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Die grössten Schlafmythen im Check

Knapp ein Drittel unseres Lebens schlafen wir. Doch rund um das Thema geistert viel Halbwissen durchs Internet. Wir erklären die grössten Mythen rund um einen «tüüfä, gsundä Schlaf».

1. Nachts erwachen ist schädlich

Jein. Es kommt darauf an, ob man relativ zeitig wieder einschlafen kann oder nicht. Wenn ich also kurz erwache, aufs WC gehe und wieder einschlafe, schadet es der Schlafqualität nicht. Laut Experten erwachen wir pro Nacht rund 30 Mal – in der Regel, ohne es zu merken: Wachphasen unter drei Minuten werden vom Gehirn nicht gespeichert. Ein Problem ist hingegen, wenn wir erwachen und dann während einer längeren Zeit keinen Schlaf finden. Schlafexpertin Sonja Gysel von fit im job empfiehlt dann, nicht im Bett zu bleiben, sondern aufzustehen und etwas zu machen, das einen entspannt. Zur Ruhe komme man, wenn man Musik höre, etwas lese oder kurz auf den Balkon gehe und ein paar Mal tief einatme. Wie man in den Schlaf findet, verraten auch diese hilfreichen Tipps.

2. Schönheitsschlaf ist Humbug

Falsch. Manche halten den Begriff «Schönheitsschlaf» für einen Mythos. Doch während wir schlafen, wird ein Wachstumshormon ausgeschüttet, welches die sogenannte Unterhaut sowie die Kollagenfasern repariert und austauscht. Schlafen wir zu wenig oder ist die Tiefschlafphase gestört, die für die Ausschüttung des Hormons zentral ist, macht sich dies in unserem Gesicht ebenfalls bemerkbar. Die Haut wird dünner, es kann zu Faltenbildung kommen.

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Schönheitsschlaf? Richtig. Im Schlaf regeneriert sich unsere Haut.

3. Für guten Schlaf sollte man vor Mitternacht ins Bett

Jein. Das kann nicht pauschal gesagt werden, jeder Mensch hat individuelle Schlafenszeiten. Der eine ist eher die «Eule», also der Nachtmensch, die andere eher die «Lerche», sprich: die Frühaufsteherin. Viel wichtiger sind Schlafmenge, Schlafqualität und Schlafrhythmus. Auch die Qualität des Bettes spielt für einen guten Schlaf eine nicht zu vernachlässigende Rolle. «Hier ist es wichtig, dass Matratze, Decke, Kissen usw. individuell angepasst sind», sagt Sonja Gysel.

4. Topmanager machens vor: 4 Stunden Schlaf pro Nacht genügen

Falsch. «Es gibt zwar einen ganz kleinen Prozentsatz von Leuten, die mit wenigen Stunden auskommen», so Gysel. «Für die allermeisten Menschen gilt das aber nicht, und es hat auch keinen Sinn, den Kurzschläfern wie Idolen nachzueifern.» Denn diese Form von Lifestyle räche sich irgendwann. «Der Körper verzeiht es zwar recht lange, doch nach einigen Jahren ist meist Schluss, und die Kurzschläfer bekommen die Langzeitfolgen deutlich zu spüren.»

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5. Der Schlummertrunk hilft, besser zu schlafen

Diese Behauptung gehört nach Schlafexperten eindeutig ins Land der Träume beziehungsweise Märchen: Alkohol (etwa Rotwein) kann zwar helfen, einzuschlafen, weil er eine narkotisierende Wirkung hat. Er verschlechtert aber ganz deutlich die Schlafqualität. «Alkohol ist ein Gift, und das verhindert einen entspannten und sicheren Schlaf. Das fängt schon bei einem Glas an», so Sonja Gysel. Besser ist vor dem Schlafengehen ein Entspannungstee – aber nicht literweise. Sonst müssen Sie nachts mit einer vollen Blase raus.

6. Bei Vollmond schläft man schlechter

Falsch. Laut Wissenschaftlern ist es egal, ob Voll-, Neu- oder Halbmond herrscht, seriöse Studien, die etwas anderes belegen würden, gibt es nicht. Entstanden ist dieser Mythos durch die selektive Wahrnehmung von Menschen, die ohnehin einen fragilen Schlaf haben, das ist etwa jeder Dritte. Wachen sie in einer Vollmondnacht auf und sehen raus, ist für sie der Zusammenhang klar. Wer schon vor der Nacht weiss, dass Vollmond ist, schläft mitunter ebenfalls schlecht – weil er dann, ganz im Sinne der selbsterfüllenden Prophezeiung, bereits angespannt zu Bett geht. Wie Herr und Frau Schweizer das Thema Vollmond und Schlafen sehen, verraten sie in dieser Umfrage.

(Fortsetzung weiter unten…)

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ZUM DOSSIER

7. TV schauen fördert das Einschlafen

Falsch. Zwar empfinden manche das Plätschern des TV-Programms oder die beruhigende Stimme des Sprechers als entspannend. Aber das sei eine trügerische Entspannung, sagt Gysel. «Stressmessungen, wie wir sie regelmässig durchführen, zeigten, dass das Fernsehen auf die Untersuchten eher aktivierend wirkt.» Wer vor dem Bildschirm einschlafe, erzeuge zudem einen oberflächlichen, wenig erholsamen Schlaf mit vielen Unterbrechungen. «Die ständige Lärmquelle neben uns verhindert, dass wir sicher und entspannt schlafen.»

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Fernsehen aktiviert eher, als dass es entspannt.

8. Ältere Menschen leiden unter «seniler Bettflucht»

Jein. Dieser Begriff wird für ältere Menschen verwendet, die morgens nicht mehr schlafen können – wortwörtlich mit senil sein oder Bettflucht habe dies aber nichts zu tun, betonen Experten. Was hingegen stimmt, ist, dass im Alter Schlaftiefe, Schlafdauer und Schlafkontinuität abnehmen. Forscher der Universitäten Basel und Zürich fanden heraus, dass Hormone, die im Körper zirkulieren, einen Einfluss auf die innere Uhr hatten und so Veränderungen der Schlafgewohnheiten auslösen. So kann es also sein, dass jemand in jungen Jahren eher nachtaktiv war – und als Senior zum Frühaufsteher mutiert. Sorgen machen muss man sich deswegen nicht. Beziehungsweise erst dann, wenn sich die Tagesbefindlichkeit zu verschlechtern beginnt.

9. Schäfchenzählen hilft beim Einschlafen

Mythos. Forscher der Universität Oxford fanden heraus, dass man mit Schäfchenzählen nicht schneller in den Schlaf findet. Die Wissenschaftler untersuchten in Testgruppen unterschiedliche Einschlafmethoden. Wer Schäfchen zählte oder auch an nichts Bestimmtes dachte, brauchte länger, um in den Schlaf zu finden als diejenigen Studienteilnehmer, die sich eine entspannende Szenerie (etwa an einem Sandstrand liegend) vorstellten. Letztere konnten im Durchschnitt 20 Minuten schneller einschlafen als die Schäfchenzähler. Begründung der Forscher: Zählen von Tieren wird eher als stressig oder gar nervend empfunden. Ausserdem sei es eintönig und würde keine wohligen Gefühle herbeiführen. Gute Entspannungstechniken, um in den Schlaf zu finden, sind autogenes Training, der Bodyscan und Yoga Nidra. Generell wichtig, um Entspannung zu erreichen, ist auch die Achtsamkeit.

von Ringier Brand Studio / Thomas Wyss,

veröffentlicht am 24.01.2021


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