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Gesünder leben?

Gesünder leben?

Corona-Weihnachten mit Grosi und Grossvati

Weihnachten steht vor der Tür und Corona leider auch. Wie können wir trotzdem zusammen feiern? 9 Tipps für ein sichereres Fest.

Dieses Jahr sind neue Ideen gefragt. Denn bekanntermassen nützen die neuen Coronaviren gesellige Anlässe, um von einer Person zur nächsten zu gelangen. Diese Strategien vermasseln den Viren die Tour oder reduzieren das Ansteckungsrisiko zumindest. 

1. Weihnachten auf Abstand

Am virensichersten ist die Weihnachtsfeier via Internet. Das kann lustig sein, ist aber nicht jedermanns Sache. 

2. Feiern unter freiem Himmel

Eine Wald- oder Wiesenweihnacht, mit gebührendem Abstand und schön warm angezogen, macht es den Viren schwerer. In der kalten Luft sieht man zudem die Atemluft der anderen und kann sich ausserhalb ihres Abwinds stellen. 

3. Erst Quarantäne, dann Weihnachten

Im Durchschnitt dauert es bei den neuen Coronaviren fünf bis sechs Tage von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen, es kann aber auch einmal 14 Tage gehen. Schottet sich jeder, der ans Fest kommen will, möglichst 14 Tage vorher ab – das würde auch heissen, die Kinder aus der Schule zu nehmen –, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Coronaviren zur Weihnachtsfeier mitbringt, deutlich kleiner. 

Ganz ausgeschlossen ist sie trotzdem nicht, denn etwa eine von drei bis fünf Infektionen verläuft ohne Symptome. Bei Kindern kommen auf eine erkannte Infektion etwa 90 unerkannte, bei älteren Personen ist dieses Verhältnis viel kleiner. Immerhin: Die asymptomatisch infizierten Personen sind mutmasslich etwas weniger ansteckend als solche mit Symptomen.

4. Test vor dem Fest

Die teuerste Strategie ist, dass alle kurz vor dem Anlass einen Coronatest machen. Die rund 180 Franken für den PCR-Test oder etwa 60 Franken für den Antigentest müsste man in dem Fall selbst berappen. Der Nachteil dieser Variante: Bei «negativem» Testresultat ist man nicht hundertprozentig sicher, ob man nicht doch ansteckend ist. Denn die in der Schweiz zugelassenen Antigentests verpassen schätzungsweise 13 von 100 Infektionen, die PCR-Tests etwa 12 von 100. Ausserdem kann es falsch-positive Resultate geben. Dann zeigt der Test irrtümlicherweise eine Infektion an, die gar nicht vorhanden ist.

(Fortsetzung weiter unten...)

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Der Antigentest weist aktive, ansteckungsfähige Viren nach und wird erst positiv, wenn Symptome auftreten. Ansteckend ist man aber bereits vorher. Vier bis fünf Tage nach dem Ende der Symptome wird der Antigentest wieder negativ, dann ist man ziemlich sicher auch nicht mehr ansteckend. 

Der PCR-Test dagegen weist sowohl aktive als auch zerstörte Viren nach. Er kann schon einen bis drei Tage vor den ersten Anzeichen positiv werden und sogar bis zu drei Monate danach immer noch positiv ausfallen. Dann ist man aber längst nicht mehr ansteckend. In der Regel wird er fünf bis sieben Tage nach Symptomende wieder negativ. 

5. CD abspielen statt singen

«Stille Nacht …» heisst es in dem bekannten Weihnachtslied, und dieses Jahr sollte man das beherzigen. Denn je lauter gesprochen wird, desto grösser wird die Ansteckungswahrscheinlichkeit, falls jemand infektiös ist. Anstelle des gemeinsamen Singens vor dem Weihnachtsbaum könnte darum heuer die CD zum Einsatz kommen. Als Hintergrundmusik läuft sie besser nur leise, damit nicht alle lauter sprechen, um sich zu verständigen – denn dabei würden auch mehr Viren ausgestossen.

6. Hände waschen und stosslüften

Falls tatsächlich jemand Coronaviren mitbringen würde, liesse sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung mit den bekannten Massnahmen reduzieren – Abstand halten, nicht mit den Händen ins Gesicht fassen, Hände waschen, regelmässig stosslüften und nur kurze Zeit miteinander verbringen. Die Familie könnte auch Masken tragen und sie nur zum Essen abnehmen. Aber all dies bietet keinen sicheren Schutz vor einer Ansteckung. 

Gute Luftfiltergeräte mit HEPA-Filtern können die Virenanzahl in der Luft klar reduzieren. Ob Luftbefeuchter den Viren das «Überspringen» von einem Menschen zum nächsten schwerer machen, ist ungewiss. Und Duftlämpchen mit ätherischen Ölen als Mittel zur Raumluftdesinfektion wurden bisher nicht in Studien gegen die neuen Coronaviren untersucht.

7. Fingerfood ist tabu

Fingerfood ist dieses Jahr tabu, von spanischen Nüssli oder Ähnlichem, wo alle immer wieder in die gleiche Schale greifen, ist ebenfalls abzuraten. Dass jeder nur aus seinem Glas trinkt und von seinem Teller isst und im Bad sein eigenes Handtuch benützt, versteht sich von selbst. Da zu viel Alkohol – nebst anderen unschönen Wirkungen – dazu verleitet, die Schutzmassnahmen zu vergessen und lauter zu reden, ist es sinnvoll, sich hier zu beschränken.

8. Weihnachten im Neuen Jahr

Noch weiss niemand, wie gut die in Aussicht gestellten Impfstoffe vor Übertragungen und schweren Krankheitsverläufen schützen werden. Falls sie die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllen, könnte es sich lohnen, das Weihnachtsfest ausnahmsweise bis nach der Impfung zu verschieben.

9. Allgemeine Lagebeurteilung

Kurz und bündig:
  • Wenn jemand aktuell Corona-Symptome aufweist, heisst es leider daheimbleiben und allein feiern.
  • Bei Personen, die bereits Corona hatten, gehen Fachleute davon aus, dass sie mindestens drei Monate lang vor einer nächsten Infektion gefeit sind. Aber auch hier gilt: Hundertprozentig sicher ist das nicht.
  • Antikörpertests können eine durchgemachte Infektion anzeigen.
  • Die Antikörper-Selbsttests, die im Internet angeboten werden, gelten jedoch noch als unzuverlässig, das Bundesamt für Gesundheit rät davon ab. Falls das Resultat stimmen würde, bedeutete ein positives Ergebnis, dass man die Infektion mit dem neuen Coronavirus bereits hinter sich hätte.

Dieses Weihnachten sind alle nicht nur für sich selbst verantwortlich, sondern auch für die Mitmenschen. Wie ist die Situation in der Familie, in der Region, im Land? Und wie möchten Grosi, Grossvati und die Familienmitglieder mit einem höheren Risiko für eine schwere Corona-Erkrankung Weihnachten feiern? Besprechen Sie gemeinsam und rechtzeitig, wie Sie Ihr Fest dieses Jahr gestalten.

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 03.12.2020, überarbeitet am 15.12.2020


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