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Gesünder leben?

Das Hirn braucht Schutz

Gehirnerschütterungen werden besonders häufig durch Stürze beim Sport verursacht. Wichtig ist es, richtig darauf zu reagieren, und den Vorfall nicht zu unterschätzen.

Der Suva werden jährlich etwa 6000 Fälle von Kopfverletzungen gemeldet, die man als Schädel-Hirn-­Trauma bezeichnet – ein Anstieg um rund 30 Prozent in den letzten zehn Jahren. Der grosse Zuwachs ist vor allem darauf zurückzuführen, dass nach einem Schlag auf den Kopf häufiger der Arzt aufgesucht wird.  Drei Viertel der Schädel-Hirn-Traumata sind sogenannte «leichte traumatische Hirnverletzungen», die auch als Gehirnerschütterung bezeichnet werden.

Typisch für eine Gehirnerschütterung ist, dass der Verletzte unmittelbar nach dem Aufprall kurz das Bewusstsein verliert, eine kurze Gedächtnislücke aufweist oder mehrmals dieselben Fragen wiederholt, orientierungslos wirkt und im Denken verlangsamt ist. Auch können auffällige Bewegungsabläufe und Gleichgewichtsstörungen sowie Übelkeit und Erbrechen Hinweise sein. Treten einer oder mehrere dieser Punkte auf, ist eine rasche Abklärung empfehlenswert.

Abklärung ist wichtig

Helm tragen & zum Arzt gehen

Minimieren Sie das Risiko und tragen Sie einen Helm, z.B. beim Velo- oder Skifahren.

Gehen Sie zum Arzt bei Bewusstlosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Bewegungsablaufs- oder Gleichgewichtsstörungen.

Es gibt kein Medikament gegen Hirnerschütterung – die beste Medizin ist, sich zu schonen und einen Gang zurückzuschalten und das angemessene ­Verhalten mit dem Arzt zu ­besprechen.

Gegen die Kopfschmerzen ist Aspirin nicht die erste Wahl. Dessen blutverdünnende Wirkung kann nachträglich auftretende Blutungen im Gehirn verstärken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über geeignete Schmerzmittel.

Eine ärztliche Untersuchung ist nötig um eine schwere Verletzung ausschliessen zu können. In seltenen Fällen kann es bei einer Gehirnerschütterung zu einer Blutung innerhalb des Schädels kommen. Wird diese nicht erkannt, kann das schwerwiegende bis tödliche Folgen haben. Häufig wird deshalb eine Computertomografie durchgeführt. Damit lassen sich Blutungen, eine Verletzung des Schädelknochens oder der Weichteile erkennen.

Diese Untersuchung dient auch der Befunderhebung und Dokumentation, was häufig aus versicherungstechnischen Gründen wichtig sein kann, vor allem wenn Begleitverletzungen, zum Beispiel an der Halswirbelsäule («Schleudertrauma»), vorliegen. Der Arzt informiert anschliessend den Betroffenen über das angemessene Verhalten nach dem Unfall. 

Die Folgen einer Gehirnerschütterung sind häufig noch lange spürbar: Müdigkeit, Kopfweh, Übelkeit, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit können hartnäckig bestehen bleiben, wenn sich der Verletzte körperlich und geistig nicht schont.

Ärztliche Überwachung

Insbesondere sollte die Wiederaufnahme des Sports nur unter ärztlicher Überwachung und mit stufenweisem Belastungsaufbau geschehen, um das Risiko eines Folgeunfalls zu minimieren. Tritt eine erneute Hirnverletzung während der Ausheilungsphase auf, können deren Auswirkungen deutlich stärker sein als bei der ersten.

von Dr. Roberto Llano,

publiziert am 15.06.2018


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