor?

Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen: Etwa eine von acht Frauen wird irgendwann im Lauf ihres Lebens daran erkranken. Über 6’200 Frauen erhalten jedes Jahr neu die Diagnose Brustkrebs, also etwa eine von 700 Frauen. Das tönt nach wenig, dennoch betrifft fast jede dritte Krebserkrankung bei Frauen die Brust. Circa 1’400 Frauen sterben in der Schweiz jährlich an Brustkrebs. Dieses Risiko ist jedoch sehr ungleich verteilt.

Welches sind die Risikofaktoren für Brustkrebs?

Einige Risikofaktoren für Brustkrebs kann frau beeinflussen, andere sind schicksalhaft gegeben. «Lifestyle-Faktoren wie eine ausgewogene Ernährung, wenig Alkoholkonsum und regelmässige körperliche Aktivität können das Risiko ein Stück weit reduzieren. Aber man kann damit nicht zu hundert Prozent vorbeugen», sagt Cornelia Leo, die Leiterin des Interdisziplinären Brustzentrums am Kantonsspital Baden.

Von den Risikofaktoren am stärksten wiegt das Alter: Die allermeisten Brustkrebserkrankungen treten nach dem 50. Lebensjahr auf. Auch die Geschlechtshormone spielen eine wichtige Rolle. «Wenn die Periodenblutung früh im Leben oder die Menopause spät einsetzt, ist das Brustkrebs-Risiko tendenziell erhöht», sagt Leo. Bei den meisten Brustkrebsfällen jedoch lässt sich keine einzelne auslösende Ursache finden und es müssen immer mehrere ungünstige Faktoren zusammentreffen, damit es zum Brustkrebs kommt.

Etwa bei jeder fünften betroffenen Frau erkranken früher oder später weitere Familienmitglieder an Brustkrebs. Fünf bis zehn von 100 Brustkrebserkrankungen sind sogar einzig durch bestimmte Genveränderungen verursacht, die vererbt werden können und bei einer genetischen Untersuchung erkennbar sind.

Die prominente US-Schauspielerin Angelina Jolie hat ein solches «Brustkrebs-Gen». Frauen, bei denen eine solche Genveränderung vorliegt, tragen ein sehr hohes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

«Frauen aus solchen «Hochrisikofamilien» empfehlen wir bereits ab dem 25. Lebensjahr jährliche Vorsorgeuntersuchungen mit einem Brust-MRI oder sogar eine vorbeugende Operation», sagt Cornelia Leo. Frauen, in deren Familien Brustkrebs nicht gehäuft vorkommt, rät sie ab dem 50. Lebensjahr zur Früherkennung.

Wie funktioniert die Brustkrebs-Früherkennung?

Im Normalfall empfehlen Frauenärztinnen allen Frauen vom 50. bis zum 69. Lebensjahr alle zwei Jahre eine Mammografie. Bei dieser Untersuchung werden beide Brüste geröntgt. Sie kann Brustkrebs nicht verhindern, aber früh erkennen. Denn die Tumoren haben oft winzige, auf dem Röntgenbild sichtbare Kalkeinlagerungen – und dies meist lange, bevor sich der Krebs mit Symptomen bemerkbar macht.

Über den Nutzen des Mammografie-Screenings gehen die Meinungen auseinander. Kritikerinnen betonen, dass es zu wenig bringe und dass einige Frauen wegen «falsch-positiver» Befunde unnötig in Angst versetzt würden. Bei ihnen wird etwas Verdächtiges bei der Mammografie gefunden, das sich nach weiteren Untersuchungen aber als harmlos erweist.

Laut dem deutschen «IQWiG»-Institut ergibt das Mammografie-Screening durchschnittlich bei 970 von 1’000 Frauen ein unauffälliges Ergebnis, bei sechs Frauen wird die Diagnose Brustkrebs gestellt und bei 24 besteht zunächst ein Verdacht auf Brustkrebs, der sich nach weiteren Untersuchungen jedoch nicht bestätigt.

