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Gesünder leben?

Immer auf den Meniskus

Meniskus-Verletzungen betreffen nicht nur Spitzensportler. Operationen am Stossdämpfer im Knie gehören zu den häufigsten orthopädischen Behandlungen. Doch nicht immer macht eine OP Sinn.

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Dr. med. Konrad Birrer

Chirurgie FMH und Sportmedizin SGSM bei Medbase Luzern

Der Meniskus ist eine knorpelähnliche Substanz, die als Stossdämpfer wirkt. Gleichzeitig sorgt er für die Stabilisierung des Knies. Wird der Meniskus verletzt, kann er seine Funktion nicht mehr voll erfüllen, und das Risiko einer Gelenkabnützung (Arthrose). Die Frage, ob am Meniskus operiert werden soll, muss deshalb gut überlegt beantwortet werden. Wird operiert, soll möglichst wenig Meniskus entfernt werden.

Wen trifft es am häufigsten?

Wie kann man einem Schaden vorbeugen?

Den Meniskus zu stärken ist nicht möglich. Es ist aber sinnvoll, seine Qualität zu erhalten, indem man

  • aktiv ist, aber die Belastung dosiert.
  • Unfälle vermeidet und keine allzu grossen Risiken eingeht.
  • Übergewicht vermeidet.
  • die Beinmuskulatur stärkt und damit die Stabilisation im Knie erhöht.
  • die Kontrolle des Knies durch Koordinationsübungen verbessert.

Zwischen akuten Verletzungen und Abnutzungserscheinungen muss unterschieden werden. Bei Personen bis 40 Jahren stehen die Verletzungen im Vordergrund, danach die altersbedingten Schäden. In der Jugend besteht das Risiko für Verletzungen am Meniskus in kniebelastenden, unfallträchtigen Sportarten. Primär sind die Fussballer – vor den Handballern und den Alpinsportlern – betroffen. Nicht zu vergessen sind die Langstreckenläufer, bei denen Meniskusschäden ebenfalls häufig auftreten.

Grund dafür dürfte die Dauerbelastung sein, von der sich der Meniskus nicht erholen kann und somit «spröder» wird. Männer trifft es vermehrt, sie haben drei Mal häufiger Meniskusprobleme als Frauen. Auch das Alter macht den Meniskus verletzungsanfälliger, weil er seine Elastizität verliert. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, die Anatomie der Beine, Bandverletzungen im Knie und exzessive Sporttätigkeiten.

Wann sollte operiert werden?

Bei einer nicht lösbaren Knieblockade sowie bei einem Kniegelenkserguss, der länger als zehn Tage anhält, ist eine Operation zwingend. Hingegen muss bei anhaltenden Schmerzen nicht in jedem Fall operiert werden. Bei akuten Verletzungen eignet sich das MRI, um eine Entscheidung zu treffen. Bei einem Meniskusschaden im Alter ist das MRI aber nicht immer ein guter Ratgeber. Eine Studie zeigt, dass bei 36 Prozent der Personen Meniskusveränderungen erkannt wurden, davon aber 60 Prozent ohne Symptome waren. Die Untersuchung durch einen erfahrenen Arzt kann Aufschluss geben.

Publiziert am 20.10.2017,

von Dr. med. Konrad Birrer


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