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Gesünder leben?

Blasenentzündung – Gefahr lauert im Schwimmbad

Ein nasses Badkleid, das den Unterleib abkühlt – und schon ist die Blasenentzündung im Anzug. Wie man Harnwegsinfekten vorbeugt.

Es sind die Bakterien, die sich auf und in unserem Körper tummeln, die eine Blasenentzündung verursachen. Das Wasser im Schwimmbad ist kaum je schuld.

In unserem Darm leben Milliarden von Mikroben, die bei der Verdauung helfen. Dass einige davon auch den Weg in die Harnblase finden, ist fast unvermeidlich. Das verursacht in den meisten Fällen keine Beschwerden. Denn normalerweise werden sie bei jedem Wasserlösen nach draussen gespült.

Damit es zur Blasenentzündung kommt, braucht es also mehr Faktoren, die eine Infektion fördern. Im Schwimmbad ist das zum Beispiel der nasse Badeanzug, der den Unterleib abkühlt. Zudem schafft er im Intimbereich ein feuchtes, warmes Milieu, in dem sich manche Erreger besonders gut vermehren. Es ist deshalb ratsam, gleich nach dem Baden das nasse Badezeug auszuziehen und trockene, luftige Kleidung anzuziehen.

Genug trinken beugt vor

Begünstigt wird eine Blasenentzündung auch durch zu wenig trinken – gerade bei heissem Wetter. Denn wer wenig trinkt, muss nur wenig aufs WC. Zudem kann sehr scharfer Urin die Blasenwand reizen. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (zwei bis drei Liter pro Tag) und häufiges Wasserlösen (bis die Blase leer ist) beugen darum einer Blasenentzündung vor. Einen guten Hinweis liefert bei gesunden Menschen die Farbe des Urins: Ist er hell, stimmt die Flüssigkeitszufuhr.

Insbesondere bei Frauen haben es Bakterien vergleichsweise leicht, in die Harnblase zu gelangen. Die Strecke die Harnröhre hinauf ist bei ihnen nur etwa drei bis fünf Zentimeter lang. Weil Scheide und Harnröhre sehr nah beieinanderliegen, kann der nasse Faden eines Tampons zur «Leitschnur» für Erreger werden. Daher empfiehlt es sich, den Tampon nach dem Baden zu wechseln.

Auch mehrmaliges Husten kann Blasenentzündungen vorbeugen. Dadurch wird Druck auf den Beckenboden ausgeübt, der etwaiges Badewasser aus der Scheide presst. Dies entzieht den Bakterien eine feuchte Nische, in der sie sich vermehren können. (Lesen Sie unten weiter...)

So schützen Sie sich vor Infektionen

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Blasenentzündung: Ursachen & Prävention

Typische Symptome einer Harnblasenentzündung sind ständiger Harndrang, häufiges Wasserlösen (oft nur kleine Mengen Urin), Brennen beim Wasserlösen und Unterleibsschmerzen.

Gesunde junge Menschen sollten bei Anzeichen einer Blasenentzündung viel trinken (zum Beispiel Nieren-Blasen-Tee) und wenn nötig die Unterbauchschmerzen mit Wärme und/oder mit rezeptfrei erhältlichen Medikamenten wie Ibuprofen oder Paracetamol lindern.

Tritt innerhalb von zwei Tagen keine Besserung ein oder kommen Warnzeichen hinzu (Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Schüttelfrost, Flankenschmerzen, Übelkeit) sollte ein Arzt konsultiert werden.

Schwangere Frauen, Männer und Menschen mit Immunschwäche oder Diabetes haben ein höheres Risiko, dass sich aus einer Blasenentzündung eine Nierenbeckenentzündung entwickelt. Sie sollten sofort zum Arzt gehen.

Bei der Intimpflege immer von vorn nach hinten reinigen, weil sonst Bakterien vom Darmausgang in Richtung Harnblase befördert werden.

Psyche und Stress können Harnblasenentzündungen begünstigen.

Wegen der engen Nachbarschaft von Scheide und Blase kann Geschlechtsverkehr einen Harnwegsinfekt fördern. Vorbeugend hilft es, nach dem Sex Wasser zu lösen.

Nach der Menopause sinkt bei Frauen der Spiegel des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Dadurch kann die Schleimhaut dünn und trocken werden, was Harnwegsinfekte begünstigt. Eine lokale Östrogenbehandlung kann bei grossem Leidensdruck helfen.

von Camilla Mehrkens,

publiziert am 05.07.2019


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