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Gesünder leben?

Wie man sich bettet...

Wieder mal schlecht geschlafen? Vielleicht liegt es am Bett, an den Matratzen, dem Kopfkissen? Wie wichtig ist unser Nachtlager wirklich?

Auf was für einer Matratze schlafen Sie?

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Auf was für einer Matratze schlafen Sie? ( Teilnehmer)

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Das Kopfkissen müffelt, die Federdecke ist ein einziger Klumpen? Raus damit! Wer sich nachts in seinem «Nest» nicht wohlfühlt, kann nicht auf einen erholsamen Schlaf hoffen. Selbst wenn Sie nicht unter einer Hausstaubmilbenallergie leiden, sollten Sie Ihr Kopfkissen nach spätestens zwei bis drei Jahren durch ein neues ersetzen. Wir verlieren in jeder Nacht um einen Liter Flüssigkeit, gerade über den Kopf, das setzt sich im Kissen fest. Und auch wenn es regelmässig gewaschen wird: Es verliert seine ursprüngliche Form und kann die Halswirbelsäule nicht mehr ausreichend stützen. Verspannungen sind die Folge. Auch die Bettdecke ist keine einmalige Anschaffung fürs Leben. Denn auch sie nimmt unseren Körperschweiss auf und bietet damit einen idealen Nährboden für Milben.

Welche Decke darf es sein?

Ob Kunstfaser-, Daunen-, Baumwoll-, Seiden- oder Wolldecken – das persönliche Wärme- und Wohlfühlempfinden entscheiden über den Kauf: Ist das Schlafzimmer eher kühl oder beheizt, schwitzt man schnell oder friert man leicht? Naturhaar hat die Eigenschaft, Temperaturschwankungen gut auszugleichen. Unter einer Federdecke bildet sich hingegen schnell ein Hitzestau. Automatisch versucht der Körper, für Abhilfe zu sorgen, indem man ein Bein unter der Bettdecke herausstreckt. Das spricht nicht gerade für eine ruhige Nacht.

Die Wahl der Matratze

Dass man auf einer durchgelegenen Matratze ebenfalls keinen erholsamen Schlaf findet, liegt auf der Hand. Spätestens am nächsten Morgen tut der Rücken weh und in der Nacht hat man sich unruhig hin und her gewälzt. Eine neue Matratze muss also her. Für welches Modell man sich entscheidet, ist natürlich Typensache: (Taschen-)Federkernmatratzen eignen sich für starke Schwitzer, weil die Feuchtigkeit gut abtransportiert wird. Nachteil ist die geringe Wärmeisolation. Schlecht für alle, die schnell frieren. Latexmatratzen sind sehr punktelastisch und haben eine gute Wärmedämmung, ideal für alle, denen es schnell kalt wird. Allerdings hapert es beim Feuchtigkeitstransport. Also eignen sie sich weniger für starke Schwitzer. Kaltschaummatratzen haben eine gute Wärmeisolierung und sind daher nichts für Menschen, die nachts stark schwitzen, dafür für alle, denen es schnell kalt wird.

Gerade Wirbelsäule

Wichtig ist bei der Auswahl einer neuen Matratze auch deren Härtegrad. Um eine orthopädisch ideale Lage der Wirbelsäule zu gewährleisten, sollte die Härte einer Matratze so ausgewählt werden, dass die Wirbelsäule in der Seitenlage eine gerade Linie bildet. Dafür muss die Schulter und die Hüfte in die Matratze einsinken können. Sonst leidet die Schlafqualität. Für einen angenehmen Liegekomfort kann auch ein sogenannter «Topper» sorgen, der auf die Matratze aufgelegt wird und sie weicher erscheinen lässt, ohne dass sie ihre Stützfunktion verliert. Und natürlich sollte die Unterfederung auch zur Matratze passen. Hierzulande haben sich Lattenroste als Mass der Dinge durchgesetzt. Egal für welches Bettsystem man sich entscheidet: Die Matratze sollte nach acht bis zehn Jahre gegen eine neue ausgetauscht werden. (lesen Sie unten weiter...)

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Wer sich wohlfühlt, liegt richtig

Leider gibt es bislang wenige wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, wie wichtig die Bettausstattung für einen erholsamen Schlaf ist. Dr. Jens G. Acker, Chefarzt der Klinik für Schlafmedizin in Bad Zurzach: „Nach meiner Erfahrung ist die Bettausstattung nur ein Faktor für eine gute Schlafqualität.“ Sein Fazit: Echte Schlafprobleme hätten andere Ursachen als ein mangelnder Liegekomfort. Der Schlafmediziner: «So lange Sie sich in Ihrem Bett wohlfühlen, brauchen Sie nichts zu ändern!»

6 Tipps

Betthygiene: Synthetische Bettdecken und Kopfkissen aus Kunstfasern gehören zwischendurch immer mal wieder in die Waschmaschine. Federbetten können ins Bettenfachgeschäft gebracht werden, wo sie gereinigt und auch wieder aufgefüllt werden können. Decken aus Tierhaar freuen sich auf einen Frischekick draussen an der Luft.

Kissenkauf: Gross, klein, dick oder dünn, gefüllt mit Federn oder Kunstfasern – die Auswahl bei Kopfkissen ist riesengross. Dabei kommt es nur darauf an, dass das Kissen richtig stützt: Die Halswirbelsäule sollte in Verlängerung der Brustwirbelsäule liegen. Das können kleinere Kissen meist besser als grosse gewährleisten. Idealerweise liegt nur der Kopf auf dem Kissen, nicht die Schulter.

Tägliche Routine: Gewöhnen Sie sich an, nach dem Aufstehen das Kopfkissen aufzuschütteln und die Bettdecke zurückzuschlagen. So können Bettzeug und Matratze besser auslüften und der Inhalt von Kopfkissen und Bettdecke verklumpt nicht so schnell.

Haltbarkeit: Matratzen sind keine Anschaffung fürs Leben. Nach acht, spätestens nach zehn Jahren sollten sie durch neue ersetzt werden. Und das, auch wenn sich noch keine Liegekuhlen gebildet haben. Wir geben nachts so viel Körperschweiss ab, dass die Feuchtigkeit in der Matratze einen idealen Nährboden z.B. für Hausstaubmilben bildet.

Auflage: Die richtige Matratze gefunden? Sie stützt optimal, fühlt sich aber zu hart an? Eine Matratzenauflage, auch Topper genannt, kann den Liege- und Schlafkomfort erheblich steigern.

Untergestell: Beim Kauf eines neuen Bettsystems sollten Sie darauf achten, dass die Matratze auch zum Untergestell (z.B. dem Lattenrost) passt. Wenn Sie sich für einen Lattenrost entscheiden: Am besten sind die mit federnden Leisten, die die Anpassung der Matratze an den Körper unterstützen.

Publiziert am 06.10.2017,

von Brigitte Jurczyk

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