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Gesünder leben?

Grippeimpfung: So wichtig wie noch nie

Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei. Darum ist es diesen Herbst entscheidend, dass sich viele Menschen vor der saisonalen Grippe schützen. Was man zur Impfung wissen muss.

Auskunftspersonen
  • Andree Hillebrecht, Leiter Arbeitsmedizin bei der Migros-Tochter Medbase.
  • Corina Wirt, Geschäftsführerin von Public Health Schweiz. In diesem Fachverband sind rund 800 Expertinnen und Experten aus Gesundheitsberufen und der Gesundheitspolitik zusammengeschlossen.

Wer ist besonders gefährdet?

Zu den Risikogruppen gehören ältere Menschen ab 65 Jahren sowie Personen mit Krankheiten wie Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs.

Was macht eine Grippe gefährlich?

Die Grippe kann einen schweren Verlauf nehmen. Dann drohen ernsthafte und manchmal sogar lebensgefährliche Komplikationen. Das Bundesamt für Gesundheit erwähnt auf seiner Website «Nebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen, eine Lungen- oder Herzmuskelentzündung oder neurologische Komplikationen».

Wann und wo kann man sich gegen Grippe impfen lassen?

Ab sofort in Arztpraxen und einzelnen Apotheken. Das Bundesamt für Gesundheit versichert auf Anfrage, dass die Schweiz über genügend Impfdosen verfügt.

Was spricht noch für die Vorsorge gegen Grippe?

Aus Sicht von Corina Wirth, Geschäftsführerin des Fachverbandes Public Health Schweiz, geht es auch darum, eine Krise des Gesundheitssystems abzuwenden. «Eine starke Grippewelle in Kombination mit einer zweiten Coronawelle wäre eine schwere Belastung für die Spitäler – und für die Pflegerinnen und Ärztinnen, die dort arbeiten», sagt sie. «Wer sich impfen lässt, leistet einen Beitrag dazu, dass unser Gesundheitssystem nicht an seine Grenzen kommt.»

(Fortsetzung weiter unten…)

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Warum darf man eine Grippe nicht unterschätzen?

Sie überfällt den Patienten buchstäblich: Der Tag fängt womöglich noch gut an. Doch bald hat man Schweissausbrüche, und der Kopf beginnt zu glühen. Am Abend zeigt das Fieberthermometer 38, 39 oder gar 40 Grad an. Die Glieder schmerzen, und man fühlt sich, als habe man Prügel bezogen. Die Symptome sind viel schwerer als bei einer Erkältung. Mindestens ein bis zwei Wochen bleiben Betroffene ans Bett gefesselt.

Welche Nebenwirkungen hat die Impfung?

Es können an der Einstichstelle Schmerzen und eine Schwellung entstehen. Es ist möglich, dass man sich schlapp und leicht krank fühlt. Ausserdem können allergische Reaktionen auftreten. Wer an Allergien und Vorerkrankungen leidet, sollte vor der Impfung seinen Hausarzt oder seine Hausärztin um Rat fragen.

Gibt es eine Alternative zur Impfung?

Das Immunsystem lässt sich auch mit einer ausgewogenen und vitaminreichen Ernährung stärken. Wer regelmässig im Freien Sport treibt, unterstützt ebenfalls seine Abwehrkräfte. Doch für Angehörige von Risikogruppen ist die Impfung dennoch dringend zu empfehlen. «Das Gleiche gilt für Berufsleute, die direkten Kontakt mit vielen Menschen haben – also zum Beispiel Verkäuferinnen und Verkäufer», sagt Hillebrecht.

Was lässt sich sonst noch gegen die Ausbreitung der Grippe tun?

Auch das Tragen von Masken, häufiges und gründliches Händewaschen, Desinfektionsmittel sowie soziale Distanz bremsen die Verbreitung von Influenza. Wer sich gewissenhaft an die Coronaregeln des Bundesamts für Gesundheit hält, tut gleichzeitig etwas gegen die Grippe.

Warum ist die Impfung diesmal besonders wichtig?

Es geht in diesem Herbst und Winter auch darum, eine besondere Bedrohung abzuwenden – nämlich eine gleichzeitige Grippe- und Covid-19-Infektion. «Das wäre auf jeden Fall eine äusserst gefährliche Situation», erklärt Andree Hillebrecht, Facharzt für Innere Medizin und Arbeitsmedizin bei Medbase. «Man wäre dann gleichzeitig von zwei Krankheiten betroffen, die beide einen schweren Verlauf nehmen und sogar zum Tod führen können.»

von Michael West,

veröffentlicht am 08.10.2020


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