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Die wichtigsten Antworten zur Corona-Impfung

Erste Impfdosen für den Kampf gegen Corona stehen bereit. Wer zuerst an die Reihe kommt, was die Impfung bezweckt, und welche Nebenwirkungen es gibt, erfahren Sie hier.

Die nationale Impfkampagne gegen Corona hat begonnen. Wir klären die wichtigsten Fragen rund um die ersten Impfstoffe.

Was sind die Ziele der Impfung?

Sie soll schwere Covid-Erkrankungen bei den Geimpften verhindern, dadurch das Gesundheitssystem entlasten und die psychischen, wirtschaftlichen und anderen negativen Folgen der Pandemie reduzieren.

Wo werde ich mich impfen lassen können?

Die Bewohner von Alters- und Pflegeheimen werden vermutlich in allen Kantonen von mobilen Impfequipen versorgt. Wer selbst mobil ist, kann das für seine Region zuständige Impfzentrum aufsuchen. Informationen findet man hier. Die Anmeldung erfolgt je nach Kanton über den Hausarzt oder direkt per Telefon oder E-Mail. Wer kein Internet hat, kann Angehörige oder Bekannte bitten. Auch verschiedene Hausärzte impfen.

Wie läuft die Impfung ab?

Wie jede andere, aber das Vorgespräch ist umfassender als sonst üblich. Die zu impfende Person muss schriftlich oder mündlich einwilligen und sie muss unter anderem zu den Vor- und Nachteilen und zur Verträglichkeit der Impfung informiert werden. Die Spritze erfolgt in den Oberarmmuskel.

Ein schwacher Impfschutz setzt möglicherweise bereits 10 bis 14 Tage nach der ersten Spritze ein, doch damit die Impfung wirklich nützt, braucht es zwei Pikse im Abstand von drei oder vier Wochen (je nach Impfstoff). Der Impfschutz besteht bei den allermeisten Geimpften eine Woche nach der zweiten Spritze. Wie lange er andauert, ist noch unbekannt.

Ab wann ist man nach der Impfung geschützt?

Ein schwacher Impfschutz setzt möglicherweise bereits 10 bis 14 Tage nach der ersten Spritze ein, doch damit die Impfung wirklich nützt, braucht es bei den in der Schweiz am häufigsten eingesetzten mRNA-Impfstoffen zwei Pikse im Abstand von drei oder vier Wochen (je nach Impfstoff). Deshalb sollte man keinesfalls die Vorsichtsmassnahmen nach der ersten Impfung lockern. Der Impfschutz besteht bei den allermeisten Geimpften erst eine bis zwei Wochen nach der zweiten Spritze.

Personen, die schon «Corona» hatten, rät das BAG, sich einmal impfen zu lassen und zwar im Zeitraum von vier Wochen bis sechs Monate nach der Infektion. Liegt die Infektion schon länger zurück, kann man sich auch später noch impfen lassen. Genese Personen gelten mit einer Impfdosis als vollständig geimpft. 

Wie lange hält der Impfschutz an?

Das ist noch unbekannt. Schweizer Experten gehen derzeit davon aus, dass die Wirkung der mRNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und von Moderna ein Jahr lang vor leichten Covid-19-Erkrankungen schützt und sogar noch länger gegen schwere Verläufe. Das gilt aber nicht für ältere Personen oder bei stark geschwächtem Immunsystem.

Welcher Impfstoff bietet am meisten Schutz vor einer schweren Corona-Erkrankung?

Die mRNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und von Moderna, die in der Schweiz hauptsächlich eingesetzt werden, haben in den bisherigen Studien beide eine sehr gute Wirksamkeit gezeigt. Details zur Wirkung und zu Nebenwirkungen findet man hier.

Nützt der Impfstoff auch gegen die neuen Covid-Varianten?

Gemäss aktuellem Wissen wirkt die Covid-19-Impfung auch gegen die neuen Varianten, möglicherweise aber etwas schwächer. Offen ist, ob künftig Varianten entstehen könnten, die den Vakzinen «entkommen». Einige Hersteller sind daran, die Impfstoffe im Hinblick auf neue Varianten weiter zu entwickeln.

