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Gesünder leben?

Forscher unterscheiden neu fünf Diabetes-Typen

Anstatt die Zuckerkrankheit – wie bis anhin – in Typ I und Typ II einzuteilen, schlagen Forscher neu eine Einteilung in fünf Kategorien vor.

Keine andere Erkrankung nimmt weltweit so zu wie der Diabetes. Bei manchen Menschen verursacht er schwere Nierenschäden oder Sehbehinderungen. Könnte man diese im Vorhinein erkennen, liesse sich der schwere Verlauf vielleicht abwenden.

Genetisch unterschiedliche Erkrankungen

Skandinavische Wissenschaftler suchten deshalb bei fast 15 000 Menschen mit Diabetes nach typischen Mustern – und wurden fündig. Anstatt den Diabetes wie bisher in Typ I und Typ II einzuteilen, schlagen sie nun vor, ihn bei Erwachsenen als Gruppe von fünf Erkrankungen zu betrachten.

Zwei Typen mit mildem Verlauf

Diese fünf Diabetestypen unterscheiden sich auch genetisch. Die ersten drei verlaufen schwer, die anderen zwei dagegen mild:

  1. Insulinmangel-Diabetes (bisher Typ I genannt, Häufigkeit etwa 6 Prozent) aufgrund einer Autoimmunkrankheit. Dabei werden die Insulin-produzierenden Zellen zerstört. Beginnt meist in jungem Alter, Patienten sind schlank
  2. schwerer Insulinmangel-Diabetes (18 Prozent). Eher junge und schlanke Erwachsene, deren Körper zu wenig Insulin produziert
  3. schwerer Insulin-resistenter Diabetes mit hohem Risiko für Nierenschäden (circa 15 Prozent). Das zuckersenkende Hormon Insulin wirkt ungenügend. Typisch ist ein Alter von rund 65 Jahren, Übergewicht und weitere «Wohlstandsbefunde» wie hohes Cholesterin und Bluthochdruck
  4. milder Diabetes (22 Prozent). Diese Patienten waren im Durchschnitt etwa 50 Jahre alt und hatten das stärkste Übergewicht, trotzdem aber ein tiefes Risiko für Nierenschäden und Herzinfarkte
  5. milder Altersdiabetes, Durchschnittsalter circa 65 Jahre (39 Prozent)

Noch können die Forscher nicht sagen, ob dies die beste Einteilung ist und ob mit den Jahren allenfalls Patienten von einer milden Verlaufsform in eine schwer verlaufende wechseln.

Quelle: «Lancet Diabetes Endocrinology»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 30.04.2018

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