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Gesünder leben?

So bleibt im Job die Motivation erhalten

Was motiviert eigentlich die Angestellten? Warum Geld überschätzt wird – und welche Rolle die Vorgesetzten spielen.

Wer sich jeden Tag überwinden muss, zur Arbeit zu gehen, wer den Feierabend kaum erwarten kann, hat definitiv ein Motivationsproblem. Aber was ist es eigentlich, das die Mitarbeitenden bei Laune hält? Idealerweise geht es bei dieser Frage nicht darum, wie Mitarbeitende möglichst stark angetrieben werden. Sondern wie im Unternehmen die Bedingungen gestaltet sein müssen, damit sich Motivation und Engagement der Beschäftigten von allein entfalten. Die Rede ist auch von intrinsischer Motivation. Nachfolgend sechs Faktoren, die massgeblich mitbestimmen, ob die Arbeit gerne verrichtet wird:

Der Vorgesetzte

Der Führungsstil hat einen grossen Einfluss auf die Einsatzbereitschaft der Angestellten. Nicht umsonst sind Chefs für viele der Kündigungsgrund Nummer eins. Wer auf welchen Führungsstil anspricht, ist immer eine individuelle Sache. Demotivierend in der heutigen Arbeitswelt sind tendenziell Führungskräfte, welche sich autoritär gebärden, schlecht kommunizieren und die Leistung der Mitarbeitenden weder wahrnehmen noch einschätzen können. Ein überdurchschnittliches Engagement als selbstverständlich ansehen und Fehler sofort anprangern: Das ist Gift für die Motivation.

Zeitgemäss ist ein partizipativer, wertschätzender Führungsstil. Wenn Angestellten Eigenverantwortung zugebilligt wird und sie Handlungspielraum haben, kann das zu Top-Leistungen beflügeln.

Der Lohn

Geld ist oft nur ein kurzfristiger Antreiber; die Freude über eine Lohnerhöhung verpufft relativ schnell, wenn andere Faktoren nicht stimmen. Anders schaut die Sache aus, wenn der eigene Lohn im Verhältnis zu den anderen bedeutend tiefer ist. Das wird von den Betroffenen immer auch als Zeichen mangelnder Wertschätzung wahrgenommen – und kratzt arg an der Motivation.

Die Ziele

Heute gehört es vor allem in grösseren Unternehmen zum guten Ton, den Mitarbeitenden Ziele zu setzen. Das erfüllt seinen Zweck, wenn die Ziele tatsächlich dazu anspornen, etwas anzupacken, was ansonsten liegen geblieben wäre. Auch ist es wichtig, dass sich die Mitarbeitenden mit den Zielen identifizieren können. Problematisch wird es, wenn die Ziele unrealistisch sind oder wenn nur noch solche zählen, die messbar sind. Das erzieht die Mitarbeitenden zu reinen Reiz-Reaktions-Maschinen, indem sie nur noch in jene Tätigkeiten Effort stecken, die gemessen werden.

Die Arbeitskollegen

Der Vorgesetzte kann noch so motivierend und unterstützend sein – wenn es zwischenmenschlich im Team nicht stimmt, schlägt sich dies früher oder später auch in der Arbeitsleistung nieder. Dagegen hilft nur, die Probleme frühzeitig anzusprechen, denn schwelende Konflikte lösen sich selten von alleine.

Der Arbeitsinhalt

Vor lauter Klagen über Vorgesetzte oder komplizierte Abläufe in den Firmen geht manchmal vergessen, dass der Arbeitsinhalt genauso entscheidend ist für die Motivation. Langeweile zum Beispiel ist nicht weniger schlimm als Überforderung und kann genauso krank machen.

Der Arbeitsweg

Pendeln soll ab 50 Minuten pro Weg die Gesundheit gefährden, da es aufgrund des Zeitaufwandes und des Gefühls des Ausgeliefertseins einen zusätzlichen Stressfaktor darstellen kann. Ob und wie sich das Pendeln auf die Arbeitsmotivation auswirkt, hängt vor allem davon ab, weshalb jemand einen weiten Arbeitsweg in Kauf nimmt: Ist es wegen eines wunderbaren Häuschens im Grünen, stellt das Pendeln in der Regel keine Probleme dar. Anders schaut es aus, wenn man zwangsversetzt wird oder wenn der lange Pendelweg generell nicht freiwillig gewählt worden ist. Arbeitgeber können in jedem Fall Gegensteuer geben, indem sie flexible Arbeitszeiten und Home Office ermöglichen.

Publiziert am 08.09.2017,

von Manuela Specker

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