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Gesünder leben?

Schuppenflechte – was ist das?

Mehr als 100'000 Menschen leiden in der Schweiz an Schuppenflechte. Die Hauterkrankung ist erblich bedingt, kann aber auch durch Reizungen, Infektionen oder Medikamente ausgelöst werden. Eine endgültige Heilung ist nicht möglich, wohl aber eine wirksame Therapie.

Wer an Psoriasis leidet, hat es nicht leicht: Die Krankheit tritt oft an exponierten Stellen auf, etwa an Armen und Händen, an den Beinen oder gar am Kopf. Die geröteten, juckenden, mit silbrig-weissen Schuppen bedeckten Stellen sind gut sichtbar, weshalb Betroffene häufig nicht nur mit den Krankheitssymptomen oder den Nebenwirkungen der Medikamente zu kämpfen haben. Laut dem renommierten deutschen Robert Koch-Institut (RKI) ist vielmehr «die empfundene Stigmatisierung die schwerwiegendste Krankheitsfolge». Dabei ist Schuppenflechte – entgegen landläufiger Meinung – nicht ansteckend.

Die Symptome der gewöhnlichen Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) sind vor allem Folge eines gutartigen, rasanten, unkontrollierten Wachstums der Oberhaut. Dabei «wandern» die Zellen der obersten Hautschicht (Epidermis) siebenmal schneller an die Hautoberfläche als bei gesunden Menschen. Normalerweise erneuert sich die Oberhaut innerhalb von 28 Tagen. Bei Psoriatikern dauert das nur drei bis vier Tage. Schätzungen zufolge sind ein bis zwei Prozent der Schweizer Bevölkerung von Psoriasis betroffen.

Genetische Anlage, viele Auslöser

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Als ursächlich gilt eine vererbte genetische Veranlagung. Auch wenn diese vorhanden ist, muss die Krankheit jedoch nicht immer zum Ausbruch kommen. Nach Informationen des RKI geben etwa 30 bis 40 Prozent der Menschen mit Psoriasis an, dass auch Verwandte betroffen sind. Es kommt aber auch vor, dass kein Elternteil Psoriasis hat, das gemeinsame Kind jedoch trotzdem darunter leidet. Und umgekehrt: Beide Elternteile leiden unter Schuppenflechte, doch beim Kind bricht die Krankheit nie aus.

Wenn – neben der vererbten Veranlagung – noch bestimmte persönliche oder umweltbedingte Auslöser hinzukommen, bricht die Krankheit aus. Solche Auslöser können eine Infektion, eine Hautverletzung, ein bestimmtes Medikament, aber auch Stoffwechselstörungen, Hormonschwankungen, seelischer Stress oder erhöhter Alkoholkonsum sein. Der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung gilt aber nicht für alle Risikofaktoren als durchgängig gesichert.

Die Krankheit verläuft in aller Regel chronisch oder in wiederkehrenden Schüben, wobei kürzere oder längere akute Phasen mit Perioden ohne oder mit wenigen Symptomen wechseln können. Schweregrad und Ausdehnung sind individuell und sehr unterschiedlich. Eine endgültige Heilung ist bisher nicht möglich, es gibt aber sehr wohl wirksame Therapien. Diese zielen immer auf eine Linderung und das Abheilen der Symptome, eine Verkürzung der akuten Krankheitsphase und eine Vermeidung neuer Schübe. Die Möglichkeiten reichen von pflegenden Salben bis zu starken, immunsuppressiven Medikamenten.

Vorbeugen lohnt sich

Wer sich gesund ernährt, nicht raucht, nur massvoll Alkohol konsumiert und bei Normalgewicht seine Fitness nicht vernachlässigt, der stärkt Körper und Seele, hat ein robusteres Immunsystem und gilt als weniger anfällig für Psoriasis-Schübe.

Auch Zusammenhänge zwischen bestimmten Nahrungsmitteln und dem Risiko, eine Psoriasis zu entwickeln, werden immer wieder hergestellt, allerdings, so geben Experten zu bedenken, seien es nach dem Stand der wissenschaftlichen Literatur vergleichsweise wenig Patienten, die auf bestimmte Nahrungsmittel mit einer Verschlechterung ihrer Erkrankung reagierten. Deshalb könne umgekehrt eine spezielle Ernährung auch nicht empfohlen werden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel nur allgemeine Hinweise enthält und nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden darf. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

publiziert am 20.10.2017


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