Schliessen

Gesünder leben?

Allergisch auf die eigene Katze

Manche Menschen reagieren allergisch auf Katzen. Daran sind entgegen weitläufiger Annahmen aber nicht die Haare der Schmusetiger schuld.

Sie sind süss. Nur schon ihr Anblick erweicht das Herz und sorgt für den berühmten Jö-Effekt. Doch die Katzenliebe kann sich schnell in einen Albtraum verwandeln. Nämlich dann, wenn in ihrer Gegenwart die Augen tränen, die Nase läuft und Niesattacken plagen. Manchmal reicht es schon, sich fernab der Tiere im selben Raum mit Katzenhaltern aufzuhalten. Diese tragen die Allergene mit ihrer Kleidung überall hin.

So lindern Sie die Symptome
  • Das Fell der Katze regelmässig mit einem feuchten Lappen abreiben, das kann die Symptome einer Katzenallergie lindern.
  • Das Schlafzimmer muss für die Katze tabu sein. Wir verbringen einen Grossteil unseres Lebens schlafend. Wenigstens in dieser Zeit sollte der Körper so wenig wie möglich den Allergenen ausgesetzt sein. Hat die Katze bis zur Allergie-Diagnose im Schlafzimmer übernachtet, sollten sämtliche Decken und Kissen ersetzt werden.
  • Das Katzenklo macht nur die Katze froh: Die Reinigung sollte durch jemanden erfolgen, der nicht allergisch gegen Katzen ist. Das gilt auch für das regelmässige Bürsten des Fells.
  • Nach jedem Kontakt mit der Katze die Hände waschen
  • Alle Teppiche und sonstigen Staubfänger aus der Wohnung entfernen – die Katzen-Allergene verteilen sich über den Staub leicht in der Luft und können noch mehrere Monate nachgewiesen werden, selbst wenn sich keine Katze mehr im Haushalt befindet.
  • Einen Staubsauger mit Staubfilter benutzen

Allergene im Speichel

Bei aller Katzenliebe ist eine solche Allergie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Im schlimmsten Fall kann sie zu Atemnot führen und Asthma auslösen. Entgegen landläufiger Meinung sind an diesen allergischen Reaktionen aber nicht die Katzenhaare schuld, sondern der Speichel, den die Katze beim Putzen in ihrem Fell verteilt.

Die in den Speichel- und Talgdrüsen enthaltenen Allergene – mikroskopisch kleine Eiweissstoffe – heften sich an die Haut- und Haarschuppen, die durch die Katze überall verteilt und auch an die Luft abgegeben werden. Deshalb sind Katzenrassen mit wenig Haaren leider auch nicht die Lösung des Problems.

Allergien in den Griff kriegen

Aber es gibt durchaus Massnahmen, mit denen sich die allergischen Reaktionen mildern lassen (siehe Box). Empfehlenswert ist auf jeden Fall, andere Allergien wie Heuschnupfen unter Kontrolle zu kriegen, dann kann der Körper besser mit der Katzenallergie fertig werden.

Die einzige Behandlung, welche nicht einfach die Symptome bekämpft, ist die Immuntherapie. Bei dieser Desensibilisierung werden die Allergene über mehrere Jahre hinweg unter die Haut gespritzt. Im Idealfall gewöhnt sich der Körper an das Allergen, baut so einen immunologischen Schutz auf und reduziert die Symptome um bis zu 90 Prozent. Bei schweren Katzenallergien bleibt den Betroffenen in der Regel nichts anderes übrig, als sich vom Tier zu trennen.

von Manuela Specker,

publiziert am 25.07.2018


Das könnte Sie interessieren: