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Gesünder leben?

Polizist Michael lässt seinen Stress messen

Er ist Familienvater, arbeitet als Bildfahnder und pendelt jeden Tag drei Stunden. Viele Herausforderungen für Michael. Nun will er seine Work-Life-Balance verbessern – mit Hilfe der Gesundheitsprofis von Medbase.

«Meine Kinder Mika und Suki sind acht und elf – und mein Ein und Alles. Aber sie brauchen Nerven und fordern mich», sagt Michael Frey. Auch sonst bleibt in seinem Leben wenig Zeit für Entspannung: Der gebürtige Basler wohnt mit seinen Kids und Gattin Miho in Solothurn und arbeitet in Zürich. Das bedeutet: 1½ Stunden pendeln am Morgen, 1½ Stunden pendeln am Abend.

«Ich stehe um 4.45 Uhr auf, frühstücke kurz und gehe dann auf den Zug. Um 16.15 Uhr verlasse ich das Büro und bin so gegen 18 Uhr zu Hause.»

Auch Michaels Job als Bildfahnder bei der Kantonspolizei Zürich fordert ihn. Er muss dabei Tausende von Fotos durchsehen und Gesichter von Kriminellen erkennen. «Ich mache meine Arbeit sehr gerne, aber sie ist kopflastig und schafft mich ziemlich», sagt Michael. Es sei zudem schwierig, die Bilder wieder aus dem Kopf zu bekommen.

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Michael (41) ist happy mit seinen Kindern Mika (8), Suki (11) und Ehefrau Miho (45). Aber er hat viele Verpflichtungen. Dabei kommt die Erholung oft zu kurz. (Nathalie Taiana)

Dass in seinem Umfeld immer mehr Leute unter einem Burn-out leiden, hat Michael nachdenklich gestimmt. «Stress betrifft alle. Ich merke, dass auch ich aufpassen muss und davor nicht gefeit bin», sagt er. Um sich etwas Gutes zu tun, hat er angefangen zu joggen und ins Fitnesscenter zu gehen. «Nach einem strengen Tag die Motivation zu finden und das durchzuhalten, ist aber schwierig.»

Deshalb holt er sich nun Unterstützung – von den Gesundheitsexperten von Medbase. «Ich erhoffe mir Profi-Tipps bezüglich Sport, Ernährung und Entspannung. Ich könnte mir auch vorstellen, für mich neue Wege zu gehen und Meditation oder Yoga auszuprobieren.»

Bevor die Fachleute konkrete Ratschläge geben und Massnahmen empfehlen können, wird Michael einer medizinischen Standortbestimmung unterzogen. Im Medbase Checkup Center in Zürich wird er deshalb durchgetestet. Der Check-up beinhaltet eine Blutanalyse, eine ärztliche Untersuchung mit Ruhe- und Belastungs-EKG, die Messung von Grösse, Gewicht, Bauch- und Hüftumfang sowie des Körperfetts und einen Lungenfunktionstest.

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PD Dr. med. Christoph Dehnert (r.) vom Medbase Checkup Center in Zürich untersucht Michael. (Nathalie Thaiana)

Betreut wird Michael unter anderem von PD Dr. med. Christoph Dehnert, Sportmediziner und Kardiologe. Dieser kennt sich mit Stress und seinen Folgen bestens aus. «Ein Drittel der Erwerbstätigen fühlt sich heute häufig gestresst. Tendenz steigend», sagt er.

Besonders gefährdet sind Menschen, die über lange Zeit hohen beruflichen Anforderungen ausgesetzt sind, die finanzielle Probleme haben, eine Scheidung oder den Tod eines Angehörigen verarbeiten müssen. Anhaltender negativer Stress, der sogenannte Disstress, kann zu einer Erschöpfungsdepression, auch bekannt als Burn-out, führen. Andere Erkrankungen, die drohen, sind Bluthochdruck, Hörsturz, Schlaganfall oder Herzinfarkt.   

Um Michaels Stress zu analysieren, wird bei ihm eine sogenannte HRV-Messung durchgeführt. «HRV ist die Abkürzung für Herzfrequenz-Variabilität. Diese zeigt, wie gut sich unser Herzschlag an wechselnde Bedingungen anpassen kann. Je grösser die Anpassungsfähigkeit, desto besser wird ein Mensch respektive sein Körper mit Stress fertig», erklärt Christoph Dehnert.

