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Gesünder leben?

Wie oft schadet Sport?

Bei allen möglichen Krankheiten raten Ärzte zum Sport. Wissenschaftler haben untersucht, wie oft dabei unerwünschte Wirkungen auftreten.

«No sports!» soll der berühmte britische Premierminister Winston Churchill einst auf die Frage eines Journalisten geantwortet haben, warum er so alt geworden sei. «Sport ist Mord», lautet ein anderes Bonmot von Sportmuffeln. 

Dänische und norwegische Wissenschaftler haben nun gemeinsam untersucht, was an solchen Sprüchen dran ist. Sie analysierten 773 Studien, bei denen jeweils einer Gruppe Menschen Bewegung verordnet worden war und einer vergleichbaren Gruppe nicht. Joggen, Velo fahren, Tanzen, Tai Chi und andere Bewegungstherapien kamen dabei zum Einsatz.

Die «Nebenwirkungen» von Training

Bei knapp der Hälfte dieser Studien wurde nicht nur erfasst, ob die Bewegung guttat, sondern auch, ob sie unerwünschte oder gar gefährliche Nebenwirkungen hatte. Von sechs Personen, die irgendein Bewegungsprogramm absolvierten, berichtete demnach im Durchschnitt einer von unerwünschten, aber nicht schwerwiegenden Wirkungen. 

Am häufigsten nannten die Betroffenen Müdigkeit, Schmerzen, Kreuzweh, Schleimbeutelentzündung oder Schwellung. Diese Beschwerden schienen keinen Zusammenhang damit zu haben, wie oft oder wie lange trainiert wurde.

(Fortsetzung weiter unten…)

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Bei manchen Krankheiten häufiger

Schwere Folgen, zum Beispiel Herzinfarkte oder Hüftbrüche, traten in den Sportgruppen aber nicht häufiger auf als in den Gruppen, die nicht trainierten. Sport ist also kein Mord. 

An den Studien hatten gesunde Menschen und solche mit verschiedensten Erkrankungen teilgenommen. Am häufigsten berichteten Personen mit Osteoporose, Rückenschmerzen, Senioren, aber auch gesunde Personen von unerwünschten Effekten – wobei die Wissenschaftler einschränkend darauf hinweisen, dass nur sechs Studien an Menschen mit Osteoporose in diese Analyse einflossen und dieser Befund deshalb vorsichtig zu bewerten sei.

Keine Ausrede für Sportmuffel

Insgesamt zeige die Auswertung aber doch, dass Bewegung und Training eine recht sichere medizinische Massnahme sei. Als Ausrede für Sportmuffel kann sie also nicht dienen. Und auch das berühmte Zitat «No sports!» taugt dafür übrigens nicht: Denn anders, als es ihm – fälschlicherweise – zugeschrieben wurde, hat Churchill durchaus Sport betrieben: Er war ein leidenschaftlicher Reiter. 

Quelle: «British Journal of Sports Medicine»

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 15.10.2020


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