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Gesünder leben?

Schultergelenke leben gefährlich

Bei Unfällen sind häufig die oberen Körperpartien gefährdet. Besonders Schulterverletzungen werden oft falsch oder zu spät untersucht und therapiert – mit schlimmen Folgen.

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk im menschlichen Körper. Im Vergleich zum Hüftgelenk hat es nur eine sehr kleine, flache Gelenkpfanne. Dies ermöglicht Armbewegungen, wie sie unter anderem beim Delfinschwimmen gefordert sind.

Der gegenüber anderen Gelenken viel grössere Bewegungsumfang macht das Schultergelenk aber instabil. Damit der Gelenkkopf auch unter Bewegung im Gelenk zentriert bleibt, sind zusätzliche, stabilisierende Strukturen nötig. Zu diesen zählt einerseits die Gelenkkapsel, die «Hülle» um das Gelenk, mit ihren Bändern. Anderseits sitzt über dem Gelenkkopf eine Sehnenkappe, die sich aus den Sehnen von vier verschiedenen Muskeln zusammensetzt.

Ist diese umgebende Muskulatur gut trainiert, ist das Schultergelenk weniger anfällig für Verletzungen. Bei Schulterverletzungen sind seltener die Knochen, jedoch sehr oft die stabilisierenden Sehnen und Bänder betroffen. Bei einer Ausrenkung der Schulter werden zudem immer auch Teile der Gelenkkapsel verletzt. Eine genaue ärztliche Untersuchung des Gelenks weist meistens zuverlässig auf eine mögliche Schädigung hin.

Schmerzen in der Nacht deuten auf eine schwerere Verletzung hin

So schützt man sich vor Verletzungen:
  • Halten Sie sich körperlich fit – dies verringert die Sturz und Verletzungsgefahr.
  • Mit gezieltem Krafttraining, vor allem der Schultermuskulatur, beugen Sie gefährlichen Verletzungen vor.
  • Vermeiden Sie unkontrollierte, schnelle Bewegungen, die in extreme Gelenkwinkel führen.

Ein Röntgenbild allein sagt allerdings eher wenig aus, da darauf vor allem die Knochen sichtbar sind. Insbesondere wenn die genaue Ursache der Schmerzen unklar ist, sind weiterführende Abklärungen nötig. Mit hochfrequentem Ultraschall oder Magnetresonanztomografie lassen sich Schäden der stabilisierenden Sehnen und Bänder genau erfassen. Dies ist für die Planung der Therapie oder den Entscheid für eine Operation zwingend.

Bei eingeschränkter Beweglichkeit und sehr heftigen Schmerzen, beispielsweise nach einem Sturz, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Insbesondere Schmerzen während der Nacht deuten auf eine schwerere Verletzung hin. Auch wenn die Schmerzen gering sind, jedoch länger als eine Woche andauern und keine Besserung spürbar ist, empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung. Denn wird das Gelenk zu lange geschont, steigt die Gefahr einer Schultersteife, die den Heilungsverlauf stark verzögern kann. Dies führt möglicherweise zu verlängerten Arbeitsausfällen.

Eine kompetente und konsequente physiotherapeutische Betreuung leistet in jedem Fall einen entscheidenden Beitrag zum optimalen Heilungsverlauf.

von Dr. med. André Dietschi,

publiziert am 14.06.2018


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