Schliessen

Gesünder leben?

Was ist besser: Papierhandtücher oder Lufttrockner?

Händewaschen ist das «A und O», das weiss seit Corona die ganze Schweiz. Nur: Wie soll man die Hände danach am besten abtrocknen? Auch das ist wissenschaftlich erforscht.

Nicht bloss das Händewaschen, auch gutes Abtrocknen ist wichtig. Denn auf feuchten Händen tummeln sich viel mehr Mikroben als auf trockenen.

Bis zu 1000-mal mehr Bakterien können feuchte Hände angeblich übertragen. Also wird auch das Abtrocknen erforscht.

Weniger Viren auf der Hand

Eine kleine, aktuelle britische Studie besagt nun: Papiertücher reduzieren die Keimbelastung besser als Jetluft-Trockner (Link auf Englisch).

Die Wissenschaftler brachten dazu eine (für Menschen harmlose) Virenlösung auf die Hände von vier Versuchspersonen und prüften, wie viel davon nach dem Abtrocknen mit beiden Methoden noch vorhanden waren.

Weniger Mikroben auf Türgriffen

Die Papiertücher beseitigten diese Viren besser und sorgten auch dafür, dass anschliessend durchschnittlich rund zehnmal weniger davon auf Türgriffen, Handläufen, Liftknöpfen und anderen Oberflächen zu finden waren.

Freunde des Jetlufttrocknens wird diese Studie aber nicht überzeugen. Denn erstens: nur vier Versuchspersonen. Zweitens: keine genauen Angaben, wie die Hände getrocknet wurden.

Wichtige Details beim Abtrocknen

Überdies wurde letztes Jahr eine Studie veröffentlicht, die etwa das Gegenteil herausfand: Dort schnitten die Jetlufttrockner besser ab als Papiertücher. Wie das?

Die Tücke liegt im Detail: Es spielt eine Rolle, wie lange der Trockner bläst. Auch die Saugfähigkeit des Papierhandtuchs hat Einfluss und ob nur die Krankheitserreger auf den Händen gezählt werden oder auch harmlose, bakterielle Hautmitbewohner, die bei kräftigem Rubbeln aus den unteren Hautschichten an die Oberfläche gelangen können.

(Fortsetzung weiter unten …)

So schützen Sie sich vor dem neuen Coronavirus

Zum Dossier

Werden Keime herumgewirbelt?

Der nächste Punkt: Kam Recycling- oder blütenweisses Papier zum Einsatz? Recyclingpapier enthält im Allgemeinen mehr Mikroben, die beim Abtrocknen auf die Hand gelangen können.

Nicht zuletzt scheint es darauf anzukommen, welche Firma oder Interessensgruppe die jeweilige Studie gesponsert hat. Und eine wichtige Rolle spielt, ob die Wissenschaftler untersuchten, wohin Mikroben von den Händen oder in der WC-Luft «verblasen» werden. In diesem Punkt schneiden Papiertücher besser ab als Luftgebläse.

Sechs Varianten zum Abtrocknen verglichen

Eine ausgetüftelte, nicht-gesponserte Studie erschien 2019. Dort verglichen die Wissenschaftler sechs Methoden (Link auf Englisch): Hände an der Kleidung abwischen, Abtrocknen mit einem (zuvor sterilisierten) Papierhandtuch oder mit zweien, Hände 20 Sekunden ruhig vor den Heisslufttrockner halten oder aber reiben, oder die Hände rund 27 Sekunden lang in den Jetlufttrockner halten, bis sie ganz trocken sind.

Das Resultat: Abwischen an der Kleidung geht am schnellsten, kann – bei Bakterien auf den Textilien – jedoch dazu führen, dass nachher sogar mehr Bakterien auf der Hand sind als zuvor. Die Wissenschaftler raten davon ab.

Ein Papiertuch ist gleich gut wie zwei

Die anderen Methoden reduzierten die Zahl der Versuchsbakterien (zusammen mit vorgängigem Händewaschen) um durchschnittlich mindestens 90 Prozent, wobei es keine Rolle spielte, ob ein oder zwei Papiertücher benützt wurden – ein Punkt für den Umweltschutz.

Das Jetluftgebläse war mit fast 95 Prozent Bakterien-Reduktion am wirksamsten. Dies lag möglicherweise aber daran, dass die Hände während der 27 Sekunden richtig trocken wurden, verglichen mit nur 20 Sekunden vor dem Heissluftgebläse (Hände ruhig halten war übrigens besser als reiben).

Die Methode für Eilige

Zum Vergleich: Mit einem Papierhandtuch gewannen die Versuchspersonen gegenüber dem Jetluftföhnen zehn Sekunden, bei einer Bakterien-Reduktion von 94 Prozent. Unter dem Strich scheint das Papierhandtuch also doch eine gute Wahl zu sein.

Weitere Quellen (alle Links auf Englisch): «The Journal of Hospital Infection», «Mayo Clinic Proceedings», «Saudi Journal of Biological Sciences», «Journal of Hospital Infection», «Applied and Environmental Microbiology».

Passende Produkte

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 30.06.2020


Das könnte Sie interessieren:

In 3 Monaten topfit dank persönlichem Coaching

Los geht’s
frau-baby-quadratisch.jpg