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Gesünder leben?

Vitamine sind nicht gleich Vitamine

Es macht einen Riesenunterschied, ob man Mikronährstoffe mit der Nahrung aufnimmt oder aus Kapseln schluckt. Im einen Fall sinkt die Sterblichkeit, im anderen steigt sie.

Wie erhöht man die Wahrscheinlichkeit, alt zu werden? Indem man keine extra Vitamine und andere Mikronährstoffe schluckt, aber viel Gemüse isst.

Auf diesen einfachen Nenner lässt sich eine grosse US-Studie an fast 28 000 Personen bringen. Bei genauerer Betrachtung sind die Zusammenhänge aber komplexer.

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Repräsentative Umfrage

Alle zwei Jahre werden in den USA Zehntausende von Menschen zu ihren Lebensgewohnheiten befragt. Unter anderem sollen sie genau angeben, was sie essen und trinken und welche Zusatzprodukte sie einnehmen.

Diese repräsentative Erhebung dient als Basis für verschiedenste Auswertungen. Die jüngst veröffentlichte Studie untersuchte, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen der Sterblichkeit und der Einnahme von Mikronährstoffen.

Nur Lycopin stach heraus

Das Ergebnis: Nur gerade ein einziges von 43 Supplementen – nämlich Lycopin – schien mit einem geringeren Sterberisiko einher zu gehen. Dieser Befund könnte jedoch blosser Zufall sein.

Überraschend war, was die Forscher zu Vitamin K und Magnesium herausfanden: Als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen gab es keinen Zusammenhang mit dem Sterberisiko – wohl aber, wenn die Nahrung reich war an diesen beiden Mikronährstoffen.

Magnesium und Vitamin K im Gemüse

Wer sich so ernährte, dass er viel Magnesium und Vitamin K bekam, hatte ein tieferes Sterberisiko, verglichen mit Menschen, die sich mit der Nahrung wenig davon zuführten. Beides ist zum Beispiel in grünen Gemüsesorten wie Spinat oder Brokkoli enthalten.

Ähnliches galt für den Zusammenhang von Vitamin A, K und Zink in Bezug auf die Todesfälle durch Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Mit der Nahrung zugeführt bestand ein günstiger Zusammenhang, als Supplement eingenommen aber nicht.

Vorsicht mit Kalzium und Vitamin D

Zu denken geben noch zwei weitere Ergebnisse der Studie: Erstens ging die tägliche Einnahme von mindestens 1000 Milligramm Kalzium Hand in Hand mit einer höheren Sterblichkeit an Krebs. Das galt aber nur bei Einnahme von Kalziumpräparaten und nicht bei kalziumreicher Ernährung.

Zweitens hatten Personen ohne Vitamin-D-Mangel, die täglich mehr als zehn Mikrogramm Vitamin D schluckten, ebenfalls ein erhöhtes Sterberisiko, sowohl allgemein als auch in Bezug auf Krebserkrankungen.

Quelle: «Annals of Internal Medicine»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 24.07.2019


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