Der Stress-Check dauert 72 Stunden. Michael bekommt einen Sensor. Die beiden zugehörigen Elektroden klebt er sich auf seine Brust. Sie führen über seinen Herzschlag Buch. Dazu dokumentiert er drei Tage lang seine wichtigsten Tätigkeiten – das Resultat ist ein Energiebarometer.

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Für den Energiebarometer notiert Michael seine wichtigsten Tätigkeiten. (Bild: Medbase Checkup Center)

Die Daten der HRV-Messung werden zusammen mit den Daten des Check-ups von den Medbase-Experten ausgewertet. Am Besprechungstermin erfährt der 41-Jährige: Sein Körperfettanteil ist normal, körperlich ist er fitter als der Durchschnitt der Männer in seinem Alter. Dass er zwei- bis dreimal pro Woche joggt und auch ein bisschen Krafttraining macht, zahlt sich aus. 

Nur der Blutdruck ist etwas zu hoch. Medikamente braucht es zunächst noch nicht, doch  Christoph Dehnert rät dazu, regelmässig Selbstmessungen durchzuführen. «Damit man den Zeitpunkt nicht verpasst, an dem gehandelt werden muss.» (Tipps für das Blutdruckmessen zu Hause). Er betont zudem, dass Michael jetzt noch die Chance hat, den Blutdruck allein durch Veränderungen des Lebensstils in den Griff zu bekommen.

Wo Michael neben dem Sport den Hebel ansetzen kann, zeigt die Besprechung der Resultate der HRV-Messung mit Theresa Schwarz, Präventionsberaterin bei Medbase. «Man sieht, dass im Alltag sehr viel Stress vorhanden ist und oft die ausgleichende Aktivität und Entspannung fehlen. Auch die Schlafqualität wird dadurch negativ beeinflusst», sagt sie.

(Fortsetzung weiter unten…)

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Theresa Schwarz führt mit Michael den Belastungstest auf dem Velo durch. (Nathalie Thaiana)

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Um den Stress ab- und Ressourcen aufzubauen, empfiehlt sie Michael, während seiner langen Zugfahrten regelmässig Entspannungs- und Atemtechniken anzuwenden. Allein schon die Augen zu schliessen und ein paar Mal in Ruhe tief durchzuatmen anstatt zu lesen oder aufs Handy zu schauen, kann erholsam sein. Profitieren könnte er auch von einem Meditations- oder Yoga-Kurs.

Bezüglich Schlaf hat Theresa Schwarz ebenfalls Tipps parat: «Man sollte mindestens ein bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen keine grössere Mahlzeit mehr einnehmen. Ein ruhiger Spaziergang vor dem Schlafen kann zusätzlich entspannen – oder im Sommer ein kühles Bad im See.»

Zudem gilt: Das Schlafzimmer abdunkeln und stets kühl halten. Und Smartphones oder Tablets ausschalten – oder noch besser aus dem Schlafzimmer verbannen (weitere Tipps für einen besseren Schlaf).

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Theresa Schwarz hat viele nützliche Tipps für Michael parat. (Nathalie Thaiana)

Michael zählte bislang auf die Wirkung des Intervallfastens, sprich er hat auf den Zmorge verzichtet und erst zum Znüni einen schnellen Snack eingenommen. Um über den Tag mehr Energie zu haben, rät Theresa Schwarz Michael unter anderem, mindestens dreimal pro Woche ein gesundes Frühstück einzubauen. «Zum Beispiel ein selbst gemachtes Sandwich mit Vollkornbrot und einer Proteinquelle wie Käse, Bündnerfleisch oder Lachs.» Vollkornbrot deshalb, weil dieses nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch viele Ballaststoffe enthält. Auch ein selbst gemachtes Müesli mit Vollkornflocken eignet sich (mehr über ein ausgewogenes Frühstück). 

Als Letztes empfiehlt die Gesundheitsexpertin Michael, sich im Alltag von einem Coach unterstützen zu lassen. «Das werde ich machen», sagt Michael. Er wendet sich an MySidekick. Welche Hilfestellungen er dabei bezüglich Ernährung, Bewegung und Work-Life-Balance erhält? Wir halten Sie auf dem Laufenden.

von Thomas Wyss,

veröffentlicht am 05.11.2020


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