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Gesünder leben?

Auch Erwachsene haben Akne

Nicht nur jugendliche, sondern auch viele erwachsene Personen haben ein Akneproblem. Die Therapie sieht bei den Älteren allerdings anders aus als bei Pubertierenden, wie iMpuls zeigt.

Nach der Pubertät werden die meisten Jugendlichen ihr Akneproblem endlich los. Aber im Erwachsenenalter mit 30, 40 Jahren oder noch später sind die störenden Pickel manchmal dann doch wieder da – oder gar zum ersten Mal. «Es gibt verschiedene Formen von Akne, welche teils auch ohne Jugendakne im Erwachsenenalter auftreten können, zum Beispiel medikamentös induzierte oder Vitamin B induzierte Formen», sagt Prof. Dr. Peter Itin, Chefarzt Dermatologie am Universitätsspital Basel.

Frauen sind häufiger betroffen

Experten schätzen, dass von den schweizweit rund 600 000 Aknebetroffenen etwa 15 bis 20 Prozent Erwachsene sind, wobei es Frauen stärker trifft. Gerade solche, die in ihrer Jugendzeit eine beneidenswert zarte Pfirsichhaut hatten, befällt Akne manchmal gleichzeitig mit den ersten Fältchen.

Als Ursache für Akne kämen im Erwachsenenalter mehrere Möglichkeiten in Betracht, so Itin: Eine hormonelle Umstellung, eine Vitamin-B-Überdosierung, ein hormonproduzierender Tumor, aber unter anderem auch Nebenwirkungen von Medikamenten.

Viele Erwachsene nehmen regelmässig Medikamente ein. Manche davon (Antidepressiva, Kortisonpräparate oder Arzneimittel gegen Epilepsie) werden für Spätakne – Akne Tarda genannt – verantwortlich gemacht. Einwandfrei belegt ist das aber nicht. Viele Mediziner sprechen noch immer bloss von Vermutungen.

Eher an Wangen und Hals

Während Mitesser in der sogenannten T-Zone, also Stirn und Nase, typische Pubertätserscheinungen sind, treten Pickel bei erwachsenen Frauen eher an Wangen und Hals auf. Oft verschlechtert sich das Hautbild kurz vor dem Eisprung. Auch Stress könnte eine Rolle bei der Spätakne spielen, indem es zu einer vermehrten Ausschüttung männlicher Hormone kommt. Unter Nebenwirkungen in Form von Pickeln leiden auch Bodybuilder, die Anabolika konsumieren. Hautärzte raten Menschen im mittleren Alter, die konsumierten Medikamente kritisch zu hinterfragen, wenn sie mit Akneproblemen zu kämpfen haben. (lesen Sie unten weiter...)

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Auch Rosacea möglich

Bei Pickeln auf den Rundungen der Gesichtshaut, wie Wangen, Stirn, Nase oder Kinn könnte es sich auch um eine Rosacea handeln. Die Rosacea betrifft Menschen über 30. Rosacea ist eine chronisch verlaufende, entzündliche Hauterkrankung und äussert sich etwa in Form von anhaltenden Rötungen, Knötchen und Pusteln (Bläschen) oder Schwellungen. Eine Verwechslung der Entzündungserscheinungen mit den Symptomen einer Allergie oder Akne kommt laut Dermatologen häufig vor.

Die Tücken der modernen Technik

Nochmals ein ganz anderes Kapitel ist die sogenannte Stewardessen- oder Mannequinkrankheit, die «Hautentzündung um den Mund». Seit neuestem kann man im Zeitalter des hochauflösenden HD-Fernsehens auch von einer Moderatorinnen-Krankheit sprechen. Weil jedes Nasenhaar und jede Pore schonungslos sichtbar ist, werden Film- und Fernsehschaffende vor ihrem Auftritt mit neuen porenverstopfenden Make-ups zugekleistert. Die Folgen: Schuppende Rötungen rund um die Mundgegend. Auch diese Erkrankung wird im Anfangsstadium häufig mit Akne verwechselt.

Die wirksamsten Behandlungsmethoden

Akne ist Arbeit über einen langen Zeitraum und gehört in die Hand einer Fachperson: Spätakne wird anders behandelt als die Pubertätsakne. Die Haut ist reifer, reagiert empfindlicher auf aggressive Wirkstoffe und benötigt mehr Feuchtigkeit.

Um die Haut wieder in einen guten Zustand zu versetzen, ist viel Geduld notwendig – und der Erfolg nicht einmal garantiert. In der Literatur werden folgende Massnahmen zur Behandlung von Spätakne hervorgehoben:

  • Reinigung: Pickel nie selbst ausdrücken, sondern diese Aufgabe einem Arzt oder einer Kosmetikerin überlassen.
  • Ernährung: Eine Ernährung(sumstellung) in Richtung weniger Kohlehydrate und mehr eiweissreicher Nahrung sowie ungesättigten Fettsäuren wirkt sich positiv auf die Haut aus.
  • Medizinische Salben: Abgezielt wird auf eine örtlich begrenzte Regulierung des Talgniveaus der Haut sowie die Linderung von Entzündungen.
  • Wirkstoffe: Diverse Wirkstoffe hemmen Entzündungen und weichen die Hornschicht der Haut auf. Allfällige Nebenwirkungen wie Reizungen und Rötungen klingen mit der Zeit wieder ab.
  • Anti-Baby-Pille: Da bei der Regulation der Talgdrüsen hormonelle Faktoren im Spiel sind, verbessert sich das Hautbild oft deutlich.
  • Laser: Durch Laserbehandlung lässt sich das Narbengewerbe gezielt abtragen. Eine andere Methode arbeitet mit Blitzlicht, wie das bei Tatoos und Pigmentflecken auch angewendet wird.
  • Dampfbad: Bei leichteren Fällen kann ein reinigendes Gesichtsdampfbad mit Ringelblumen, Stiefmütterchen, Kamille und Zinnkraut oder eine Lehmmaske Linderung verschaffen.
  • Make-up: Frauen, die unter Pickel leiden, greifen vorzugsweise gerne zu Makeup. Dabei sollte man auf ölfreie und nicht komedogene Produkte achten. Nicht komedogene Produkte sind so zusammengesetzt, dass sie die Poren der Haut nicht verstopfen. Es gibt auch naturkosmetische Öle wie Teebaum und weitere, die nicht komedogen sind.

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von Markus Sutter,

publiziert am 06.03.2018


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