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Gesünder leben?

Erkältet an den Bürotisch?

Viele gehen trotz Erkältung oder Grippe arbeiten. Manchmal ist zu Hause auskurieren aber die bessere Lösung – auch für die Kollegen.

Jeder Schweizer hat im Schnitt dreimal im Jahr eine Erkältung. Dann stellt sich jeweils die Frage: Im Bett bleiben oder zur Arbeit? Die Kurzantwort: Es kommt auf die Symptome an. Der Verlauf einer normalen Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, hängt von der Art des Erkältungsvirus ab, mit dem man sich infiziert hat. Schon relativ kurz nach der Infektion kann es zu ersten Symptomen kommen wie Halsschmerzen, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten mit Schleimauswurf und eventuell leichtes Fieber. Die Symptome treten dabei nicht unbedingt zusammen auf und manchmal gehen sie innerhalb von drei bis vier Tagen ineinander über. Eine Erkältung muss nur selten zu Hause auskuriert werden.

Stefan Kuster von der Klinik für Infektionskrankheiten des Unispitals Zürich sagt: «Fallen die Symptome nur leicht aus, kann man durchaus damit zur Arbeit gehen.» Mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol lassen sich bei Bedarf Symptomspitzen über die ersten Tage mildern. Mit richtigem Fieber, also ab 38 Grad Körpertemperatur, gehört man aber ins Bett und sollte zu Hause bleiben.

Bei richtiger Grippe ist das Bett angesagt

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Dramatischer verläuft hingegen häufig eine Infektion mit dem Influenzavirus, der richtigen Grippe. Sie kann sich zwar auch ganz banal als Erkältung oder sogar ganz ohne Symptome präsentieren, sagt Stefan Kuster. Oft tritt sie aber auch sehr ausgeprägt auf. Dann beginnen Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen und trockener Husten nahezu gleichzeitig schon kurz nach der Infektion und sehr intensiv. Hinzu kommt schnell ansteigendes hohes Fieber. Dann ist Bettruhe angesagt.

Egal ob Erkältung oder Grippe: Zur Arbeit sollte man erst gehen, wenn man sich fit genug fühlt, am Stück zu arbeiten und wieder eine normale Körpertemperatur von um die 37 Grad hat. Wer sich nicht auskuriert riskiert, dass das Abklingen von Schnupfen und Husten länger dauert. Möglicherweise ist das Immunsystem für eine weitere Infektion durch Bakterien dadurch anfälliger. Dann kann es zu einer bakteriellen Superinfektion kommen, aus der sich im schlimmsten Fall gefährliche Lungenentzündungen entwickeln können. 

In die Armbeuge niesen

So beugen Sie gegen Erkältungen vor
  • Niesen Sie in die Armbeuge oder ein Taschentuch
  • Einwegtaschentücher verwenden
  • Häufig Händewaschen: lauwarmes Wasser und Seife aufschäumen, 20 bis 30 Sekunden verreiben, abspülen
  • Abstand halten und auf Handschlag verzichten
  • Bei Hustenanfall Raum verlassen
  • Körper nicht auskühlen lassen, dadurch sinken die Abwehrkräfte
  • Gesund und vitaminreich ernähren
  • Viel Wasser trinken
  • Öfters lüften
  • Impfen lassen, wenn Sie mit vielen Menschen arbeiten

Da sich natürlich nicht jede Erkältung bis zum vollständigen Abklingen der Symptome zu Hause auskurieren lässt, sollte man sich auf der Arbeit umsichtig verhalten. Besonders in den ersten Tagen nach der Infektion ist man für Kollegen ansteckend. Die Ansteckungsgefahr sinkt jedoch mit dem Rückgang der Symptome. «Da bei Grippe und Erkältungen vor allem das Nasensekret hoch ansteckend ist, sollten Erkrankte Einwegtaschentücher benutzen,  und wenn keine zur Hand sind,  in die Armbeuge und nicht etwa in die Hände niesen und husten, sich insbesondere nach dem Schnäuzen gründlich die Hände waschen und den Kontakt von Händen mit der Nase oder dem Mund vermeiden», rät Stefan Kuster.

Gesunde können sich vor einer Infektion schützen, indem sie von niesenden Kollegen grösseren Abstand halten, ihnen nicht die Hände schütteln und häufig die Hände waschen. Eine australische Studie zeigte, dass sich durch konsequentes Händewaschen (zehnmal pro Tag) das Risiko für Atemwegsinfektionen halbiert.

Gute Besserung

Publiziert am 20.10.2017,

von Andreas Grote


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