Claudia Rauh, die Leiterin der Senologie an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde am Inselspital Bern, hält das Screening für wichtig. (Senologie bedeutet die «Lehre von der Brust».) «Brustkrebs kann heute bei fast neun von zehn Frauen geheilt werden. Die Chancen dafür sind umso besser, wenn er früh erkannt wird. Leider sehen wir aber nicht selten Frauen, die erst dann zu uns kommen, wenn der Brustkrebs schon sehr weit fortgeschritten ist», sagt Rauh.

Einig sind sich Frauenärztinnen und Kritiker der Mammografie aber darin: Wenn eine Frau diese Untersuchung machen lässt, dann am besten an einem zertifizierten Zentrum. Dort hat das Team viel Erfahrung und muss hohe Qualitätsstandards gewährleisten. «Die Behandlungsergebnisse sind an zertifizierten Brustzentren besser», sagt Claudia Rauh.

Viele Brusttumoren werden von der Frau oder ihrem Partner entdeckt. Trotzdem ist das Selbstabtasten zur Früherkennung von Brustkrebs ungeeignet. Denn Tumore können meist erst ertastet werden, wenn sie bereits recht gross sind. Die Sterblichkeit aufgrund von Brustkrebs sinkt deshalb durch das Selbstabtasten nicht. Trotzdem hält die Brustspezialistin Claudia Rauh das regelmässige Abtasten der Brüste für sinnvoll, «weil es das Gespür für den eigenen Körper stärkt». Neu aufgetretene Knoten in der Brust fallen dann rascher auf.

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Welches sind die Symptome von Brustkrebs?

«Neu aufgetretene Knoten, Formveränderungen, Hauteinziehungen, Hautrötungen an der Brust oder Absonderungen aus der Brustwarze sollte jede Frau zügig abklären lassen», rät Cornelia Leo. Das gilt auch für Männer: Auf 100 Frauen mit Brustkrebs kommt ein Mann mit dieser Erkrankung. Wenn die Brust grösser wird, eine Verhärtung tastbar ist oder in der Achsel ein vergrösserter Lymphknoten zu spüren ist, sollte man Rat holen.

Tumore, die lange unentdeckt bleiben, können schliesslich zu einem nach aussen durchbrechenden, nicht heilenden Geschwür führen, das immer weiter wuchert.

Wie wird Brustkrebs behandelt?

Welche Therapie am besten ist, hängt von den biologischen Eigenschaften des Tumors ab und wie weit er sich schon ausgebreitet hat. Eine Operation gehört fast immer dazu. Bei vier von fünf Frauen ist es aber nicht nötig, die Brust abzunehmen.

Zusätzlich kommen Anti-Hormontherapie, Chemotherapie und/oder Bestrahlungstherapie zum Einsatz. Eine Übersicht bietet die Website www.onkopedia.com. Krebsspezialistinnen wissen inzwischen, dass Brustkrebs nicht eine Krankheit ist, sondern dass es viele «Untertypen» gibt, die je nachdem anders behandelt werden. Tumorzellen, die beispielsweise auf Geschlechtshormone ansprechen oder bestimmte Oberflächenmerkmale tragen, haben oft eine bessere Prognose als solche ohne diese Eigenschaften.

Wie hoch sind die Heilungschancen bei Brustkrebs?

Durch eine auf den Tumor und die Patientin zugeschnittene Therapie ist Brustkrebs meist gut behandelbar.«89 Prozent der Brustkrebserkrankungen können heutzutage geheilt werden. In den letzten 15 Jahren gab es enorme Fortschritte in der Behandlung», sagt Claudia Rauh. Wenn ein Tumor Ableger gebildet hat, ist eine Heilung zwar nicht mehr möglich, aber das Fortschreiten lässt sich aufhalten. «Auch da gibt es neue Behandlungen. Brustkrebs wird immer mehr zu einer chronischen Erkrankung, mit der Frauen lange leben können.»

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 27.09.2021

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