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Gesünder leben?

Dagegen ist ein Kraut gewachsen

Gegen viele Wehwehchen bietet die Natur ein Kraut – auch in der Schweiz. Die zehn beliebtesten Heilkräuter im Überblick.

Rosskastanie

Aesculus hippocastanum (Früchte)

Fruchtkörper der Rosskastanie platzt auf
Fruchtkörper der Rosskastanie platzt auf

Standort/Herkunft: Schattige, feuchte Lagen bis 1200 Meter Höhe. Ihren Namen bekam sie durch die Feldzüge der Osmanen, die Kastaniensamen als Tiermedizin mitbrachten. Rosskastanienmehl diente in Kriegszeiten als «Bolusseife» für raue Hände.

Anwendung: Die Extrakte können Beschwerden bei leichter Venenschwäche und Krampfadern lindern, wie Schweregefühl und Schwellungen. Wirkung oft erst nach mehrwöchiger Anwendung. Auch bei juckenden oder brennenden Hämorrhoiden wird Rosskastanie verwendet.

Wirkung: Der wichtigste Wirkstoff heisst Aescin. Aescin dichtet die Gefässwände ab. Bei Venenschäden bilden sich dadurch weniger Ödeme, und es wirkt leicht entzündungshemmend.

Arnika

Arnica montana (Blüte)

Gelbe Arnikablüten in der freien Natur
Gelbe Arnikablüten in der freien Natur

Standort/Herkunft: Kaum gedüngte Bergwiesen, kalkarme Weiden und saure Moorböden. Zur Herstellung von Arzneimitteln werden Zuchtsorten verwendet.

Anwendung: Äusserlich, zum Beispiel als Salbe, nach Sportverletzungen und Unfällen mit Prellungen, Verstauchungen oder Quetschungen, bei Ödemen nach Brüchen und bei Muskelschmerzen. Reine Arnikatinktur kann Hautreizungen verursachen, deshalb sollte man sie gut verdünnen. Bei längerer Anwendung entwickeln sich oft Entzündungen oder Ekzeme. Allergien gegen Arnika sind häufig. Vorsicht, wenn bereits eine Allergie auf Korbblütler bekannt ist!

Wirkung: Die Pflanze wirkt entzündungshemmend, abschwellend und antibakteriell.

Nachtkerze

Oenothera biennis (Samenöl)

Eine gelbe Blüte der Nachtkerze in der freien Natur
Eine gelbe Blüte der Nachtkerze in der freien Natur

Standort/Herkunft: Stammt aus Nordamerika, wo sie von Indianern bei Prellungen und Quetschungen benützt wurde. Bevorzugt Bahndämme, Ödland, Strassenränder und Böschungen. Die Blüten gehen erst abends auf. Blüten, Blätter, Samen und Wurzeln sind essbar.

Anwendung: Nachtkerzenöl wird eingenommen oder aufgetragen. Es kann bei Neurodermitis oder trockener Haut guttun (Wirkung teils erst nach zwölf Wochen). Auch bei schmerzenden Brüsten wird es verwendet. Vorsicht bei Epilepsie oder Schizophrenie: Es kann, vor allem in Kombination mit bestimmten Medikamenten, nach der Einnahme zu Krampfanfällen kommen.

Wirkung: Nachtkerzensamen enthalten die antientzündlich wirkende Gamma-Linolensäure.

Weissdorn

Crataegus monogyna/oxyacantha (Blätter mit Blüten)

Weisse Weissdornblüten
Weisse Weissdornblüten

Standort/Herkunft: Der dornige Strauch mag wärmere und trockene Lagen in lichten Gebüschen, Laubwäldern und an Waldrändern bis auf etwa 1500 Meter Höhe.

Standort/Herkunft: Der dornige Strauch mag wärmere und trockene Lagen in lichten Gebüschen, Laubwäldern und an Waldrändern bis auf etwa 1500 Meter Höhe.

Wirkung: Steigert die Pumpkraft des Herzens und sorgt dafür, dass Herzarterien und Herzmuskel besser durchblutet werden. Auch der arterielle Blutdruck sinkt.

Baldrian

Valeriana officinalis (Wurzel)

Weisse Baldrianblüten in der freien Natur
Weisse Baldrianblüten in der freien Natur

Standort/Herkunft: Baldrian liebt feuchte Waldböden, moorige Wiesen, Bach- oder Flussufer. Er kann fast zwei Meter hoch werden. Katzen geraten durch seinen Geruch oft in helle Aufruhr, auch Fische sollen sich damit anlocken lassen.

Anwendung: Schwach dosiert, fördert er bei nervöser Anspannung oder Angst (zum Beispiel vor Prüfungen) die Leistungsfähigkeit. Bei leichten Schlafstörungen gehört er zu den bekanntesten Heilpflanzen, zusammen mit Melisse, Passionsblume und Hopfen.

