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Gesünder leben?

Husten kann bis zu 6 Wochen dauern

Lang anhaltender Husten beunruhigt. Oft sind die Sorgen unbegründet. Wann man aber doch zum Arzt sollte, erklärt Dominik Batliner im Interview.

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Dominik Batliner ist Facharzt für Allgemeine Innere Medizin im Santémed-Gesundheitszentrum in St. Gallen.

Was sind die häufigsten Ursachen für Husten?

In den meisten Fällen folgt ein Husten auf eine ganz normale Erkältung, die durch Viren ausgelöst wird. Manchmal ist eine Nasennebenhöhlenentzündung Ursache für den Husten, weil in der Nacht Schleim den Rachen hinunterfliesst und zu einer Reizung führt. Auch vermehrt saures Aufstossen, kann Husten auslösen. Manchmal sind sogar gewisse Medikamente – wie Blutdrucksenker – verantwortlich. Dies kommt aber eher selten vor.

Was kann man tun, damit der Husten nicht ausbricht?

Trockene Luft in den Räumen oder Staub begünstigt sicher den Husten. Regelmässiges Inhalieren und genügend trinken kann helfen, dass die Schleimhäute befeuchtet bleiben. Bei kalter Aussentemperatur hilft es, durch die Nase einzuatmen. Dann kann die Lufttemperatur schon in der Nase herunterreguliert werden und den Hustenreiz vermindern.

Wie lange dauert ein «normaler» Husten?

Nach einem Infekt der oberen Atemwege kann es durchaus im Bereich des Normalen liegen, wenn man vier bis sechs Wochen an einem Husten «herumlaboriert». Das ist lästig und manchmal auch schmerzhaft. Aber oft machen sich die Betroffenen und ihr Umfeld unnötig Sorgen. Nur weil es länger dauert, heisst dies nicht, dass der Husten chronisch wird. Hier hilft vor allem Geduld, viel trinken und Ruhe.

Warum husten wir überhaupt?

Der Hustenreflex wird durch eine Reihe mechanischer, chemischer und thermischer Reize ausgelöst: plötzliche Kälte, Magensäure, die den Kehlkopf reizt, und natürlich Schleim, Rauchinhalation oder Fremdkörper.
In vielen verschiedenen Organen gibt es Hustenrezeptoren, die nach entsprechender Reizung Husten auslösen: Nicht nur in den Bronchien, sondern auch in der Nase, in den Nasennebenhöhlen, im Rachen, in der Speiseröhre, im Magen und sogar in den Ohren.

Wann sollte man zum Arzt?

Hier sollte man klar unterscheiden: Bei anhaltendem Fieber, Mühe mit der Atmung, pfeifenden Geräuschen oder blutigem Auswurf bei älteren Menschen ist eine frühe Arztkonsultation angezeigt. Auch ein «bellender» Husten bei Kindern sollte aufhorchen lassen. Oder ein pfeifendes Geräusch bei einem Kleinkind: Es könnte ein Fremdkörper die Ursache sein.

Grundsätzlich gilt aber: Ohne diese Symptome ist ein Arztbesuch vom Leidensdruck abhängig.

Kann ein Husten auch auf Asthma hinweisen?

Wenn ein Husten länger dauert, nicht klar von Erkältungssymptomen begleitet ist und etwa eine Pollenallergie oder eine familiäre Häufung von Asthma bekannt ist, kann auch einmal eine Asthma-Erkrankung dahinterstecken. Trockener Reizhusten nach sportlicher Aktivität – vor allem in der Kälte – könnte auf ein Anstrengungsasthma hinweisen. In diesen Fällen sind weitere Abklärungen sinnvoll.

Publiziert am 16.11.2017


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