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Gesünder leben?

Richtig Fieber messen – so geht es

Fieber messen mit Quecksilber ist schon lange out. Digital und mit Infrarot misst es sich heute sicher, schnell und bequem. In der Genauigkeit gibt es jedoch Unterschiede.

Etwa 37 Grad, das ist die normale Betriebstemperatur des Körpers. Verschaffen sich allerdings Keime oder Viren Zutritt, wie es in der kalten Jahreszeit häufiger der Fall ist, wirft der Körper seine Abwehrmechanismen an. Fieber gehört dazu, denn bei höheren Körpertemperaturen arbeitet das Immunsystem effektiver. Wer fiebert wird daher schneller gesund. Um den Selbstheilungsprozess nicht frühzeitig abzubremsen, sollten ansonsten gesunde Erwachsene daher erst fiebersenkende Massnahmen ergreifen, wenn die Temperatur deutlich über 39,5 Grad ansteigt und belastend wirkt. Genaues Fiebermessen ist daher hilfreich.

Am genauesten: digital und im Po

Tests wie zuletzt vom Institut für Hausarztmedizin der Universität Zürich und der Sendung Kassensturz zeigen immer wieder: Digitale Stabthermometer messen die Temperatur mit ihrem Wärmesensor an der Spitze am präzisesten und weichen im Schnitt mit wenigen Zehntel Grad nur geringfügig vom tatsächlichen Temperaturwert ab. Der Sensor misst im direkten Kontakt mit der Schleimhaut unter der Zunge oder im After die Körperkerntemperatur; die Messung gilt als besonders genau und stabil. Nicht ideal ist die Messung unter der Achsel, da sie von der Umgebungstemperatur beeinflusst wird und dadurch unzuverlässige Werte liefert.

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Am schnellsten: messen im Ohr

Der Infrarotsensor von Ohrthermometern misst die Wärmestrahlung des Trommelfells. Sie nimmt mit zunehmender Körpertemperatur zu. Die Messung dauert nur wenige Sekunden. Im Vergleich zur rektalen Messung muss man ein halbes Grad hinzuzählen. Ausserdem muss für eine korrekte Ohrmessung der Gehörgang durch leichtes Nachoben- und Nachhintenziehen des Ohres begradigt werden, damit der Infrarotsensor die Wärmestrahlung des Trommelfells misst und nicht den kühleren Gehörgang. Gerade bei Kindern ein Problem, da ihr Gehörgang noch zu eng ist und etwas anders verläuft. Die Messungenauigkeit dieser Messmethode beträgt in Tests im Schnitt etwa 1 Grad. (Lesen Sie unten weiter...)

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Am bequemsten: vor die Stirn halten

Stirnthermometer arbeiten ebenso mit einem Infrarotsensor. Sie messen die Wärmestrahlung, die abhängig von der Körpertemperatur von Stirn oder Schläfe ausgeht. Die Messung dauert auch hier nur wenige Sekunden. Manche Geräte benötigen zum Messen gar keinen Hautkontakt, sondern werden wenige Zentimeter über die Haut gehalten. Da aber der direkte Kontakt fehlt und die Raumtemperatur die Hautoberfläche beeinflusst, ist die Messungenauigkeit bei dieser Methode mit bis zu 1,5 Grad am höchsten. Im Test am ungenauesten abgeschnitten haben Kombigeräte, die sowohl im Ohr als auch an der Stirn messen können.

Die Messung nicht von aussen beeinflussen

Grundsätzlich gilt: Erst zur Ruhe kommen und dann messen verbessert die Genauigkeit. Nicht messen sollte man unmittelbar nach dem Sport oder körperlicher Aktivität, nach dem Essen, nach längerem Einmummeln unter der dicken Decke, wenn man vorher gerade noch in eisiger Kälte draussen war oder eine Kältetherapie hatte. Denn dann liefert das Fieberthermometer falsche Ergebnisse. Auch wenn die Temperatur im Vergleich zum vorherigen Wert recht hoch oder niedrig erscheint, sollte die Messung besser wiederholt werden.

von Andreas Grote,

publiziert am 23.01.2019


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