Wie funktionieren die Impfstoffe?

Tipps

Die zugelassenen Impfstoffe von Pfizer/Biontech und von Moderna funktionieren nach der mRNA-Methode. Durch die Impfung soll sich das Immunsystem charakteristische Merkmale der neuen Coronaviren einprägen und sich dagegen wappnen. Ein solches Merkmal sind winzige «Eiweissstacheln» auf der Hülle der Viren. Die mRNA-Impfstoffe enthalten den «Bauplan» für diese Stacheln. Beim Impfen wird er mit Hilfe von Nanopartikeln in Zellen eingeschleust.

Daraufhin beginnen die Zellen, gemäss Bauplan «Stachel-Eiweissstoffe» zu produzieren. Das Immunsystem erkennt diese Stoffe als fremd und bildet Abwehrstoffe und Abwehrzellen dagegen. Die mit der Impfung verabreichten «Baupläne» werden im Körper rasch zerstört und abgebaut. Die Immunabwehr gegen die «Stachel-Eiweissstoffe» dagegen bleibt erhalten. Sie tritt in Aktion, sobald Coronaviren in den Körper gelangen, die solche «Stacheln» tragen.

Andere Impfstoffe, zum Beispiel der von Oxford/AstraZeneca, lassen den Bauplan für die «Stacheln» von einem Virus in die Zellen transportieren. Dieser Virus kann Menschen nichts anhaben. Der chinesische Impfstoff von Sinopharm benützt inaktivierte Sars-CoV-2-Viren als Impfstoff. Andere Vakzine enthalten Teile der Coronaviren.

(Fortsetzung weiter unten…)

Coronavirus: So schützen wir uns

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Mit welchen Risiken & Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Die in der Schweiz eingesetzten Impfstoffe sind gemäss Swissmedic sicher und wirksam. Wie bei allen Medikamenten können Impfstoffe Nebenwirkungen verursachen. Sie sind meist mild und von kurzer Dauer. In einer englischen Studie verspürten etwa drei Viertel der mit «Comirnaty»-Geimpften für ein bis zwei Tage Schmerzen an der Einstichstelle (Link auf Englisch). Beim Moderna-Impfstoff hatten viele Geimpfte vorübergehende Lokalreaktionen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen, Rötungen und Schwellungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schüttelfrost, Fiebergefühl oder leichtes Fieber.

Gibt es seltene schwere Nebenwirkungen?

Ja. Bei den mRNA-Impfstoffen gab es zum Beispiel seltene Fälle von Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen. Sie traten meist bei jüngeren Männern innerhalb von 14 Tagen nach der zweiten Impfung auf. In den USA waren davon circa sechs von 100’000 Jungen und Männern zwischen 12 und 24 Jahren betroffen. Seltene Nebenwirkungen kristallisieren sich – auch bei neuen Medikamenten – meist erst bei breiter Anwendung und teilweise erst nach längerer Zeit heraus. Deshalb überwachen die Behörden das Ganze. So müssen die Hersteller der europäischen Arzneimittelbehörde ein Jahr lang monatlich berichten. Um etwaige Nebenwirkungen rasch zu erkennen, ist es wichtig, dass sie gemeldet werden.

Was soll man tun beim Verdacht auf eine Impfkomplikation?

Am besten wendet man sich zuerst an den Hausarzt. Wer selbst eine mögliche unerwünschte Wirkung melden will, kann dies hier tun und findet hier Informationen zum Vorgehen beim Verdacht auf einen Impfschaden.

Wer sich informieren will, was andere Personen gemeldet haben, findet zum Beispiel auf diesen Datenbanken Informationen für Europa (Link auf Englisch) und für die USA (Link auf Englisch). Dort werden Verdachtsfälle zu Impfungen gesammelt. Das heisst aber nicht, dass sie wirklich einer Impfung anzulasten sind.