Wirkung: Baldrian wirkt beruhigend und konzentrationsfördernd. Seine Inhaltsstoffe beeinflussen die Wirkung bestimmter Botenstoffe im Gehirn. Stärker dosiert steigert er abends die Schlafbereitschaft.

Efeu

Hedera helix (Blätter)

Efeu klettert an Wand hoch
Efeu klettert an Wand hoch

Standort/Herkunft: Efeu klettert mithilfe seiner Wurzeln an Bäumen, Felsen und Mauern bis zu 20 Meter hoch. Der Name bedeutet übersetzt «Kletterlaub». Er bevorzugt lichte Laubwälder und kann 450 Jahre alt werden.

Anwendung: Lindert die Symptome bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen und bei akuten Atemwegsentzündungen. Patientinnen und Patienten mit Magenschleimhautreizungen oder -geschwüren sollten Efeu mit Vorsicht anwenden, Kinder unter zwei Jahren sollten damit nicht behandelt werden.

Wirkung: Wegen seiner bronchienerweiternden, schleimlösenden und auswurffördernden Wirkung wird Efeu als Hustenmittel eingesetzt. Ebenfalls schleimlösend wirkt Primelwurzel.

Beinwell

Symphytum officinale (Wurzel)

Pink-violette Beinwurzblüten
Pink-violette Beinwurzblüten

Standort/Herkunft: Die echte Wallwurz bevorzugt Uferzonen oder nasse Wiesen. Sie ist in der ganzen Schweiz verbreitet.

Anwendung: Der Beinwell hilft bei Sehnenscheidenentzündungen, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie bei Schleimbeutelentzündungen. Er fördert die Auflösung von Blutergüssen.

Wirkung: Beinwell begünstigt die Wundheilung und wirkt antientzündlich. Er enthält jedoch die leberschädigenden und potenziell krebserregenden Pyrrolizidinalkaloide. In Apotheken und Drogerien erhältliche Fertigprodukte mit Beinwell enthalten aber nur Spuren dieser giftigen Substanzen.

Lavendel

Lavandula officinalis (Blüten, ätherisches Öl)

Violette Lavendelblüten
Violette Lavendelblüten

Standort/Herkunft: Blüht an trockenen, sonnigen, warmen und windgeschützten Hängen mit kalkhaltigen Böden. Der Name rührt her vom lateinischen «lavandula», das bedeutet «waschen» und weist vermutlich auf Lavendel als Badezusatz hin.

Anwendung: Bei Kopfweh Öl oder zerriebene Blüten auf die Schläfen auftragen. Kann auch bei Blähungen helfen und bei Durchfall krampflösend und stopfend wirken. Vorsicht mit ätherischen Ölen wie Lavendelöl bei Babys, Kleinkindern und Asthmatikern: Sie können Atemnot bekommen.

Wirkung: Beruhigend bei Stress und innerer ­Unruhe sowie bei Erschöpfung. Hat schlaffördernde und auch antibakterielle Effekte sowie eine Anti-Pilz-Wirkung, vertreibt Fliegen und Mücken.

Johanniskraut

Hypericum perforatum (Kraut)

Gelbe Johanniskrautblüten in der freien Wildbahn
Gelbe Johanniskrautblüten in der freien Wildbahn

Standort/Herkunft: Wächst auf sonnigem Brachland, an Wiesen- oder Waldrändern.

Anwendung: Äusserlich, etwa als Öl, soll es Muskel- und Nervenschmerzen lindern, bei stumpfen Verletzungen helfen und entzündete, trockene Haut beruhigen. Im Öl sind andere Wirkstoffe als in Kapseln oder Tabletten enthalten. Diese können bei leichten Depressionen helfen, wobei sich die Wirkung meist erst im Laufe mehrerer Wochen entfaltet. Das Kraut macht die Haut lichtempfindlicher. Es verändert bei etlichen Medikamenten den Wirkspiegel im Blut.

Wirkung: Die Pflanze hat antibakterielle, antivirale und abschwellende Effekte. Sie kann die Gemütslage verbessern, Ängste lösen und Nervosität lindern.

 

Kamille

Chamomilla recutita / Matricaria recutita

Kamillenbüten auf Wiese
Kamillenbüten auf Wiese

Standort/Herkunft: Stammt ursprünglich aus Süd- und Osteuropa, kommt inzwischen in fast ganz Europa vor. Wächst auf Getreidefeldern, Brachland und Schuttplätzen. «Chamomilla» bedeutet übersetzt etwa «niedrig wachsender Apfelbaum».

Anwendung: Kamillentee bei Blähungen und zum Gurgeln bei Zahnfleisch- und Halsentzündungen. Bei Schnupfen und Husten warme Kamillendämpfe inhalieren (Vorsicht vor Verbrühungen). Wer auf andere Korbblütler, wie etwa Beifuss, allergisch reagiert, sollte Kamille besser meiden.

Wirkung: Kamille hilft bei Entzündungen. Sie wirkt abschwellend, antibakteriell sowie krampflösend im Magen-Darm-Trakt und fördert die Wundheilung bei verletzter Haut.


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