Gibt es schwere, allergische Reaktionen?

Ja, bis zu zwei von 100 Personen reagierten allergisch. Schwere allergische Reaktionen sind aber selten. Die Angaben dazu variieren: Sie betreffen höchstens 25 von etwa 100’000 geimpften Personen oder sogar nur eine von 400’000. Diese «Anaphylaxie» tritt meist innerhalb von 30 Minuten nach der ersten Impfung auf und muss mit Notfallmedikamenten behandelt werden. Die grosse Mehrheit der Betroffenen hat früher schon einmal eine allergische Reaktion gehabt. 

Möglicherweise ist der Zusatzstoff Polyethylenglykol im Impfstoff dafür verantwortlich. Allergologen weisen aber darauf hin, dass «Comirnaty» weniger allergieauslösende Substanzen enthält als herkömmliche Impfstoffe und dass Personen mit Heuschnupfen oder anderen leichten Allergien sich nicht verunsichern lassen sollten. In einer Studie haben fast 160 Personen, die nach der ersten Impfdosis allergisch reagierten, die zweite Impfdosis übrigens gut vertragen. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, vor der zweiten Impfung vorsorglich ein anti-allergisches Medikament einzunehmen. 

Enthalten die Impfungen Zusatzstoffe?

In den mRNA-Vakzinen befindet sich kein Quecksilber oder Aluminium wie in früheren Impfstoffen. Sie enthalten andere Zusatzstoffe, zum Beispiel Lipid-Nanopartikel, winzige Mengen Zucker und Salz und Polyethylenglykol. Viele Kosmetika, Hygieneprodukte, aber auch manche Medikamente (etwa gegen Verstopfung) enthalten auch Polyethylenglykol. 

Wie lange hält der Impfschutz an?

Das weiss man noch nicht. Es wird gegenwärtig untersucht. In einer Studie mit dem Impfstoff von Moderna jedenfalls war die Menge an Antikörpern, also Abwehrstoffen, drei Monate nach der zweiten Impfung noch hoch.

Muss ich als Geimpfter in Quarantäne?

Ja. Nur wenn die vollständige Impfung weniger als sechs Monate zurückliegt, kann man sich von der Quarantäne entbinden lassen. 

Wie ist es zu erklären, dass sich Menschen nach der ersten Impfung anstecken?

Dafür kann es mehrere Gründe geben. Der Schutz der ersten Dosis beginnt erst zwei bis drei Wochen nach der ersten Impfung. Zudem ist der Schutz der Impfungen von Pfizer und Moderna zwar hoch, aber nicht 100 Prozent. Weiter können Krankheitssymptome in den Tagen vor der Impfung oder 14-20 Tage nach der Impfung auftreten. 

Was kostet die Impfung?

Für den Einzelnen ist sie gratis. Wie viel der Bund dafür bezahlt, ist nicht bekannt. Verschiedenen Quellen zufolge kostet eine Spritze von Pfizer/Biontech umgerechnet etwa 13 bis 18 Franken, von Moderna rund 15 bis 29 Franken und von AstraZeneca einen bis vier Franken.

Kann ich zum Impfen gezwungen werden?

Nein, die Impfung ist freiwillig. Diskutiert wird derzeit über ein Impfobligatorium für medizinisches Personal.

Muss die Impfung wiederholt werden?

Vermutlich wird alten Menschen und solchen mit stark geschwächtem Immunsystem eher eine Auffrischimpfung empfohlen als jungen und ansonsten gesunden Personen. Das hängt von den weiteren Erkenntnissen zur Wirksamkeit in diesen Personengruppen ab. Zudem ist die Entwicklung der Pandemie, zum Beispiel hinsichtlich Mutationen, schwierig abzuschätzen. Die Schweiz hat sich deshalb auch mit Verträgen für weitere Impfstofflieferungen abgesichert.

von Dr. med. Martina Frei und Benita Vogel,

veröffentlicht am 07.01.2021, angepasst am 12.08.2021


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